Runen körperlich erfahren – Die Praxis des Runenstellens

Was ist Runenstellen?

Skye_AnetteBeim Runenstellen nehmen wir mit unserem Körper die Position einer bestimmten Rune ein, atmen rythmisch und tönen den Runen-Namen.

 

 

Diese Art der Runenpraxis soll uns ermöglichen Form und Energiefluss jeder Rune auch mit dem Körper zu erfahren.  Runenstellen kann sich wohltuend auf Körper, Geist und Seele auswirken.

Die ja doch recht abstrakten Runensymbole erhalten so eine körperliche, erdige Realität. Runenkraft wird direkt in uns und im Raum manifestiert. Energieblockaden können gelöst werden und überhaupt kann mit den Runenstellungen viel experimentiert werden. So können wir sie als Trancehaltungen, in Ritualen, zur Meditation, als körperliche Übung und zur harmonisierung von Körper, Energie und Bewusstsein nutzen.

Durch das Tönen und Stellen der Runen erfahren wir mehr über die eigentliche Kraft der jeweiligen Rune, können uns mit ihr leichter verbinden. Wir können die Runenkraft so auch später, bei Runenzauber, schamanischer Reise oder in der Divination leichter erneut wachrufen, sie erkennen oder uns einfühlen.

Atmung

meditation1Zu Beginn ein paar Worte zur Atmung. Diese sollte tief und rythmisch erfolgen. Wer noch keine Erfahrungen mit rythmischer Atmung hat, sollte diese zuerst üben.

Lege Dich dazu zunächst auf den Rücken (wenn das unbequem für Dich ist, kannst Du diese Vor-Übung auch im Stehen machen), entspanne Dich und lege eine Deiner Hände auf den Bauch die andere auf die Brust. Jetzt atme tief ein und aus.

Welche Deiner Hände bewegt sich?

Wenn die Hand auf dem Bauch sich bewegt hat atmest Du schön tief. Sollte sich jedoch statt dessen die Hand auf der Brust bewegen musst Du Dich zunächst darauf konzentrieren in den Bauch zu atmen. Beim tiefen Atmen sollte sich Deine Bauchdecke beim einatmen heben und beim ausatmen wieder senken. Dies solltest Du jedoch nicht durch Muskelanspannung forcieren, sondern es sollte einfach durch Deine Atmung, ganz von alleine geschehen. Erzwinge nichts.

Wenn Du die tiefe Atmung beherrschst kommen wir zum eigentlichen „rythmischem Atmen“.  Es gibt verschiedene Rythmen in denen geatmet werden kann und Du wirst mit der Zeit sicher den finden der für Dich der Passende ist. Für den Anfang schlage ich vor das wir mit einem langsamen 3er Rythmus beginnen.

Also – entspanne Dich, atme tief ein und zähle dabei langsam bis Drei. Dann halte inne und zähle ebenfalls langsam bis Drei. Und wieder Ausatmen und dabei bis Drei zählen. Und wieder innehalten und bis Drei zählen… und immer so weiter.

Sobald Du das rythmische Atmen fast von selbst beherschst kannst Du mit der ersten Runenstellung beginnen.

Die erste Runenstellung

Grundsätzlich kann jede Rune gestellt werden. Für den Anfang würde ich aber eine Rune oder eine Kombination empfehlen die einfach zu stellen ist und deren Energie Dir entgegen kommt.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen gemacht mit dem Stellen von ISA, URUZ und JERA am Schluss. Diese Runen-Übung mache ich besonders gern wenn der Rücken oder die Schultern schmerzen.

Dazu stelle ich mich aufrecht hin, atme 3x rythmisch ein und aus, atme dann ein letztes Mal tief ein, hebe die Arme zum ISA und töne laut mit Betonung auf den Vokalen Iiiiiisaaaaa… Wenn kein Atem mehr da ist, lasse ich die Arme sinken…. atme ein, hebe die Arme erneut und töne wieder Iiiiiisaaaa …. das mache ich 3x.

Dann mache ich das selbe mit URUZ, ebenfalls 3x.

Zum Schluss kommt JERA.

Ich beende das Runenstellen oft mit JERA, da JERA die gerufenen und geflossenen Energien im Körper verteilt, harmonisiert und ausgleicht.

Bei der JERA-Stellung bewege ich zudem die Hüften in Kreisen im Uhrzeigersinn.

 

Sei offen für Neues und für Experimente

WaldMeiner Erfahrung nach ist das Runenstellen etwas, das man vor allem durch die eigene Praxis lernt und das erfahren werden will. Es gibt keine ganz exakten Haltungen, die millimetergenau eingehalten werden müssen. Und es gibt auch keine exakte Art des Tönens. Ein jeder Runen-Praktiker hat da so seine eigenen Methoden und Vorlieben.

Daher: Probiere Dich aus… Probiere die Haltungen und auch die Töne und Tonlagen.  Finde heraus WANN die Töne in Deinem Unterleib, wann in Deinem Bauch und wann in Deinem Kopf vibrieren. Erfahre welche Haltungen die Kraft fließen lassen. Unternehme, wenn Du kannst, eine schamanische Reise zu Deinem Lehrer oder Krafttier und lass Dir zeigen wie DU die Runen stellen und tönen sollst.

Dem Anfänger fällt alles schwer. Nicht immer klappt der erwartete Energiefluss von Beginn an so wie gewünscht. Da hilft nur Übung, Übung, Übung…. Alle Bereiche des „Runenstellens“ wollen beherrscht werden bevor es so richtig klappt…. das Atmen, das Tönen und die richtige Körperhaltung. Wenn man jedoch ein bischen Übung hat, kann es eine große Bereicherung sein. Ich selber kombiniere z.B. eine Dusche oft damit in der Dusche LAGUZ zu stellen und zu tönen… Die Energie von LAGUZ ist reinigend, erfrischend, herzöffnend und harmonisierend. Ich finde das passt sehr gut zur morgendlichen Dusche ;-).

DSC_0243_psFS_2048_FBDie Geschichte des Runenstellens

Nunja, ich würde an dieser Stelle natürlich gerne behaupten das, das Runenstellen auf uralter, europäischer Weisheitslehre beruht, und unsere Vorfahren nachgewiesener Maßen große Runensteller waren, leider gibt es  dafür keinerlei Anhaltspunkte. Getönt, gesungen, gesprochen wurden die Runen ziemlich sicher, das sagt uns schon die Etymologie des Wortes Rune:

Altenglish – Runian: flüstern

Altenglish – Leodrunan: Liedrunen Althochdeutsch – Rune: Mysterium, Geheimnis

Modernes Deutsch – Raunen: Geflüster, geheimes Geflüster, Geheimnisse flüstern

Altirisch – Run: Geheimnis

Altnordisch – Runar: Mysterien

Skaldisches Alt Isländisch – Runi: Gefährte, Freund, Berater

Isländisch – Runnr: Waldland

Mittelwalisisch – Rhin: Magischer Zauber

Finnisch – Runo: Lied, Gesang, Beschwörung

Bei den Haltungen sieht es da schon etwas anders aus. Dennoch im weitesten Sinne sind einige der Haltungen die wir beim Runenstellen einnehmen wirklich URalt und wir finden sie schon in Felszeichnungen, Ritzungen, Statuen aus dem Neolithikum, was vielleicht darauf hinweist das diese Haltungen und Formen in unserem kollektiven Unbewussten verwurzelt sind.

Im spezifischen taucht die Praxis des Runenstellens jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der esoterisch-völkischen Literatur auf. Wo sie nun genau ihren Ursprung hatte ist nicht genau bekannt, während der Nazi-Diktatur jedoch wurde die Praxis populärer, was sie für einige heutige Runenpraktiker zum gebrannten Kind macht. Dies finde ich sehr schade, da ich der Meinung bin, das die Runen, die nordische Mythologie und auch das Runenstellen von den Nazis und der völkisch-esoterischen Bewegung missbraucht und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden. Gerade deshalb, erachte ich es als die Pflicht moderner Runenpraktiker sich hier einen eigenen, von keiner Ideologie verfälschten Zugang zu erarbeiten. Gerade den antiken Stämmen im Norden Europas ist die völkische und rassistische Denkweise der jüngeren Vergangenheit vollkommen fremd.

Der entsprechende Wikipedia-Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Runengymnastik

DSC_0222_psRunenstellen heute

Grundsätzliche praktische Übungen für die Verwendung von Haltung, Atmung und Schwingung gibt es jeodch in vielen Gegenden der Welt und vielen Kulturen. Im Yoga, im Daoismus etc..

Um sich ein Bild von Sinn oder Unsinn des Runenstellens zu machen sollte man es wohl einfach selber ausprobieren und wenn es für Dich nicht funktioniert, es Dir nicht hilft oder Dich weiterbringt…. Dann lass es einfach wieder.

Viele okulte und schamagische Praktiker machen mit den Runenstellungen sehr gute Erfahrungen.

 

Einfach Anfangen:

Ich empfehle das Runenstellen auf Basis des 24er älteren Futharks zu machen und dabei ruhig experimentierfreudig zu sein.  Auf dem untenstehenden Bild seht Ihr wie ich die Runen häufig stelle, dies sind jedoch vor allem Vorschläge und sie beruhen auf persönlicher Erfahrung und Adaptionen der Erfahrungen  Anderer.

Bei der Jera Stellung lasse ich, das lässt sich auf den Fotos natürlich schlecht darstellen, gerne die Hüfte im Uhrzeigersinn kreisen.

Bei Fehu und Ansuz experimentiere ich gerne mit der Position der Handinnenflächen… nach oben, nach unten, beide in eine Richtung oder einander zugewandt.

Laguz lasse ich gerne fließen und brechen wie eine Welle, d.h. ich erhebe zuerst die Arme, wie bei Isa und lasse dabei das LAAAAA wie eine Welle ansteigen die dann bricht bei GUZ… und senke dabei die Arme und lasse die Rune „auslaufen“. Ich empfinde diese Art des „LAGUZ“ stellens als ganz besonders reinigend und herzöffnend.

Auch das Stellen und Singen der Runen in der freien Natur – mitten in den Elementen, kann nochmals ganz neue Impulse geben.

Dies sollen aber nur Anregungen für Euch sein und Euch zeigen welche Bandbreite und welchen Raum für eigene Experimente, die Runen da bieten.

 

RunenstellenCollage_2048

 

Mehr zu den Runen gibt es z.B. auf meinen Seminaren:

Runenseminare bei mir, TUNRITHA – Schule für europäischen Schamanismus:

http://www.tunritha.de/runenseminare.html

 

Empfohlene Literatur:

Fries, Jan (1997): Helrunar, Ein Handbuch der Runenmagie. 3. Auflage, Bad Ischl.

Aswynn, Freya (1991): Die Blätter von Yggdrasil – Runen, Götter, Magie, Nordische Mythologie & weibliche Mysterien. Himberg.

Bauer, Alessia (2003): Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung. Wien.

Düwel, Klaus (1968): Runenkunde. Stuttgart.

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Eine Antwort auf Runen körperlich erfahren – Die Praxis des Runenstellens

  1. Thurida W. sagt:

    Ja,das Runen-Stellen und : Raunen — mache ich ab u. zu ,zu besonderen Anlässen.Ich kann damit viel Kraft sammeln,auch manchmal überschüssige Wut-Energie loslassen.Da ich direkt am Wald wohne ,habe ich dort einige gut geeignete ruhige Stellen,die man nicht gleich sehen kann. Das Ru-stellen ist eine Bereicherung !

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