Runen – Bedeutung und Verwendung – PERTHO

PERTHO

Die Geheimnisvolle….

PerthoWortbedeutung: unklar

Der rekonstruierte protogermanische Name bedeutet möglicherweise „Fruchtbaum“

Lautwert: p

 

 

Namen:

Althochdeutsch: Peord

Altenglisch: Peord, Peorth

Gotisch: Pairtha, Pertra

 

Runengedichte:

Das altenglische Runengedicht:

Peorth ist immer Spiel und Scherz den Reichen,

wo Krieger im Biersaal fröhlich zusammensitzen

(Übersetzung nach Bauer, Alessia (2003): Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung. Wien.)

oder:

Peord ist eine Quelle des Vergnügens

Und der Entspannung für die Großen,

Wenn die Krieger in der Festhalle vergnügt beisammensitzen.

(nach Fries, Jan (1997): Helrunar, Ein Handbuch der Runenmagie. 3. Auflage, Bad Ischl.)

Das altnordische Runengedicht:

Das altisländische Runengedicht

influx_FBStichworte und Bedeutung von Pertho

Pertho ist eine der geheimnisvollsten Runen des FUTHARKS, weshalb viele sie als genau das deuten: Geheimnis oder Schweigen

Die Deutungen sind vielfältig, eine weitere ist der Würfelbecher oder das Würfelspiel.

Im Althochdeutschen gibt es das Wort „perath“ = leuchtend, strahlend, prächtig, glänzend – Über den Urdbrunnen wiederum wird uns berichtet das, das Wasser so heilig ist, dass alles, was damit in Berührung kommt, weiß wird. Außerdem schwimmen in der Quelle zwei Vögel namens „Schwäne“, von denen alle Tiere dieses Namens abstammen. (Snorri Sturluson: Prosa-Edda, Gylfaginning. Kapitel 16)

Einige Forscher glauben an eine Entlehnung des p-Lautes und des Wortes PERTHO aus dem gallischen und stellen einen Zusammenhang zur Göttin „Perta“ her. Perta wiederum ist, so wird vermutet eine gallische Quell-Göttin.

Ebenso gibt es die Theorie einer Entstehung aus dem alt-Norwegischen von „perða“ – „anstrengen“.

Weisheit aus sich selbst heraus

Verbindung zu Frigg und Freyja (Freyja über Frigg: „Frigg weiß, mein ich, alle Schicksale, auch wenn sie selbst nichts sagt.“ aus: Lokis Spottrede in Krause, Arnulf (2006): Die Götterlieder der älteren Edda. Stuttgart.)

Zu sich selbst finden – eigene Weisheit finden

Würfelbecher – „Die Würfel sind gefallen“

Schicksal – Schicksalhaft

Schicksalhafte Wendungen und Veränderungen

Verbindung zu weiblichen Mysterien, zur Göttin

Verbindung zu den Nornen und dem Urd-Brunnen

Brunnen und Tiefe

Hollebrunnen – Die Orte wo die Seelen wiedergeboren werden, wo die Seelen der Kinder wieder in die Welt gebracht/geholt werden

Geburt/Gebärmutter

Höhle

Gang

Verbindung zu den Seelenvögeln wie Rabe, Schwan, Krähe, Reiher, Kranich, Storch

Das „wahre“ Schicksal manifestieren

Glücksspiel

Tarotkarte „Rad des Schicksals“

DSC_0129_HDR_1024Magische Verwendung:

Für die Invokation des Urd-Brunnens

Unter der Geburt – Geburtserleichternd

Hilft das „Schicksal“ zu erkennen

Runenkraft in sich hereinrufen um die eigene „Seelenkraft“ zu gebären

Als Meditationshilfe wenn man sich selbst verliert/verloren hat

Diese Rune legt die Seelenkraft frei… legt das Schicksal frei

Als Schutz – Um einen geschützen Raum zu bauen in dem Geburt, Veränderung und Manifestation stattfinden kann.

Um Erinnerungen zu wecken – auch Erinnerungen an vergangene Leben oder vorgeburtliche Erfahrungen

Zur Invokation von Frigg oder anderer „ursprünglicher“ Göttinnen wie Perta, Bercht, Perta, Berta oder Perchta (bei denen es sich nach Wolf-Dieter Storl um verschiedene Variationen der selben Ur-Göttin handelt).

DSC_0136Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

Seminar zur schamanischen „Erforschung“ der 9 Welten Yggdrasils:

http://www.tunritha.de/WeltenbaumundAnderswelten.html

Natürlich werde ich auch demnächst wieder Runenseminare anbieten…

Die Termine findet Ihr dann hier:

http://www.tunritha.de/seminare.html

 

buecherVerwendete Quellen:

 

Vor allem eigene Reisen und Visionen zu den Runen daneben aber auch:

Düwel, Klaus (1968): Runenkunde. Stuttgart.

Bauer, Alessia (2003): Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung. Wien.

Fries, Jan (1997): Helrunar, Ein Handbuch der Runenmagie. 3. Auflage, Bad Ischl.

Aswynn, Freya (1991): Die Blätter von Yggdrasil – Runen, Götter, Magie, Nordische Mythologie & weibliche Mysterien. Himberg.

Dieterich, Udo Waldemar: Abstammung und Begriffsbildung der ältesten Sprachdenkmäler Skandinaviens.

Übersetzungen der Edda:

Krause, Arnulf (2006): Die Götterlieder der älteren Edda. Stuttgart.

Krause, Arnulf (2001): Die Heldenlieder der älteren Edda. Stuttgart

Stange, Manfred (Hrsg.) (2011): Die Edda – Götterlieder, Heldenlieder und Spruchweisheiten der Germanen – Vollständige Textausgabe in der Übersetzung von Karl Simrock

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