Ein geträumtes Märchen

Heute Nacht habe ich die merkwürdige Erfahrung gemacht ein Märchen zu träumen.

Da es mir wichtig erscheint, möchte ich Euch daran teilhaben lassen 🙂 … Ich weiß nicht ob es die Geschichte, die ich geträumt habe, schon gibt, ob mein Unterbewusstsein sich an etwas erinnert hat, das ich irgendwo schon mal gehört oder gelesen habe oder ob jemand oder etwas sie mir heute Nacht wirklich geschickt bzw. erzählt hat.

Ich hoffe ihr könnt mit dieser Geschichte etwas anfangen oder das sie Euch zumindest ein bisschen gefällt.

Falls ihr die Geschichte oder eine sehr ähnliche schon kennt, würde ich mich über eine Nachricht wirklich sehr freuen.

In einer Stadt, weit fort von hier und vor langer Zeit lebte eine sehr freundliche Frau.
Sie besaß ein kleines Buchgeschäft über dem sie auch wohnte. Und jeden Abend saß sie am Fenster und schaute auf die Straße. Es war als würde sie auf jemanden oder etwas warten. Sie war sehr einsam und traurig denn bereits vor vielen Jahren war ihr Mann gestorben und im letzten Winter verschwand auch noch ihr Sohn. Man hatte ihn im Wald überfallen.
An einem warmen Sommerabend im August saß sie also wieder am Fenster, als ein altes Männlein an ihre Tür kam und Einlass begehrte. Nachdem er eingetreten war, bat er sie doch ein Feuer im Ofen anzuzünden, ihm wäre so schrecklich kalt. Der Frau war eigentlich schon warm, den ganzen Tag hatte die Sonne geschienen und es herrschte große Hitze, aber der Mann war alt und vielleicht auch gebrechlich, also erfüllte sie seinen Wunsch. Sie entzündete ein Feuer, kochte Tee für sie beide und setzte sich mit ihm an den Ofen und unterhielt sich mit ihm. Sie erzählte von ihrem Mann und vor allem auch von ihrem Sohn. Sie musste dabei schrecklich schwitzen aber dem alten Männlein schien die Wärme gut zu tun, also sagte sie nichts. Als es dunkel geworden war, schien das Männlein sich aufgewärmt zu haben. Er verabschiedete sich freundlich und ging wieder seines Weges.
Am Abend darauf stand er wieder vor der Tür. Wieder war ihm kalt und wieder bat er darum das die Frau doch das Feuer für ihn entzünden möge. Wieder tat sie worum er sie bat und saß schwitzend mit ihm am Ofen. Und währenddessen erzählte sie wieder von ihrem Sohn und seinem Verschwinden.
Auch am dritten Abend kam er zu ihr. Erneut bat er um ein Feuer und überhaupt war alles wieder wie an den zwei Abenden zuvor. Die Frau erzählte wieder von ihrem Sohn und davon wie traurig sie sei und wie einsam, seit er nicht mehr bei ihr ist.
Das alte Männlein sah sie beim Abschied prüfend an und sagte ihr das er das mit ihrem Sohn in Ordnung bringen könne, er würde sich darum kümmern. Das Männlein nahm die Frau an die Hand und führte sie zu dem Wald in dem der Sohn umgekommen war. Er hieß sie hier sitzen zu bleiben bis die Sonne aufgehen würde und verschwand im Wald.
Die Frau tat wie ihr geheißen, sie hatte ein bisschen Angst in der Dunkelheit und sie fragte sich auch ob man sich vielleicht über sie lustig machen wolle, aber trotzdem blieb sie am Waldrand sitzen, wie man ihr geheißen hatte.
Als dann am frühen Morgen die Sonne aufzugehen begann, schien es als ob sich die Äste und Bäume zur Seite bewegen würden um Platz für das Morgenlicht zu machen. Und gemeinsam mit den ersten Strahlen der Sonne kam der Sohn mit seinem Pferd aus dem Wald, als wäre er nie fort gewesen.
Die Frau war überglücklich, und konnte ihr Glück kaum fassen, ihr Sohn jedoch konnte sich an nichts erinnern was geschehen war und glaubte seine Mutter erzähle ihm Märchen oder wäre verwirrt.
Den kleinen Mann aber hat die Frau nie wieder gesehen.
Und so lebten die Frau und ihr Sohn glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

 

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