Runenzauber – Mit Runen zaubern…

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In den isländischen Sagas gilt besonders der Skalde Egil als runenkundig. So wird uns berichtet, dass er an das Krankenbett eines jungen Mädchen gerufen wird die keiner zu heilen vermag. Dort findet er einen mit Runen geritzten Fischkiemen vor, den ihr jemand unters Bett gelegt hatte und der wohl einen „bösen Zauber“ über das Mädchen gelegt hat.

Egil schabt die Krankheitsrunen ab, und bevor er ihr selbst Heilungsrunen ritzt, spricht er Folgendes:

Runen ritze keiner,

Rät er nicht, wie es steht drum!

Manches Sinn schon, mein ich,

Wirren Manns Stab irrte,

Zehn der Zauberrunen

ziemten schlecht dem Kiemen:

Leichtsinn leider machte

Lang des Mädchens Krankheit.“

Es stellte sich im weiteren Verlauf heraus, dass ein verliebter Bauernbursche das Mädchen mit einem Liebeszauber belegen wollte, dieser aber schief ging, da es ihm (dem Jungen) an echtem Runenwissen mangelte.

Wir sehen also schon an dieser Geschichte das es recht kompliziert sein kann mit Runen zu zaubern und das es vor allem ernste Folgen haben kann, wenn man mit den Runen „herumpfuscht“.

 

Was brauchen wir, was müssen wir wissen und können, für einen gelungenen Runenzauber?

Im Grunde findet sich die Anleitung dazu ebenfalls schon in der Edda.dsc_0268_ps_2048_fb

Veistu hve rísta skal?Weißt du zu ritzen?
Veistu hve ráða skal?Weißt du zu raten?
Veistu hve fáa skal?Weißt du zu finden? (Oder: Weißt Du zu färben?)
Veistu hve freista skal?Weißt du zu forschen? (Oder: Weißt Du zu prüfen?)
Veistu hve biðja skal?Weißt du zu bitten/zu beten?
Veistu hve blóta skal?Weißt du zu opfern?
Veistu hve senda skal?Weißt du zu senden? (oder Weißt Du wie man darbringen soll?)
Veistu hve sóa skal?Weißt du zu tilgen? (oder Weißt Du wie man vernichten soll?)
Besser nicht gebeten, als zu viel geboten
Die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nichts gesendet, als zu viel getilgt
So ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern.
Dahin entwich er, von wannen er ausging.

Dieser kurze Vers enthält die Anleitung für die richtige Ausführung eines Runenzaubers bzw. WAS dabei zu beachten ist:

1. Die Form – Grundsätzliche Kenntnis der Form der Runen und die „richtige“ Methode diese zu „ritzen“ und worauf.

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2. Kenntnis der Runennamen, ihrer Bedeutungen, ihrer divinatorischen Bedeutung. Divination überhaupt. Wie ist der zu erwartende Ausgang des Zaubers? Stehen die Zeichen günstig? Wer nicht divinieren kann, sollte besser nicht zaubern. Divination ist also eine Grundfähigkeit eines jeden (nicht nur Runen-)Magiers.

3. Welche sind die richtigen Runen für den Zauber und wie erfahre ich das? Wie wird sie geschaffen, die Verbindung zwischen Zauber, Wille und Rune? Wie wird die Rune aktiviert?

4. Die Fähigkeit der schamanischen Reise oder der Trance um die Wirkung des Zaubers zu „prüfen“.

5. Wie erhalten Runen und Runenzauber den Seegen der Götter, Geister und Ahnen? Wie wird gebetet?

6. Das Opfer – Was ist der Preis für den Zauber? Und wie bringt man diesen dar? Was genau ist eigentlich ein Opfer? Dabei ist nicht nur das offensichtliche gemeint z.B. der Schluck Met für die Götter/Geister sondern auch das „verborgene“ Opfer… Was wird womöglich NICHT mehr geschehen können, weil durch Zauber ins Wyrrd (die Bestimmung, das Netz des Schicksals) eingegriffen wurde bzw. was sind die weitergehenden Folgen? Bin ich bereit diese „Opfer“ zu bringen?

7. Wie gibt man dem Zauber die richtige Wendung mit? Runen sind sehr vielschichtig und komplex… Wie sorgt der Runenzauberer eigentlich dafür das NUR die Energien im Zauber enthalten sind und „gesendet“ werden, die auch gewollt sind?

8.  Was wenn der Zauber nicht so läuft wie geplant? Was wenn die Wirkung vollbracht ist? Wie wird der Zauber wieder aufgelöst oder die Wirkung gar rückgängig gemacht?

Es ist grundsätlich besser garnicht erst zu zaubern als das der Zauber einen zu hohen Preis „verlangt“. Einen Preis hat er immer, das ist eine Frage des Gleichgewichts. Wenn an einer Stelle des Wyrrd ein Faden „bewegt“ und verändert wird, dann verändern sich auch andere Fäden. Immer das Ganze im Auge behalten und nicht nur den einen kleinen Teil den man bewegen möchte.

runenkreisWer also die Antworten auf diese Fragen nicht oder nur ungenau weiß, sollte lieber garnicht erst mit der Runenzauberei beginnen sondern sich ersteinmal noch eingehender mit den Runen und ihrer Kraft auseinandersetzen.

 

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

cropped-DSC_0437_HDR.jpgSeminar zur schamanischen Runenarbeit:

http://www.tunritha.de/runenseminare.html

 

Kleine Einführung in die schamanische Runenarbeit:

http://blog.tunritha.de/?p=741

Natürlich werde ich auch demnächst wieder Runenseminare anbieten…

Die Termine findet Ihr dann hier:

http://www.tunritha.de/seminare.html

 

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