Glaube ich an die Götter?

Ein lieber Freund hat mir diese Frage gestellt – und mich damit, einmal mehr, zum Nachdenken angeregt. Glaube ich an die Götter? Oder an Gott/Göttin? Wie ist diese Welt beschaffen?

Ich möchte Euch heute an meinen Ideen dazu teilhaben lassen – und würde mich freuen wenn Ihr mich auch an Euren Ideen dazu teilhaben lasst.

Für mich, ist dies ein durchaus nicht ganz leichtes Thema, aber es tut gut hier meine Gedanken darüber zu ordnen, oder es zumindest zu versuchen.

Ganz grob, glaube ich wohl an Wyrd *lach also nicht an den Roman selbstverständlich, auch wenn ich den super finde* – sondern an „Etwas“ das alles Lebende verbindet.  Eine Art Netztwerk. Vielleicht könnte man auch sagen, an eine universelle Lebenskraft, die alles durchströmt (oh weia- jetzt ich höre mich ja beinahe an wie George Lucas 😉 ).

Diese Lebenskraft kann uns in den unterschiedlichsten Formen erscheinen – u.a. eben auch als Götter, wahrscheinlich weil die Ausmaße, und die Beschaffenheit dieser „Kraft, die das Universum bewegt“ einfach unseren (oder wenigstens meinen“) Verstand übersteigen.

Wenn ich schamanisch arbeite, begegnen mir so einige Dinge „personifiziert“ –  Krankheiten, Elemente, Pflanzen usw. oder  auch Götter, meist mit recht einschlagenden Folgen.

Das macht es für mich ein wenig verwirrend und eben auch nicht immer ganz klar.

Obwohl ich also nicht daran glaube, das Zeus in Fleisch und Blut auf dem Olymp sitzt, habe ich mich  im „Schamanischen Bewusstseinstzustand“ schon mit „Freya“ oder „Odin“ unterhalten.

Also sind die Götter, vielleicht bestimmte Aspekte der „universellen Lebenskraft“ die sich mir, in dieser Form zeigen, damit ich überhaupt mit ihnen umgehen kann?

Grundvorraussetzung für die schamanische Arbeit ist der Geisterglaube… nicht in dem Sinne das man an „Gespenster“ glaubt, aber der Schamane glaubt an die „Beseeltheit“ der Welt (oder besser er erfährt die Beseeltheit der Welt). D.h. alles und jedes verfügt über eine Seele oder einen Seelenanteil, und mit diesem kann eben auch kommuniziert werden.

Alles Sein ist Erfahrung – und der Sinn in allen Dingen ist eben diese Erfahrung, das Erleben.

Als Teenager hatte ich zum ersten Mal den Gedanken das alle Seelen so etwas wie Funken einer „großen“ Flamme wären – und irgendwann auch wieder ein Teil davon werden.

Diese große Flamme wäre dann wohl so etwas wie „das Göttliche“ schlechthin. Und alles was wir kennen oder erleben sind Erscheinungsformen davon.

Auch wir Menschen sind damit nur ein kleiner Teil dieser eigentlichen Quelle, genau wie alle Geister, Götter, Tiere, Steine, Pflanzen etc – ähnlich auch der Vorstellung der Aborigines, in der sich die Welt und alles was existiert selbst ins Leben „träumt“, in einem unablässigem und ewigem Schöpfungsprozess…. Größe, Form und Beschaffenheit des Funkens haben vielleicht etwas mit dem „irdischen“ Erscheinungsbild der Seelenteile zu tun…

Zumindest habe ich mir das mal so vorgestellt – Wobei ich mir die Seele heute nicht mehr als grundsätzlich „ein Teil“ vorstelle sondern eher als etwas sehr variables – das man in Teilen auch verlieren kann oder auch einfangen (Seelenverlust – Seelenraub, aus Sicht des Schamanen eine Ursache für Krankheiten). Außerdem scheint es mir, als ob auch der Körper als solches einen eigenen „Seelenanteil“ hat. Die Cherokee z.B. glauben an 2 Seelenanteile in jedem Menschen – die Geistseele und die Körperseele (mehr oder weniger vergänglich), die Kunst ist es dann im Leben beide Seelenanteile gleichermaßen zu hegen und zu pflegen und nicht etwa einen Anteil verkümmern zu lassen.

 

Für mich hat die Welt, das Universum und der ganze Rest 😉 also schonmal grundsätzlich mind. 3 Ebenen, die einander selbstverständlich beeinflussen da alle 3 Ebenen ja immer Ausdruck ein und der selben „Wirklichkeit“ sind

– eine materielle Ebene, in der wir leben, existieren,  unsere alltägliche Welt also,

– eine beseelte Ebene, die Nicht-Alltägliche-Wirklichkeit und

– eine, sagen wir mal, …energetische Ebene in der alles eins ist und die ich mir beim besten Willen kaum vorstellen kann.

 

In der 2. Ebene also der Nicht-Alltäglichen-Wirklichkeit existieren die Götter – ich brauche also nicht an sie glauben, genausowenig wie ich an Dich oder meine Nachbarn glauben muss, in der Nicht-Alltäglichen-Wirklichkeit sind sie, die Götter, real. Aber letztendlich ist all das eine Ilusion und ermöglicht mir vor allem eines: Erfahrung… Die „Wahrheit“ hinter den Dingen übersteigt einfach meine Wahrnehmungsfähigkeiten und meinen Verstand.

Soweit dazu erstmal meine Gedanken dazu. Ich hoffe Dir hat der Ausflug in meine etwas verschrobene Gedankenwelt gefallen…

 

Dieser Beitrag wurde unter Persönliches, schamanisches Weltbild veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Glaube ich an die Götter?

  1. Alexis sagt:

    Das finde ich sehr schön 🙂 🙂 🙂
    Kann ich gut nachvollziehen.
    LG
    Alexis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.