Runen - kosmisch, 24er Futhark
Nordischer Schamanismus Runen

Runen – das Universum in 24 Zeichen

Eine kosmische Runengeschichte

…was erzählen uns die Runen …

Die 24 Runen des älteren Futharks enthalten für mich das gesamte Universum in 24 Zeichen, sie sind die Matrixsprache des Kosmos. Als solche enthalten sie auch die Geschichte vom Werden und Vergehen des Universums.

Dies ist nur eine von vielen möglichen Lesarten der Runen und sie soll Deiner Inspiration dienen. Sie soll Dir helfen, die Runen noch besser und tiefer zu verstehen. Dich erkennen lassen, wie eng Mythen und Runen miteinander verflochten sein können. Mit zunehmender Kenntnis der nordischen Mythen, sowohl in der Theorie als auch in der eigenen Vision und auf dem Seelenflug, wirst Du selbst Zusammenhänge erkennen und benennen können.

Die von mir hier vorgestellte Interpretation beruht auf den persönlichen Erfahrungen, unverifizierten Glaubenssätzen und visionären Erkenntnissen von verschiedenen Runenpraktikern und auf meinen eigenen Erfahrungen und Gedanken.
Das Erzählte ist KEINE uralte, gesicherte Überlieferung, wohl aber deutlich verbunden und angelehnt an die Völuspa, das Havamal und die verschiedenen Heldenlieder der älteren Edda und in meinen Augen macht es so sehr viel Sinn.

Manches davon versteht man möglicherweise nur in der ganzen Tiefe, wenn man die entsprechenden Lieder und Mythen kennt.

Die Runen enthalten das ganze Universum in 24 Zeichen

Island, Snæfellsnes

Die Aettir – Die Runen Familien

Das ältere Futhark besteht aus 24 Runen, die traditionell in drei Aettir (altnordisch ætt = Familie, Sippe) zu jeweils acht Runen aufgeteilt werden.
Diese Aufteilung ist gut belegt. Sie findet sich u.a. auf zwei Brakteaten der Völkerwanderungszeit. Und ist eine Grundlage für die verschiedenen Geheim- und Zweigrunen-Systeme wie sie schon früh entwickelt wurden.

Die Namen der Aettir

Als Bezeichnung für die verschiedenen Aettir kennen die meisten:
Freys Aett
Hagals Aet
Tyrs Aett

Diese Bezeichnung der Aettir stammen aus Island im 17. Jahrhundert. Das diese Namen schon vorher in Gebrauch waren, darf bezweifelt werden.
Unter modernen Runenwirkenden erfreut sich auch die Variante: Freyas Aett, Hels Aett und Tyrs Aett einiger Beliebtheit. Diese Benamungen der Aettir gehen auf die jeweils erste Rune des Aett zurück und tatsächliche oder auch nur gefühlte Bezüge zu nordischen Göttern.

Keine der üblichen Bezeichnungen spiegelt in meinen Augen tatsächlich ein gemeinsames Thema der Aettir wieder.
Darum habe ich mich für eine neue Benennung entschieden, die sich an der Mythologie und an dem für mich sichtbaren Thema der Aettir orientiert.

  1. Aett – Regins Aett – das Aett der waltenden Mächte – die Schöpfung – die kosmischen Ur-Kräfte – der Ursprung. Regin ist altnordisch und bedeutet „waltende Mächte“ oder auch Götter

2. Aett – Ørlǫgs Aett – das Aett des Gesetzes – das Aett der Nornen – von Schicksal und Erkenntnis – die Regeln von Werden und Vergehen, die das Leben in Midgard bestimmen.

3. Aett – Alda Barna Aett – Das Aett der Zeitgeborenen – Werden, Leben und Vergehen in der Materie – das Geschehen in Raum und Zeit. Die Zeitgeborenen, das sind alle Wesen die in Midgard leben, alle die Anteil haben an Zeit und Raum und die den Gesetzen unterworfen sind.

Die von mir hier vorgestellten Bezeichnungen: Regins-, Ørlǫgs- und Alda Barna Aett leiten sich von den nordischen Schöpfungmythen ab. Sie beruhen auf Namen und Bezeichnungen aus den Mythen und stellen eine Beziehung zwischen den Runen mit diesen Mythen her.
Egal, für welche Aett-Bezeichnung Du Dich künftig entscheiden wirst, keine ist alt und lange überliefert, sondern alle sind sie moderne Interpretationen.

Island

Die einzelnen Runen im Detail

Das erste Aett – Regins Aett – Das Aett der waltenden Mächte

FEHU – Vieh

Der Anfang der Schöpfung – die Völva, die erste Seherin, erinnert sich an die Kräfte, die sie aufzogen.
An die Neun ursprünglichen Welten und an die neun Ividia (Riesinnen). Sie erinnert das Potential und die Kraft.
Fehu – Vieh, lässt an die Urkuh Audhumbla denken und an ihre nährenden Milchströme. Und damit auch an den leuchtenden Metbaum. Hier nimmt alles seinen Anfang.

Der erste Funke. Die goldene Kraft im Inneren. Inneres Wissen. Reichtum.

URUZ – Auerochse, Ur

Urkraft – die eine große Welle, in der Klang (Ymir) entstand. Das Urmeer. Der Urklang.
Hwergelmir – die Quelle, der alle Flüsse entstammen. Die Rune des ersten Wassers, der Ursuppe.

THURISAZ – Thurse, Riese

Der Thurse – der Riese.

Aus Ymr dem Ur-Riesen entstehen die Elemente, die verschiedenen, unbezähmbaren Urkräfte, die wilden Kräfte. Potential der Materie und des materiellen Lebens. Noch ist es lebensfeindlich, trägt jedoch schon den Samen der Fruchtbarkeit in sich. Die Bausteine des Lebens. Rune der Riesen.

Dennoch – wo Riesenkraft vorherrscht, ist kein Ort für Menschen.

ANSUZ – der Ase, die Asen, die Götter

Die Asen bringen Bewusstsein, Lebenskraft und Ordnung in das ursprüngliche Chaos.
Sie (die Asen) geben den Dingen Namen und Bestimmung. Die Rune der Asen.

RAIDO – der Ritt

Sie „ heben“ die Lande aus den Fluten der Unendlichkeit, heraus aus dem Urmeer – d.h. die Asen erschaffen die Dimension des Raums, damit der Entfernung. Sie ermöglichen die Reise.

KENAZ – die Fackel

Und sie erschaffen Zeit. Das Feuer im Kopf. Ständig verzehrt es, alles vergeht in ihm.
Wer die Zeit erfährt, kommt zu Erkenntnis, Erleuchtung und Wachstum aber muss auch selbst vergehen. Menschheitsgeschichtlich ging die Entdeckung des Feuers, möglicherweise einher mit der Erkenntnis der eigenen Endlichkeit. Licht wird ins Dunkle gebracht und lässt die verbleibende Dunkelheit noch dunkler erscheinen.
Daraus entsteht Werden, Erkenntnis, Verstehen und Erleuchtung aber auch Vergehen, Krankheit und Tod. Eine Rune des Erkennens.

GEBO – die Gabe

Die Gabe der Asen – gleichzeitig ein Opfer und Geschenk.
Die Schöpfung selbst – Raum und Zeit für Entwicklung, für Lernen – für Geben und Nehmen.
Stetiger Ausgleich.
Ein ganzes Universum, in dem Entwicklung stattfindet.

WUNJO – Wonne

Ein goldenes Zeitlalter der Wonne.
Der wahre Wille wird verwirklicht und gespürt. Eine Rune der wahren Wonne.

Spüren – Fühlen – Genuss und Freude – all das gibt es nur in Raum und Zeit. Nur die Kraft der Begrenzung und der Endlichkeit lässt Berührung und Begegnung zu.
Entwicklung und Raum werden genossen.
Berührung und Begegnung

Das zweite Aett – Ørlǫgs Aett – Das Aett der Gesetze

Das goldene Zeitalter endet mit dem Erscheinen dreier Riesenfrauen. Die Erschaffung von Raum und Zeit erschafft Schicksal und damit erscheinen die drei großen Nornen, das personifizierte Schicksal. Werden und Vergehen sind ein unveränderlicher und notwendiger Bestandteil des Lebens:

HAGALAZ – Hagel

Zerstörung, Urspung, Ursache, Auslöser. Das, was sein muss, dass was geschehen muss, damit etwas anderes werden kann.

NAUTHIZ – Not

Die Rune von Not und Notwendigkeit, aber auch das Not-Feuer und der Feuerbohrer. Das sich stetig Entwickelnde und Bewegende.
Das stetig Werdende, das für immer Veränderliche.
Die Chance zu Verbesserung und Neubeginn.

ISA – Eis

Blockade und Stillstand, der eine kurze Moment. Die breite Brücke, die vom Frost geschaffen wird. Der Weg in die Zukunft. Die Chance.

JERA – gutes Jahr

Damit ist das wertvolle Midgard erschaffen, die Regeln für die materielle Welt sind geritzt, niedergelegt und gesprochen.
Der Kreislauf von Werden und Vergehen ist vollständig. Die gute Ernte und der sich bewegende Jahreskreis beginnen.
Die „Ernte“ sind stetiges Wachstum, Verstehen und Lernen.

EIWAZ – Eibe

Verbindung zwischen Oben und Unten.

Die Kraft der Manifestation. Alles ist durch Weltenbaum und Wyrd verbunden.
Es ist Zeit, um im Weltenbaum zu hängen. Das heißt das Leben selbst zu erleiden, das Wyrd (die Runen – d.h. die Regeln, das Ausgelegte, das Gesetz, das Orlog) zu erblicken, vom Baum zu fallen, zu erkennen um danach aus dem Kessel…

PERTHO – Fruchtbaum

… der Erkenntnis und des Wissens zu trinken. Zeit, um zu wachsen und zu gedeihen, Zeit um Erkenntnis zu gewinnen.
Schicksal erkennen und verstehen.
Rune von Schicksal, Erkenntnis und Wahrheit. Urbrunnen und Met der Erkenntnis.

ALGIZ – Elch/Schutz

Dabei helfen Schutz und die Schutzgeister der Lebenden,
sowie die Fähigkeit im Moment zu sein.

Gereicht wird der heilige Trunk der Erkenntnis von der Maid mit dem Met. Von Göttin, Norne, Fylgja, Walküre, Dise, Priesterin oder Hausherrin.

Der heilige Trank der Erkenntnis wird von den weiblichen Kräften gereicht. Das heißt äußere Kraft (Held) und innere Kraft (Dise) vereinen sich. Die Einheit von Körper, Geist und Seele – das Ausrichten auf Unsterblichkeit und Zeitlosigkeit.

SOWILO – Sonne

Die Sonne ist Symbol von Seelenkraft und Lebenskraft – sie ist der Schild der Wolken.
Die Vereinigung von Bewusstsein und Seele führen zu Erleuchtung und Unsterblichkeit, zur Auferstehung und Erinnerung.
Das strahlende, leuchtende und verwirklichte Selbst.
Die unsterblichen Alben/Alfen und Ahnen.

Das dritte Aett -Alda Barna Aett – das Aett der Zeitgeborenen

Das Leben in der Materie wiederum selbst erscheint in zwei Formen

als:

TEIWAZ – Gottheit, Tyr

nach außen gerichtete feste Kraft – verbindend und erobernd, zielstrebig, ordnend nach Weisheit und Wissen strebend.
Bewusst.

Und als:

BERKANA – Birke

Nährend, und nach innen gerichtet, die Seelenkraft, die alles weiß und doch nichts sagt. Die aber hinter allem steht und alles miteinander verbindet.
Wenn diese beiden im Gleichgewicht zusammenwirken.

entsteht daraus:

EHWAZ – Pferd

das Pferd (das geritten werden kann).
Liebe. Potential. Teamarbeit. Zwei Laguz. Die Ehe und der Vertrag. Das Versprechen. Gemeinsam wie ein Wesen handeln. An einem Strang ziehen.

Die Basis der …

MANAZ – Mensch

…menschlichen Gesellschaft, des Menschen an sich.
Die Gruppe, der Stamm, die Gemeinschaft. Berührung. Zwei Wunjo…

LAGUZ – Wasser

…verbunden im Leben und in Liebe.
Wasser ist Leben, Gesundheit und Schöpferkraft. Alles Leben kommt aus dem Meer.

Und alles fließt angetrieben von der Kraft des Lebens.
Liebe, Mitgefühl und Heilung ermöglichen den stetigen Fluss von Leben.

Wachsender, grüner Lauch, Entwicklung, Gesundheit.

Durch die Kraft von Laguz manifestiert sich:

INGWAZ – Rune des Gottes Freyr, dem Gott des fruchtbaren Jahres

Fruchtbarkeit, Kinder, Manifestation, Geburt. Das fruchtbare Feld, der Garten.
Das Samenkorn das Gepflanzt wird auf …

OTHILA – Erbe

…dem Land, dem Acker, dem Boden. Das unbewegliche Erbe.

Othila ist das Erbe – zu Vererbendes und Entwickeltes. Es entsteht aus der Folge der Generationen.

Die Ahnen – spirituelle und biologische
auch die DNA

DAGAZ – Tag

Am Ende ist alles Vollständig und alle Möglichkeiten sind gelebt. Alles ist gelernt. Der Kreis ist vollständig.
Das Ende der Zeit und aller Anfang. Ein vollständiger Sonnenlauf, mit Dunkelheit und Licht.

Alle heiligen Handlungen sind getan und der Kreis löst sich auf im Ragnarök – es beginnt ein neuer Lauf der Zeiten.

Tag – Neubeginn – Alles ist wieder offen und kann von vorne beginnen.

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https://wyrd.tunritha.de/s/Tunritha/runenzauber-zauberrunen-1

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3 Kommentare

  1. Schierin says:

    Großartig! Ich verstehe, dass ich mit Hilfe der Runen einen Zugang zu den anderen Dimensionen bekomme, man könnte fast sagen spielerisch und durch regelmäßiges Üben kann ich die Verbindung zu den kosmischen Kräften erfahren . Eine tolle Zusammenfassng – ich hatte mir längst überlegt, einen Kurs zu belegen, jetzt erinnere ich mich erneut an dieses Vorhaben. Ganz herzlichen Dank für den Link zum Blog.

  2. Anonymous says:

    Sehr gut gemacht. Ich befasse mich das erste Mal ernsthaft damit. Da brauch wohl noch etwas.

  3. Luise Glaubig says:

    Vielen Dank für den Link! Es ist viel für den Kopf, wenn man beginnt, sich damit zu beschäftigen, aber es ist schlüssig und … schön!
    Bis bald! Luise

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