Ein Blót für die Neun Maiden vom Lyfjaberg (Heil(mittel/kräuter)berg)

Blót1 an die Neun Maiden vom Lyfjaberg (Heil(mittel/kräuter)berg)

Ein Ritual für Kraft, Schutz und Heilung.

Aus der Edda, Fjölswidlied, Vers 37 – 40:

(…)„ Swipdag (Plötzlich hereinbrechender Tag):

Wie heißen die Mädchen die vor Menglöds Knien (auf dem Lyfjaberg) friedlich zusammensitzen?

Fjölswid (Vielwissender):

Hlif (Leben oder Schutz) heißt eine, die andere Hlifthrasa (Leben oder Schutz-Atmerin),

die dritte Thjodwarta (Beschützerin des Volkes), Björt (Leuchtend) und Bleik (Blonde/Helle),

Blid (Freundlich) und Frid (Frieden), Eir (Hilfe/Gnade) und Aurboda (Materie-Geberin).

Swipdag (Plötzlich hereinbrechender Tag):

Sag mir dies, Vielwissender, was ich Dich fragen werde und was ich wissen will:

Schützen sie die, die ihnen opfern (blóta ), wenn es dessen bedarf?

Fjölswid: Sie helfen, wo man ihnen opfert, am altarheiligen Platz.

Keine noch so große Gefahr kommt zu der Menschen Söhne, jeden retten sie aus Nöten.“ (…)

Du brauchst:

Eine Kerze oder ein Feuer,

Opfergaben (etwas das Du selber gerne isst)

Ein Getränk das Du gerne trinkst

Streichhölzer oder Feuerzeug

Einen Platz, drinnen oder draußen an dem Du Dich sicher und ungestört fühlst.

Wenn Du einen heiligen Ort hast, einen Altar oder ähnliches ist dieser besonders geeignet.

Ablauf

Vorbereitungen

Reinige Deinen Ort und Dich selbst wie Du es gewohnt bist.

Eröffne heiligen Raum, so wie Du es gewohnt bist.

Das Ritual

Entzünde Deine Kerze oder Dein Feuer.

Sprich dazu:

Ihr Geister

der Erde und des Feuer,

des Landes und des Wassers.

Ihr leuchtenden Disen

und waltenden Mächte

in Asgard, Midgard und Utgard.2

Wirklichkeit wollen wir

zum Wohle wandeln.

Für Gute Ernte und Frieden!

(zeichne eine Jera Rune in die Luft und imaginiere sie golden leuchtend)

Nimm Deine Opfergaben in die Hände und sing (oder sprich):

Heil Tag – Heil Kinder des Tags

Heil Nacht und Verwandte

Seht mit freundlichen Augen hierher zu uns

und gebt den sitzenden/stehenden Sieg

Heil Aesir, Heil Asyniur

Heil der fruchtbaren Erde

Wortgewandtheit und Weisheit gewährt uns

und heilkräftige Hände solange wir leben!

Sprich:

Heil Menglöd und ihren Maiden

auf dem Berg der Heilung

Heil Hlif (Leben oder Schutz) und Hlifthrasa (Leben oder Schutz-Atmerin),

Heil Thjodwarta (Beschützerin des Volkes),

Heil Björt (Leuchtend) und Bleik (Blonde/Helle),

Heil Blidr (Freundlich) und Frid (Frieden),

Heil Eir (Hilfe/Gnade) und Aurboda (Materie-Geberin).

Schenkt uns(/mir/den meinen/x/den Menschen) Schutz und Segen

Hilfe und Heilung

an diesem heiligen Ort und zu dieser heiligen Zeit.

Mögen Eure Gaben dieses Land und seine Wesen

segnen.

Opfere nun Deine Gaben in dem Du einen kleinen Teil selber isst und einen anderen Teil

verbrennst, vergräbst oder zur Seite stellst um es später zu kompostieren.

Sing oder sprich:

Ich (Wir) bitten um den Segen der heiligen Neun

Zum Schutz

zum Schirm

zum Schild

Für Dich

für mich

für uns alle hier

Heut am Tag

in der Nacht

zu aller Zeit

Erhebe nun Dein Glas (Becher etc.) und sprich:

Für Dich Menglöd

und für Euch ihr Neun

Für Euch auf dem Heilberg

(trinke)

Anschließend kannst Du noch auf andere Mächte, Wesen, Götter oder Ahnen Deiner Wahl trinken.

Du kannst jetzt noch eine Zeilang am Feuer, bei der Kerze sitzen und Segen und Schutz genießen.

Oder Du beendest das Ritual und schließt den heiligen Raum wieder.

Abschluss:

Sprich:

Heil Aesir Heil Asynjur

Heil den waltenden Mächten

Was genommen wurde, wurde wahrhaft gegeben

und was gegeben wurde, wurde wahrhaft genommen

Der Segen der Neun wurde für Land und Leute erbeten

Dieses Blot ist nun beendet

Kehrt alle dorthin zurück

wohin es Euch zieht

und kommt bitte wieder

wenn wir Euch rufen

Für gute Ernte und Frieden.

Lösche die Kerze

lass das Feuer zu Ende brennen

1 Das Wort Blót geht auf das protogermanische Verb *blōtaną, das „opfern, verehren“ bedeutet.

Man geht außerdem von einer Verbindung zu dem protogermanischenVerb *blōaną „blasen, blühen, sprießen“ und dem Nomen *blōmô „Blüte“ aus. Im Althochdeutschen ist das Wort bluoz-hūz „Tempel“ belegt.

2 Asgard – altnordisch Ásgarðr: Heim oder Garten der Asen

Midgard – altnordisch Miðgarðr: Heim oder Garten der Menschen bzw. der materiellen Welt

Utgard – altnordich Útgarðr : Außenwelt, die Welt außerhalb von Menschen und Göttern, Welt der Riesen.

Im Fjölswidlied liegt der Heilmittelberg in Utgard.

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Ein Runenzauber für Gesundheit und Heilung

Aus meiner Sicht, sind die Runen so etwas wie die Matrix-Sprache des Universums. Sie bilden das Wyrd (das Netz des Gewordenen, die Wirklichkeit) und in ihnen zeigt sich das Ørlǫg (das Ausgelegte/das Schicksal/das Gesetz des Kosmos). Mithilfe von Runenkraft und Zauber lässt sich Wirklichkeit zum Wohle wandeln.

LaukaR (oder LaukaZ) – Runenzauber und magisches Wort

LaukaR ist die zweithäufigste magische Runeninschrift im älteren Futhark. Es wird häufig aber nicht ausschließlich auf den Bracteaten1 der Völkerwanderungszeit gefunden.

LaukaR (und auch LaukaZ) bedeutet im engeren Sinne “Lauch” (alle lauch- oder zwiebelartigen Pflanzen wie Lauch, Porree, Küchenzwiebel etc.) und in einem weiteren Sinn meint LaukaR (LaukaZ) Gesundheit, Heilung, Wohlbefinden.

Pflanzen aus der Lauch- oder Zwiebelfamilien wurden in der Heilkunde für verschiedenste Zwecke genutzt wie Brüche, Schwellungen, Entzündungen etc. sowohl bei Tieren als auch bei Menschen. Lauchpflanzen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie wirken sich positiv auf unterschiedlichste Stoffwechselprozesse aus, stärken das Immunsystem, Herz und Kreislauf und vieles mehr. Zudem wirken Lauch und seine Verwandten antibakteriell, antiviral und antimykotisch.

Der Name der Rune Laguz (L-Rune) wird im Proto-Germanischen, der Sprache des älteren Futharks auch mit Laukaz rekonstruiert. Der Runenname selbst bedeutet Wasser/See oder Lauch.

Überliefert sind verschiedenste Verkürzungen des magischen Wortes LaukaR, bishin zu einer Verkürzung allein auf die L-Rune.

Die einzelnen Runen von LaukaR und ihre Bedeutung2

Man kann meiner praktischen Erfahrung nach, statt der AlgiZ Rune auch die Raido Rune benutzen. Dabei liegt der Fokus dann weniger auf Schutz vor Krankheit und dafür mehr auf dem der Gesundung wenn man schon krank ist.

Die Schreibweise mit der Raido-Rune entspricht jedoch nicht der Überlieferung auf den Brakteaten. Und natürlich kann man auch die Schreibweise mit Algiz für einen bereits Erkrankten wirksam verwenden.

Basiswissen Kerzenzauber

Eine der beliebtesten Zauberformen in der Volksmagie ist der Kerzenzauber. In seiner einfachsten Form kennen wir ihn wohl alle, wenn wir Geburtstagskerzen auspusten und uns dabei fest etwas wünschen. Kerzenzauber lassen sich frei von religiösen und weltanschaulichen Bindungen aus­üben, obwohl ein Teil ihrer Beliebtheit auch auf die kirchlichen Bräuche der Kerzenweihe zurück­geht.

Ganz ursprünglich entstammen Kerzenzauber den sehr viel älteren und ebenfalls sehr vielfältigen Feuer- und Herdfeuer-Zaubern wie etwa den Not-Feuern oder auch den jahreszeitlichen Feuer­bräuchen. Das Licht in der Dunkelheit, die flackernde Flamme – zu all dem haben Menschen be­reits seit Jahrtausenden auch einen magischen Bezug und versuchen, die Kraft von Feuer und Licht zu nutzen. Beim Kerzenzauber ist aber nicht nur die Flamme magisch und wichtig, sondern auch das Material: die Kerze selbst.

Beim Kerzenzauber verankern wir unseren Wunsch oder unser Gebet ans Universum in einen Ge­genstand, also in die Kerze. Mit dem Abbrennen der Kerze überträgt sich dieser Wunsch dann auf das feine Gewebe des Universums und zieht die für die Verwirklichung nötigen Dinge an.

Beispiele für solche Kerzen sind u.a. die sogenannten Schauer- oder Gewitterkerzen. Dies sind ge­segnete Kerzen, die vor allem im alpenländischen Brauchtum auch heute noch bei nahendem Un­wetter Blitzeinschläge oder Sturm- und Wasserschäden fernhalten sollen.

Beim Kerzenzauber spielen die magischen Korrespondenzen eine wichtige Rolle. Es gilt wie immer in der Magie oder auch im schamanischen: Energie folgt der Aufmerksamkeit! Je klarer die Aufmerksamkeit und die Konzentration von Zauber und Zauberndem auf das Erwünschte ausgerichtet sind, desto besser funktioniert auch der Zauber.

Kerzen-Runenzauber LaukaR

Bei dem Zauber den ich Euch heute zeigen möchte, verbinden wir Runenmagie und die alte LaukaR Runenformel mit dem Kerzenzauber.

Dies ist kein altes, überliefertes Ritual sondern ein praktisch-magisches heutiges Runenritual.

Selber habe ich dieses Ritual schon unzählige Male für meine Klienten, meine Familie und mich selbst ausgeführt. Sehr häufig mit erstaunlichen Resultaten und Erfolg.

Es ist auch ein Bestandteil meiner Runenkraft-Ausbildung und wird auch von meinen Kursteilnehmern ausnahmslos als sehr kräftig und heilsam beschrieben.

Du benötigst dafür die folgenden Zutaten:

Eine Kerze (Tafelkerze oder auch eine Weihnachtsbaumkerze) (Farben: Weiß, hellblau oder bienenwachs-gelb)

Etwas zum Ritzen ins Wachs – ein Messer, ein Zahnstocher, ein Nagel, ein Federkiel etc.

Etwas zum Reinigen von Dir, der Kerze und Deinem Werkzeug (Räucherrung, Florida-Wasser, Vier-Diebe-Essig, Salzwasser etc.)

Etwas zum Röten (rotes Farbpulver, roten Ocker, einen Tropfen Deines eigenen Blutes, roten Pflanzensaft etc. evtl. mit etwas Öl (Johanneskrautöl, Olivenöl etc.) vermischt.

Einen Teller oder ähnliches zum Abbrennen der Kerze

Optional:

Segnende, heilende Kräuter nach Wunsch

Anleitung zur Durchführung:

Lege Dir alle Zutaten und Werkzeuge bereit.

Reinige alles alles was Du an Werkzeuge und Gegenständen (Kerze, Messer, Teller) benutzen möchtest nach einer von Dir bevorzugten Methode. Räucherung, Gesang, Florida-Wasser, Vier-Diebe-Essig, Salz und Wasser etc… Farbe, Öl und Kräuter brauchst Du nicht extra reinigen.

Wenn Du die Kerze dabei mit den Händen abstreifst bewege Deine Hände immer zum Docht hin nach oben.

Danach reinigst Du Dich selbst ebenfalls nach einer von Dir bevorzugten Methode.

Schritt 1: Ritzen

Nun ritzt Du in die Kerze den Namen desjenigen dem Du Heilung und Gesundheit wünschst. Dies kann eine einzelne Person sein, Du selbst, ein Ort, eine Familie. Beachte dabei immer das Du die Erlaubnis oder den Auftrag des- oder derjenigen brauchst oder das Du der/die gesundheitlich Verantwortliche für diese Person sein musst (z.B. bei Kindern, Tieren oder Bewusstlosen).

Ritze den Namen dabei ebenfalls in Richtung Kerzenspitze. Du legst also die Kerze vor Dich mit der Spitze nach Rechts und schreibst dann den Namen, wie gewohnt von Links nach Rechts.

Jetzt rollst Du die Kerze ein Stück nach oben und ritzt die Runen. Ebenfalls von Unten nach oben, bzw. in Richtung Docht. Du kannst dabei das gesamte magische Wort LaukaR ausschreiben, es verkürzen auf: LakR, LkaR, LaukR, LuR, LR oder auch nur die Laguz – Laukaz Rune selbst einritzen.

Je weniger Du Dich mit Runen auskennst um so weniger Runen solltest Du einritzen.

Je nach Größe der Kerze und Deiner Schrift kannst Du Namen und Runen jeweils einmal oder auch mehrfach einritzen.

Schritt 2: Röten

Jetzt färbst Du Deine geritzten Zeichen mit einer roten Farbe Deiner Wahl. Dies macht die Runen und Zeichen lebendig. Achte auch hierbei darauf das Du immer in Richtung Docht streifst.

Schritt 3: Raunen

Dieser Schritt bringt den Zauber erst so richtig in Schwung und lässt ihn wirken. Jetzt besingst, bebetest und besprichst Du die Kerze und die eingeritzten Runen.

Energie folgt der Aufmerksamkeit – richte Dich also auf das aus was Du erreichen möchtest. Singe die einzelnen Runen, töne LaukaR oder LaukaZ, bete um Gesundheit, Ganzheit und Heilung. Du kannst dazu auch trommeln, rasseln oder ähnliches.

Folge Deiner Intuition wann es genug ist und der Zauber vollständig ist.

Du kannst dies auch mit dem Ziehen von Runen, Pendeln oder ähnlichem prüfen.

Wenn Du fertig bist, befestige die Kerze auf der feuerfesten Unterlage und zünde sie an, wann immer der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Meiner Beobachtung nach ist dieser Zauber besonders wirksam wenn Du die Kerze entweder vormittags, bei aufsteigender Sonne oder in der Zeit des zunehmenden Mondes anzündest. Du kannst die Kerze zwischendrin auch löchen und sie an einem anderen Tag weiterbrennen lassen.

Wenn Du eine besondere Beziehung zu bestimmten Kräutern hast, kannst du diese ebenfalls bebeten und noch um die Kerze auf dem Teller herumstreuen oder diese während des Zaubers räuchern.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei diesem Zauber, mögen die Götter, Geister und Ahnen mit freundlichen Augen auf Dich schauen.




Dieser Beitrag als Video:

Falls Du Lust auf mehr Runenkraft und Runenzauber hast, dann schau Dich doch auf meiner Homepage um – dort findest Du sowohl einen Fernkurs zu den Runen als auch eine zwei jährige Ausbildung im nordischen Schamanismus mit Schwerpunkt auf den Runen: https://www.tunritha.de/

Bezugsquellen:

Roten Ocker kaufe ich bei https://beowulf-shop.de/Ocker-rot-fuer-Ritual-und-Gestaltung–10-ml.html

1Brakteaten sind Münzen oder Medaillen, die aus einem dünnen Metallblech einseitig und auf einer weichen Unterlage geprägt wurden. Sie wurden häufig als Amulett getragen.

2Fettgedruckt sind die wörtlichen Übersetzungen der Runennamen, die nicht fettgedruckten Bedeutungen entsprechen persönlichen Erfahrungen und Assoziationen damit durch mich oder auch andere Runenpraktiker.

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Der Essig der vier Diebe oder auch der Pestessig

Der Essig der vier Diebe

Der Essig der vier Diebe entstand in den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts in Südfrankreich.

Die Pest wütete besonders schlimm in Städten wie Toulouse und Marseile. Es gibt eine Legende wonach sich vier Räuber durch diese Essig-Tinktur erfolgreich vor Ansteckung schützen konnten. Sie beraubten zahlreiche Pestkranke und – tote und waren dennoch nicht selbst erkrankt. Darum wurde ihnen vor Gericht Straffreiheit angeboten wenn sie verrieten wie ihnen dies gelungen war. Sie folgten der Aufforderung des Gerichts und gaben das Geheimnis preis. Angeblich trugen sie bei ihren Raubzügen in diesen Essig getauchte Tücher vor Mund und Nase und wuschen mit dem Essig auch sich selbst und ihr Diebesgut. Zum Schutz gegen Infektionskrankheiten sollte man sich mit dem Pestessig den Mund ausspülen, verschiedene Körperteile damit waschen oder ein paar Löffel täglich einnehmen. Aufgrund dieser Legende wird der Vier Diebe Essig auch “Pestessig” genannt.

Diese Legende verbreitete sich rasch in ganz Europa und heute sind uns etliche leicht unterschiedliche Varianten ehrhalten geblieben. Die meisten enthalten einige der folgenden Kräuter in Essig ausgezogen: Wermutkraut, Rosmarin, Wacholderbeeren, Lavendel, Kalmuswurzel, Knoblauch, Zimt, Muskat, Gewürznelken, Pfefferminze, Engelwurz und Kampfer.

Meyers Konversations-Lexikon von 1888 gibt an, der Pestessig werde: „…auch jetzt noch zum Räuchern von Krankenzimmern benutzt. Man behandelt Wermut, Raute, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, von jedem 22,5g, Lavendelblüten 30g, Engelwurzel, Kalmuswurzel, Knoblauch, Zimt, Muskatnuß, Gewürznelken, von jedem 3,75g, mit 2kg Weinessig und 120g konzentriertem Essig, preßt nach einigen Tagen ab und setzt 11g Kampfer, in 30g Alkohol gelöst, hinzu.“

Der Vierdiebe Essig fand, aufgrund seiner Wirksamkeit, auch Eingang in zahlreiche magische Traditionen und Zauber. U.a. in die europäische Volksmagie als auch ins afro-amerikanische Hoodoo. Er gilt als mächtiges Mittel um Schaden, Neid, den bösen Blick und Krankheit von Haus und Hof fernzuhalten.

Bitte beachte das es sich bei dem folgendem Rezept um ein Rezept aus der traditionellen Volksheilkunde – und Volksmagie handelt. Die Herstellung, Anwendung und Benutzung ist auf eigene Gefahr und Verantwortung. Ich selbst verwende den 4 Diebe Essig vor allem zum Gurgeln, für die spirituelle Reinigung und im Wischwasser. Wenn Du Dich mit den Pflanzen nicht auskennst oder unsicher bist dann erkundige Dich bei der Kräuterfachfrau – dem Kräuterfachmann Deines Vertrauens.

Grundrezept für 500ml. Essig:

(um eine Antivirale Wirkung gegen behüllte Viren zu erreichen als Flächendesinfektion, kann man den Essig auch mit 70% Alkohol ersetzen.)

Je 1 Esslöffel Salbei, Lavendelblüten, Rosmarin und Thymian.

Dazu können verschiedene weitere abwehrende und stärkende Kräuter gegeben werden wie z.B.

1 Esslöffel Pfefferminze.

1 Esslöffel Wermut

1 Esslöffel Bibernell

3 Knoblauchzehen

3 Gewürznelken

1 Esslöffel Beifuß

1 Esslöffel Angelica Wurzel

½ TL gemahlener Zimt

½ TLMuskatnuss

Zubereitung:

Die Kräuter grob zerkleinern, Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Alle Zutaten in ein ver­schließbares Glasgefäß geben und 14 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen, täglich schütteln. Durch einen Filter gießen und in saubere Flaschen füllen.

Anwendung:

Der Vier Diebe Essig kann dem Putzwasser hinzugegeben werden um negatives aber auch Krankheitskeime zu vertreiben. Ihm wird nachgesagt er würde böse und negative Einflüsse abwehren und Feinde fernhalten.

Er kann auf einem heißen Stein tröpfchenweise! geräuchert werden oder vorbeugend oder bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich 3x täglich 2 EL Essig mit einem Glas Wasser verdünnt trinken oder damit gurgeln.

Anwendung, Herrstellung etc. immer auf eigene Gefahr.

Der vier Diebe Essig bietet keinen adäquaten Schutz vor der Ansteckung mit Corona-Viren. Er kann jedoch unterstützend wirken.

Die Anwendung erstetzt selbstverständlich nicht den Besuch beim Arzt.

Auch gibt es meines Wissens nach keinerlei Studien über seine tatsächliche Wirkung auf Viren.

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Was ist Schamanismus?

Schamanismus ist keine einheitliche Religion, sondern eine kulturübergreifende Form religiöser Wahrnehmung und Praxis.“

-Piers Vitebsky-1

Eines vorweg – es gibt ihn nicht, DEN einen Schamanismus. Statt dessen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichsten Schamanismen.

Verschiedenste schamanische Wege durch zahlreiche Zeiten und Räume hindurch. Gemeinsam sind diesen Schamanismen der Welt: der veränderte Bewusstseinszustand.

In diesem besuchen Schamanen oder schamanisch Praktizierende, für das normale Bewusstsein unsichtbare Welten.

Dort kommunizieren sie mit Geistern. Sie werden von diesen ausgewählt, unterstützt und darin unterwiesen Segen, Hilfe, Kraft und Heilung für Einzelne, die Gemeinschaft, die Welt oder einfach nur für sich selbst mitzubringen.

Dazu auch Mircea Eliade2 :

Schamanismus = Technik der Ekstase [, bei der die] Seele den Körper [des Schamanen] zu Himmels- und Unterweltfahrten verlässt.“

und

Schamanen sind Menschen, die sich mit Hilfe von Ekstasetechniken auf transzendenten Wegen in metaphysische Regionen begeben, um dort für ihr gesellschaftliches Umfeld bestimmte nützliche Ziele zu erreichen.” 2

Zur Etymologie3 der Begriffe „Schamane“ und „Schamanismus“

Der Begriff Schamane ist ein Lehnwort aus dem Ewenkischen4 und leitet sich vom evenkischen Wort šaman her.5

Die Etymologie des ewenkischen Begriffes selbst ist jedoch umstritten und es existieren verschiedene Theorien:

šaman wird u.a. übersetzt mit: Jemand, der erregt, bewegt, erhoben ist; um sich schlagen; verrückt; verbrennen.

Auch die Übersetzung mit der Erhitzte erfreut sich einiger Beliebtheit u.a. auch weil viele Schamanen von starken, inneren Hitzegefühlen während der Praxis berichten.

Aus der mittelindischen Sprache Pali stammt das Wort śamana, was soviel wie Asket oder auch Bettelmönch bedeutet.

Eine andere mögliche Herleitung wäre auch vom Verb sa – wissen, denken, begreifen. Dann wäre Schamane gleichbedeutend mit Wissender.

Schamanismus wird häufig als die älteste, nachweisliche Form religiösen Denkens beim Menschen bezeichnet.

Das im 17. Jhd. aus dem ewenkischen eingedeutschte Wort Schamane erweitert sich in seiner spezifischen, auf die sibirischen Schamanen begrenzten Bedeutung, etwa Mitte des 20. Jahrhunderts, zu einem wesentlich allgemeinereren Begriff von Schamanismus. Es beschreibt nun ein weltweit und seit der Vorgeschichte auftretendes Phänomen.

Hier gilt insbesondere der rumänische Religionswissenschaftler Mircea Eliade als Pionier der Begriffsweitung von „Schamanismus“.

Dieser Begriff bezieht sich nun nicht mehr auf eine bestimmte, regional auftretende Kultur, sondern auf ein religionswissenschaftliches Phänomen das man überall auf der Welt zu entdecken meinte.

Es ist daher ein für die Religionswissenschaft und Religionsgeschichte geschaffener Oberbegriff. Dieser bezeichnet keine einheitliche Religion oder Ideologie sondern ein in unterschiedlichen Kulturen zu beobachtendes Phänomen, das sich durch Ekstase, Beseeltheit der Welt, Geisterkontakte etc. auszeichnet.

Da sich die konkreten Konzepte und Kosmologien je nach Region und Zeit schon sehr unterscheiden können, ist es vorzuziehen von Schamanismen zu sprechen statt von dem einen Schamanismus.

Unter Schamanen wiederum werden diejenigen verstanden, die in ihren jeweiligen Gruppen (Sippe, Familie, Stamm etc.) den Schamanismus aktiv praktizieren. Das heißt Trance, Seelenflug, Kontakt mit Geistern, Heilungen, Jenseitsreise, Riten etc. und von den ihren (Geistern wie Menschen) auch als Schamanen anerkannt werden. Die Rolle des Schamanen/der Schamanin wird nicht immer freiwillig gewählt und gilt ob der großen Hingabe und Verantwortung die vom Schamanen erwartet werden, in manchen indigenen Kulturen als große Last. In einigen anderen indigenen, schamanischen Kulturen wiederum schlüpft etwa die Hälfte oder auch noch mehr der Bevölkerung regelmäßig in die Rolle des Schamanen.

Die ewenkischen Schamanen, auch wenn sich der Begriff vom ewenkischen ableitet, sind nicht der einheitliche Ursprung oder das Urbild des Schamanen oder des Schamanismus.

Der Schamanismus der Aborigines ist z.B. weit älter. Aber die sibirischen Schamanismen sind für die Schamanismus-Forschung von besonderer Bedeutung, da sich hier die grundlegenden Phänomene (Seelenflug, Geister, Trance, Heilungen, Jenseitsreise, Riten etc.) besonders eindeutig beobachten lassen.

In den meisten indigenen Schamanismen gibt es sowohl männliche als auch weibliche Schamanen.

Genauso unterschiedlich wie die einzelnen Schamanismen, sind auch die regionalen Bezeichnungen für Schamanen.

So heißen die samischen Schamanen Noaide, die koreanischen Mudang, die der Inuit Angakok oder Angagkok usw.. Jede Region und Kultur hat ihre eigenen Bezeichnungen für ihr schamanisches Fachpersonal.

Andere Begriffe wie Medizinmann/Frau, Geisterbeschwörer*in, Hexe, Zauberer usw. lassen sich nicht scharf vom Begriff des Schamanen abgrenzen.

https://www.tunritha.de/

1Vitebsky, Piers: Schamanismus. Reisen der Seele, Magische Kräfte, Ekstase und Heilung, veränd. Neuaufl. (21. Mai 2007) , TASCHEN GmbH

2Eliade, Mircea: Schamanismus und archaische Ekstasetechnik. Suhrkamp; Auflage: 1. (2006)

3Etymologie: Wissenschaft von der Herkunft, Entwicklung und Geschichte der Wörter und ihrer Bedeutungen

4Die Ewenken (auch: Evenki; alte Bezeichnung: Tungusen) sind ein aus zahlreichen regionalen Gruppen und Clans bestehendes indigenes Volk. Ewenkische Gruppen leben über ein Gebiet verstreut, das größer ist als Europa. Außer in der Mehrheit der Regionen Sibiriens gibt es Ewenken in der Mongolei und in der Volksrepublik China (Rentier-Ewenken, Solonen, Bargu-Ewenken). Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Ewenken

5M. Eliade: Schamanismus und schamanische Ekstasetechnik. Frankfurt am Main 2001, S. 457 ff

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Die nordische Fylgja

Was ist die Fylgja?

Die Fylgja ist ein Schutzgeist und Seelenwesen, ähnlich dem bekannteren Krafttier. Sie ist nur im schamanischen Bewusstseinszustand oder für seherisch begabte Menschen sichtbar. Anderen erscheint sie nur in Zeiten großer Not oder im Traum, auch wenn sie immer bei ihrem Schützling weilt.

Im Gegensatz zum Krafttier stammt die Fylgja jedoch nicht aus dem amerikanischen Core-Schamanismus oder dem Schamanismus der amerikanischen Natives, sondern sie ist die Seelenbegleiterin und der Schutzgeist der nordisch, europäischen Mythen. In den nordischen Mythen ist die Fylgja immer weiblich.

Fylgja ist altnordisch und heißt soviel wie “Folgerin”. Sie folgt ihrem Schützling durch seine inkarnierten Leben – zumindest so lange der Kontakt nicht abreist oder gestört wird. Sie hilft, berät, unterweist und schützt. Manchmal ist das was wir für unsere innere Stimme oder unsere Intuition halten eigentlich ein Rat der Fylgja.

Die Fylgja begleitet uns Menschen durch unser Leben, um uns zu helfen uns selbst, unseren Seelenplan und unsere ureigene Kraft zu erkennen.
Sie hilft unserer Seele dabei sich zu entwickeln, sich zu erinnern, wer sie ist und warum sie in dieses Leben inkarniert ist. Sie unterweist uns, beschützt uns und verleiht uns Kraft. Eine enge Verbindung zur Fylgja kann großes Glück, Kraft und Zufriedenheit in Dein Leben bringen.

Die Fylgia ist kein Teil Deiner Psyche oder Deiner Persönlichkeit, aber sie kann Aspekte Deiner Seele, Deiner Persönlichkeit oder auch Deiner Vitalkraft spiegeln.

Die Verbindung zwischen persönlicher Fylgia und Mensch kann dauerhafter oder sogar lebenslanger Natur sein, oder auch nur vorübergehend.
Die Verbindung zur Fylgja kann Schaden nehmen oder abreißen, dies kann eine Ursache für Kraftlosigkeit, Ziellosigkeit oder auch Unglück sein. Die Verbindung kann aber glücklicherweise auch reaktiviert werden.

Ein Mensch kann mehr als eine Fylgja haben. Neben der persönlichen Fylgja gibt es auch Ahnen- oder Familien-Fylgjen die ganzen Familien oder Clans durch die Zeiten und Inkarnationen folgen und sie beschützen.

Manche Fylgien sind tiergestaltig, weshalb es hier auch deutliche Überschneidungen zu den bekannten Krafttieren gibt. Andere erscheinen manchmal in Gestalt eines Tieres und manchmal in Gestalt einer Frau.
Oft werde ich gefragt, ob Krafttier und Fylgia nicht ein und dasselbe sind. Die Antwort ist ein klares Jein.
Fylgia und Krafttier stammen aus unterschiedlichen, schamanischen Weltbildern und sind nicht zu 100% deckungsgleich.
Der tiergestaltige Schutzgeist, den Du bisher vielleicht als Dein (ein) Krafttier kanntest, kann durchaus identisch sein mit Deiner Fylgia.

Am einfachsten begegnest Du Deiner Fylgja auf einem Seelenflug, der schamanischen Reise. So kannst Du sie (wieder)finden und kennenlernen. Die Suche und der (dauerhafte) Kontakt zur Fylgja ist Bestandteil des nordisch-schamanischen Basiskurses im Seelenflug von http://www.tunritha.de/

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Die Neun Maiden…

Der Beginn einer Reise…

Es ist schon eine Weile her, da begegneten mir, auf einer schamanischen Reise, zum ersten Mal Neun heilige/weise Frauen… zuerst dachte ich, dies sei einfach ein ganz persönliches Erleben. Diese Gruppe jedoch trat immer wieder und immer vehementer in mein Wirken und Erleben und so machte ich mich auf, sie auch in den alten Mythen und Legenden zu suchen. Und siehe da, ich war weder die Erste noch die Einzige, die sich auf diese Suche begeben hat.  Die diesen Frauen in Mythos und im persönlichen, schamanischen Erleben begegnet ist und von ihnen fasziniert und berührt war. Und was ich fand und immer noch weiter finde, hat mich nachhaltig beeindruckt und lässt mich schon seit längerem nicht mehr los.

Doch bevor ich Euch mehr zu den Neun Maiden erzähle, möchte ich Euch verschiedene Gruppen heiliger Frauen, Göttinnen und Ahninnen aus den nordischen Mythen und Überlieferungen kurz vorstellen.

 

 

Die heiligen Frauen des Nordens….

 

Die Nornen

Eine der bekanntesten sakralen Frauengruppen in den nordischen Mythen sind wohl die Nornen, (altnordisch Norn (sg.), Nornar (pl.)) die Schicksalsfrauen.

Die allermeisten kennen die drei Nornen Urd, Werdandi und Skuld, diese befinden sich laut der Völuspa am Urdbrunnen1 (Schicksalsbrunnen):

[…] sie ritzen ins Holz, […] sie legten Bestimmungen fest, sie wählten das Leben den Menschenkindern.“

Die Namen der drei Nornen am Brunnen:

Urd – Gewordene oder Schicksal

Werdandi – Werdende

Skuld – Schuld oder das (dem Gewordenen) Geschuldete, das Sollende

Neben den drei Nornen am Schicksalsbrunnen gibt es jedoch auch eine Vielzahl an Nornen, die u.a. jeden Menschen bei seiner Geburt besuchen und ihm sein Schicksal bestimmen.

Die persönlichen Nornen werden u.a. im ersten Lied von Helgi, dem Hundingstöter in der poetischen Edda erwähnt, aber auch in zahlreichen anderen Quellen und den isländischen Sagas.

Siehe auch: Poetische Edda: Fafnismal; Snorri Sturlusons Edda: Gylfaginning.

Die Matronen

Die Matronen oder auch Matres und Matrae, Mütter, wird eine Gruppe von Muttergöttinnen genant denen im 1. – 5. Jahrhundert sowohl in keltischen als als auch in germanischen Gebieten geopfert wurde.

Dieser Kult fand seine Verbreitung vor allem in den römisch besetzten Gebieten. Der Ursprung des Matronenkultes und der genaue Inhalt ist nicht ganz klar. Die Forschung geht jedoch davon aus das die Ursprünge nicht römisch sind, sondern jeweils regionalen, einheimischen Bräuchen und Vorstellungen entsprangen, wie diese eben auch im späteren Glauben an Disen, Nornen und Walküren sichtbar werden. In den verschiedenen, erhaltenen Inschriften und Matronennamen erschließt sich das der Nothilfeaspekt und ihre Rolle als Beschützerinnen überwiegt. So wurden sie wohl vor allem angerufen für den Schutz der Familie, Fruchtbarkeit und Geburtshilfe. Möglicherweise sind sowohl die Matronen, als auch die Disen (und die Südgermanischen Idisen) ursprünglich auch Kriegsgöttinnen gewesen. Die vom Schriftsteller Beda erwähnte Mutternacht (Modraniht) und das Disenopfer sprechen für ein Fortleben des Matronen-Kultes. Auch die zahlreichen Drei-Jungfrauen Kulte in der Zeit nach der Christianisierung sind wohl als Fortbestehen dieses Kultes zu betrachten.

Die Walküren

Den Nornen und Fylgien nicht unähnlich und manchmal nur schwer von ihnen abzugrenzen sind die Walküren.

Ihr Name Walküre altnordisch Valkyrjar geht wohl auf Valr (Schlachtfeld oder die Toten auf dem Schlachtfeld) und kjosa – wählen zurück.

Ursprünglich waren sie in der Vorstellung der Menschen wohl vor allem diejenigen denen die auf dem Schlachtfeld Gestorbenen zufielen.

Mit der Zeit wandelte sich die Vorstellung jedoch hin zu den totengeleitenden Töchtern Odins oder Freyjas, den Schildmaiden oder Schwanen- (Raben) -Jungfrauen, die unter den Gefallenen diejenigen auswählen die zu Freya nach Fólkvangr oder zu Odin nach Walhall gebracht werden.

Sie werden auch Odins meyar (Odins Mädchen) und Oskmeyjar (Wunschmädchen – Mädchen die Odins Wünsche erfüllen) gernannt.

Walküren treten meist in Gruppen von 9 oder 12 auf, jedoch hat man ihre Zahl wohl als unendlich betrachtet. In einigen Heldenliedern wie im Völundarkviða oder den Helgiliedern tauchen Walküren auch als persönliche Schutzgeister oder Fylgjur auf, die den Helden beraten und schützen.

Die Völven

Über die nordische Völva – Wahrsagerin, Seherin, Zauberin, und Weise Frau, wissen wir heute leider nicht viel mit Sicherheit zu sagen. Sie scheint jedoch äußerst geachtet und anerkant gewesen zu sein.  Die Bezeichnung Völva rührt vermutlich von völr – Stab her.  Völva hieße dann wörtlich „Stabträgerin“. Die Volur (Völven) praktizierten, geht man nach den Quellen der nordischen Literatur und Mythen sowohl Zauber (Seidhr, Galster/Galdr) als auch Wahrsagerei (Spá). Sie versetzten sich dabei vermutlich in einen sogenannten schamanischen Bewusstseinszustand, um Antworten auf Fragen zu suchen und um die Geschicke der Menschen zu beeinflussen.

In der Erikssaga (eigentlich „Saga von Erik dem Roten“) wird uns in einer Geschichte von der Seherin Þórbjörg Lítilvölva (kleine Seherin) berichtet. Þórbjörg lässt sich dabei mit einem Zauber- und Trancelied, dem Vardlokkur, einem Lockgesang fur die Geister, in Trance singen und erhält so Rat und Botschaft aus der Anderswelt. Dies trägt sich während einer großen Hungersnot in Grönland zu.

Sie wird an den Hof von Thorkell gerufen, dem größten Bauern der Gegend, um herauszufinden, wann es mit der Not vorbei sein würde. Es wird uns auch berichtet, dass die Seherin für ihre Tätigkeit weitere Frauen benötigt, die ein ganz bestimmtes Lied singen konnten, eben das sog. „Vardlokkur“. Mit ein wenig Mühe kann schließlich eine Frau gefunden werden, die dieses Lied noch beherrscht und bereit ist, es wahrend der (öffentlichen) Zeremonie zu singen. Diese Frau singt das Vardlokkur so gut, dass die Seherin im Anschluss berichtet, das ganz besonders viele Geister davon angelockt worden wären, darunter auch einige, die sich bereits abgewandt hatten und nicht mehr „gehorchen“ wollten. Nun jedoch könne sie, die Seherin vieles sehen. Sie weissagt das Ende der Hungersnot voraus und prophezeit auch großes Glück für die Sängerin und ihre Nachkommen.

 

Die Fylgjur

Wer sich mit den nordischen Vorstellungen von Seele und Geist(ern) beschäftigt, der begegnet früher oder später auch der Fylgja oder den Fylgjur (altnordische Mehrzahl von Fylgja). Dies sind weibliche oder  manchmal auch tiergestaltige Seelen/Geistwesen, die mit einem Menschen  oder auch einer Familie “verbunden” sind und diesem durch sein Leben folgen.

Fylgja heißt auch Folgerin. Normalerweise werden sie nur von hellsichtigen Menschen, Menschen im schamanischen Bewusstseinszustand oder in besonderen Situationen gesehen. Vor wichtigen Ereignissen als Omen, bei Krankheit oder auch vor dem Tod. Wir kennen aus den Mythen auch Fylgien, die z.B. einer ganzen Sippe folgen und nach dem Tod “ihres” Menschen auf den nächsten in der Reihe “übergehen”. Menschen können von einer einzelnen Fylgja oder auch ganzen Gruppen von Fylgjur begleitet, beschützt und beraten werden.

Sie sind Schutzgeistern ähnlich, aber sie gehen noch darüber hinaus, da sie auch eng mit den Schicksalsvorstellungen, dem Glück einer Person und teilweise auch den Walküren verbunden sind.

In der Forschung herrscht keine Einigkeit zu dem Thema und es gibt bisher keine ganz klare und einheitliche Definition. Unter praktizierenden, nordischen Schamanen oder unter den Anhängern des Asatru-Glaubens gibt es diese ebenfalls nicht.

Die Disen

In den nordischen Mythen begegnen wir immer wieder einer Gruppe von weiblichen Gottheiten oder Geistern, den sogenannten Disen (altnordisch dís (sg.), disír (pl.)) . Diese sind den Fylgjur (Folgerinnen) ähnliche Traumfrauen oder auch als walkürenhafte Totenführerinnen.

So werden Walküren z.B. im Guðrúnarkviða als „Herjans dísir“ , also als Odins Disen, bezeichnet. Aus den isländischen Sagas sind uns zudem noch besondere Festlichkeiten (Disirblot, Disthing) überliefert.

In Uppsalaa soll es laut Snorri auch einen Tempel für die Disen gegeben haben, die Dísarsalr (Halle der Disen). Etliche skandinavische, insbesondere schwedische Ortsnamen tragen außerdem die Silbe „Dis“ im Namen, was für einen sehr lebendigen Kult, insbesondere in Schweden, rund um die Disen spricht.

Daneben gibt es noch Erwähnungen, dass die Disen die Seelen verstorbener (Ahn?)Frauen sind. Möglich wäre auch, dass die Silbe „dís“ für Frau oder für Göttin gebraucht wurde. Wie bei den Bezeichnungen „Vanadís“ (für Freya) oder „Öndurdís“ (für Skadi).

 

Eine Verwandtschaft mit Matronenkult, Nornen, Walküren, den Neun Maiden, Völventum und Fylgjur oder auch den Idisen aus dem 1. Merseburger Zauberspruch ist sehr wahrscheinlich, eventuell hat sich hier auf unterschiedliche Weise der Glauben an eine Vielzahl (Gruppe) von (Halb?)Göttinnen und ihrer Priesterinnen/Schülerinnen manifestiert und über Jahrhunderte wenn nicht gar Jahrtausende erhalten.

Es ist denkbar das all diese Gruppen einen gemeinsamen Ursprung haben.

Hinweise in diese Richtung bieten auch die vielen Geschichten um „Neun Maiden“ – Neun Hexen – Neun Frauen ….

Die neun Maiden

Wiederholt begegnen uns in verschiedenen Mythen magisch, mystische Frauengruppen.

Besonders häufig zu dritt (wie die drei Nornen, die drei Matronen etc.) oder gar zu neunt.

 

Neun im Holz – Neun Welten als Neun Riesinnen

Eine ganz besonders aufregende aber auch nicht ganz einfache oder unumstrittene Neunergruppe findet sich am Beginn der Völuspa, der Weissagung der Seherin, in der poetischen Edda.

Die zweite Strophe der Völuspa:

“Ich erinnere mich Riesen

Geboren am Beginn

die einst

mich aufzogen

Neun Welten erinnere ich

Neun im Holz (níu íviði)

Metbaum leuchtender (der Weltenbaum/Yggdrasil)

vor Erde unten”

Die Übersetzungen der, in altisländisch verfassten, Eddas in unsere heutige Sprache ist nicht leicht und etliche Passagen sind obskur oder für uns heute unverständlich. So auch die hier übersetzten Verse aus der Völuspa. So übersetze Einige “Niu Ividi” auch mit “Neun Äste”,  Andere, wie die norwegische Religionshistorikerin Maria Kvilaugh, übersetzen „Niu Ividi“ statt dessen mit Neun Riesinnen oder Neun „Hexen im Holz“.  Ich habe mich an dieser Stelle für die wortwörtliche Übersetzung entschieden.  Ividia ist ein etwas obskures Wort das in der Edda an weiteren Stellen auftaucht und hier meist Riesinnen bezeichnet. Die genaue Bedeutung von Ividia ist ungeklärt, wortwörtlich heißt es in etwa „im Holz“ – wobei Holz das Material aber auch den Wald meinen könnte. Im Hyndlalied bezeichnet z.B. Freya eine Riesin als Ividia.

Hugo Pipping, ein schwedischer Sprachwissenschaftler des frühen 20. Jahrhunderts, glaubte das Heimdallr eine Personifikation des Weltenbaums wäre und die Neun Welten seine Neun Mütter sind und er so, wie im im Hyndlalied beschrieben, am Rande der Welt von 9 Müttern – den neun Welten, geboren wurde.

Der Name Heimdalr lässt sich mit „große Welt“ übersetzen, diese Idee ist also längst nicht soweit hergeholt wie sie vielleicht erscheint.

 

Neun Mütter Heimdals (große Welt)

(Hyndlalied 35, 37 und 38)

Einer wurde geboren

an den Tagen vor der Zeit

sehr kraftgestärkt, vom Geschlecht der Mächte

neun gebaren ihn, den prächtigen Mann

Riesenmädchen

Am Rande der Welt

Ihn gebar die Lärmende (Gialp), ihn gebar die Greifende (Greip)

Ihn gebar die Vorwärtsstürmende (Eistla)

und die Sandgeberin (Eyrgiafa)

ihn gebar Wolffreundin (Ulfrun) und Genußinsel (Angeya)

die Dunkle (Imdr) und die Wollende (Atla) und Eisenschwert (Jarnsaxa)

Dieser war stark durch die Kraft der Erde,

die kühle See und Opferblut

Heimdallrgaldr (Fragment in Gylfis Täuschung)

Ich bin der Sohn von neun Müttern,

ich bin der Sohn von neun Schwestern

 

Die 9 Töchter Aegirs

Große Ähnlichkeit mit den 9 Müttern Heimdals haben die 9 Töchter des Meeresriesen Aegir und seiner Frau Ran. Diese sind Personifikationen der Wellen.

In der Forschung gehen manche davon aus das die Neun Töchter des Aegir auch die Neun Mütter Heimdals sind.

Njörds Töchter

Njörd ist ein skandinavischer Gott der laut Snorri der Götterfamilie der Wanen angehört.

Er soll über das Meer und den Wind regieren und über das Feuer. Für Seefahrt und Fischfang sollte man ihn anrufen.

Njörd wird oft mit der urgermanischen Nerthus gleichgesetzt, von der schon Tacitus berichtet.

Der Namenswechsel von Nerthus zu Njörd ließe sich entweder erklären durch eine zweigeschlechtliche Gottheit oder damit das es sich bei den beiden um ein göttliches Geschwisterpaar handelt, ähnlich Frey und Freya.

Leider erfahren wir aus den Eddas und auch aus der Skaldik nur wenig über Njörd jedoch belegen die vielen Ortsnahmen in Schweden und Norwegen die mit ihm oder möglicherweise auch mit Nerthus in Zusammenhang stehen einen regen Kult.

Im Sonnenlied (Sólarlióð, wahrscheinlich Island 11. oder 12. Jahrhundert) (nach der Übersetzung von Karl Simrock) finden wir die folgenden Zeilen (79):

Das sind die Runen, die da ritzten
Niörds Töchter neun,
Radwör die älteste und Kreppwör die jüngste,
Mit ihren Schwestern sieben.“

Neun Maiden der Menglöd

Im Fjölswidlied begegnen wir der Menglöd und ihren neun Maiden. In diesem Lied wird die Geschichte des Helden Swipdag erzählt, der auf die unmöglich scheinende Mission geschickt wird, die Göttin/Riesin Menglöd als Frau zu gewinnen. Dies scheint zunächst unmöglich, auch weil Menglöd außerhalb der Welt und unerreichbar in anderen Sphären lebt. Sie und ihre neun Maiden wohnen außerhalb der bekannten Welt auf dem Lyjaberg, dem Heilmittelberg, dieser, so berichtet uns der Text, ist Kranken und Verwundeten Trost. Eine jede Frau wird gesund wenn sie ihn erklimmt.

Swipdag macht sich mit Unterstützung seiner verstorbenen Mutter trotzdem auf den Weg und erfährt nach einigem hin und her, das die wunderbare Menglöd schon lange auf ihn wartet.

Menglöd wird oft als eine Erscheinung der Freya gedeutet. Ihr Name bedeutet entweder die Halsbandliebende (ein Indiz für Freya) oder auch „die zur Verschmelzung einladende“.

Die Neun Mädchen der Menglöd heißen: Hlif (Hilfe), Hlifthrasa (Hilfeatmerin), Thjodwarta (Volkshüterin), Björt (die Helle), Bleik (die Weiße), Blid (Heitere), Frid (Friede oder Ordnung), Eir (Heilerin) und Aurboda (Goldgeberin).

Wir erfahren außerdem das diese Neun, wenn man ihnen am altargeheiligtem Platz opfert, jeden aus der Not retten.

Walküren

Auch die Walküren erscheinen gelegentlich in Neuner-Gruppen. So z.B. im Helgakvida Hjövardssonar, dem Lied von Helgi Hjörwardssohn.

Dort heißt es:

Hjörward und Sigrlinn hatten einen großen und schönen Sohn. Keinen Namen trug er. Er saß auf einem Hügel. (Also beim Utiseta!)

Da sah er neun Walküren reiten, und eine war am schönsten. „

Sie sprach ihn an und gibt ihm dabei seinen Namen „Helgi“ – der Heilige oder der Unersetzliche.

Im selben Lied spricht etwas später die Riesin Hrimgerd (Reifschützerin):

Dreimal neun Mädchen, doch ritt eine voran, eine glänzende Maid unterm Helm.

Die Pferde schüttelten sich, von ihren Mähnen fiel Tau in tiefe Täler, Hagel auf hohe Bäume; daher kommt für die Menschen Fruchtbarkeit.“

Thorbjörg Litlvölva (Thorbjörg , die „kleine“ Völva/Seherin)

In der „Eireks Saga rauda “, der sogenannten Saga von Erik dem Roten; einer der Islandsagas, wird uns von der Seherin (Spákona) Thorbjörg genannt Litlvölva berichtet. Diese ist eine der letzten Seherinnen in dieser Zeit des Überganges vom Heidentum zum Christentum. Von ihr wird uns berichtet das sie neun Schwestern hatte, die ebenfalls alle Seherinnen waren, sie ist die jüngste von ihnen, die anderen sind aber schon alle tot.

Die neun Maiden von Morgan Le Fay

Die neun Maiden begegnen uns jedoch keineswegs nur in den nordisch, skandinavischen Mythen sondern auch wiederholt in den Inselkeltischen Sagen Groß-Britanniens.

Unter Anderem im Sagenstoff rund um den legendären König Arthus.

Geoffrey of Monmouth erzählt u.a. in seiner Vita Merlini von den Neun Maiden, die auf der Insel Avalon leben sollen und die Arthus nach der Schlacht dorthin mitnehmen:

Dort geben neun Schwestern freundliches Recht jenen die zu ihnen kamen

von unserer Seite, und unter ihnen ist die Höchste diejenige, die ein Doktor wurde in der Heilkunst und die ihre Schwestern darin aufs Beste übertraf.

Morgen ist hier Name und sie erlernte den Nutzen eines jeden Krauts, so das sie kranke Körper heilen konnte.

Außerdem ist sie bekannt dafür ihre Form zu wechseln und dafür die Luft mit Flügeln zu durchschneiden wie Daedalus.

Wenn sie es wünscht ist sie in Brist, Carnot oder Papie

Wenn sie es wünscht, gleitet sie aus der Luft auf Dein Land.

Es wird gesagt das sie die Mathematik lehrte ihren Schwestern Moronoe, Mazoe, Gliten, Glitonea, Gliton, Tyronoe und Thiten, die bemerkenswerteste auf der Zitter.

Zu diesem Platz, nach dem Kampf von Camblan, brachten wir Arthur, verletzt von Wunden, mit Barinthus der uns führte, der die Wasser und Sterne kannte.

Bemerkenswert ist hier das die Neun Schwestern wieder (wie bei Menglöd) mit der Heilkunst verbunden werden, darüber hinaus jedoch auch mit Formwandeln (viele Hexen sind dafür bekannt in den Märchen) und Mathematik.

Morgan und ihre Schwestern sind Inselbewohner (Avalon) und stehen darin auch den Töchtern des Meeresriesen sehr Nahe.

Das Meer, Wasser, Inseln und Strände sind in vielen Mythen heilige Orte, eine Metapher für die Anderswelt oder Pforten dorthin.

In Schottland gibt es einige Mythen und Legenden die eng mit der Arthus-Sage verbunden sind.

Es gibt seit einigen Jahren auch Theorien das es sich bei der Arthus-Sage sogar um ursprünglich schottischen Sagenstoff handelte.

Nine Maiden Wells (Quellen)

Ebenfalls in Schottland finden wir zahlreiche Sagen und Geschichten rund um Neun Maiden und auch einige „Nine Maiden Quellen“.

So z.B. den „Nine Maidens Well“ in Pitempton , Dundee oder in Pitsligo Castle.

Eine der vielen Sagen um die Neun Maiden in Schottland erzählt das diese Neun die Töchter von Donevaldus waren und im 8. Jahrhundert mit ihrem Vater im Glen of Ogilvie lebten, hart arbeiteten und das Land bestellten. Nachdem ihr Vater starb gingen sie nach Abernethy. Die Legende erzählt das sie selbst dort unter einer großen Eiche bestattet wurden und das diese viele Jahre lang eine wichtige Pilgerstätte war, an der Pilger die Äste der Eiche küssten. Überall in Schottland gibt und gab es Quellen und Kapellen die den Neun Maiden gewidmet sind.

Um die Quelle von Pitempton rankt sich noch eine ganz andere Geschichte. Hier wird von einem Vater erzählt der an einem heißen Tag seine Neun Töchter nacheinander ausschickt ihm Wasser aus der Quelle zu holen. Keine kommt zurück. Er geht also nachschauen was die jungen Frauen aufhält und findet seine neun Töchter alle tod an der Quelle und einen großen Drachen der sie offensichtlich getötet hat. Der Vater flieht vorerst und kehrt mit der wütenden Dorfbevölkerung und dem Verehrer der ältesten Tochter zurück. Der Verehrer, genannt Martin, schlägt und verletzt den Drachen, der daraufhin in die umliegenden Hügel flieht, Martin setzt ihm nach und erschlägt ihn endgültig.

Die Neun Hexen und die Cailleach

Eine andere schottisch-irische Legende ist die von der Cailleach. Cailleach bedeutet soviel wie die „Verhüllte“, „Hexe“ oder „alte Frau“. Bekannt sind Sagen und Legenden rund um die Cailleach in Schottland, Irland aber auch auf der Isle of Man.

Der Volkskundler Donald MacKenzie beschreibt das die Cailleach im Volksglauben häufig gemeinsam mit ihren 8 Schwestern auftritt, diese sind wie die Cailleach selber hexenartige Riesinnen und werden zumeist mit dem Wetter, Stürmen und dem Winter in Verbindung gebracht.

Von der Cailleach selbst wird in manchen Legenden erzählt das sie die älteste Göttin und Mutter aller anderen Götter ist.

In Schottland gilt sie als Schöpferin vieler Berge, Sehen und Flüsse und als die Göttin/Herrin des Winters, der Tiere und ist eng verbunden mit Geschichten über die Sidhe, das leuchtende Feenvolk der Hügel.

In Schottland heißt es in den Legenden das sich das Jahr in zwei Hälften teilt, in den Winter oder „die kleine Sonne“ und den Sommer oder „die große Sonne“. Herrin über den Sommer und damit die Göttin der großen Sonne ist Bride. Bride ist also das Gegenüber der winterlich rauen Cailleach.

In manchen Legenden sind Bride und Cailleach Gegenspielerinnen in manchen jedoch, sind sie ein und dieselbe Göttin. So verjüngt sich alljährlich die Cailleach zum Frühlingsbeginn zur schönen und jungen Bride.

Auch Bride oder die spätere Saint Bridget ist verbunden mit einer Gruppe von neun Maiden, so wird z.B. von Heiligen Bridget gesagt das sie, als sie nach Schottland kam und von Neun Maiden/Dienerinnen begleitet wurde.

In Schottland gibt und gab es zahlreiche Brunnen und Quellen die mit Bride verbunden werden. Einer davon war einst in Sanquhar, Dumfries, über diesen Brunnen wird uns berichtet das sich hier an Beltane junge, unverheiratete Mädchen einfinden und neun weiße Steine als Gabe an die Heilige/Göttin bringen.

Dabei ist es auch interessant zu wissen, das weiße Steine in Schottland, lange Zeit als Schutz und Talisman mit in die Gräber gegeben wurden.

Angus aus Esk, der beste Pfeifer von Schottland

Eine andere schottische Legende berichtet von Angus, dem besten Pfeiffer Schottlands, der eines Tages nah am Wasser spielte und Neun Feenfrauen hörten sein Lied. Sie kamen mit einen Schiff und nahmen Angus mit in ihr Feenreich, er wurde nie wieder gesehen.

Preiddeu Annwn – die Beute der Anderswelt2

In dem Gedicht Preiddeu Annwn aus dem „Buch des Taliesin“ wird von einem Beutezug König Arthus in die walisische „Anderswelt“ Annwn erzählt.

Arthus und sein Gefolge segeln nach Annwn, das auch als Anderswelt interpretiert wird um einen magischen Kessel zu erbeuten. Dieser Kessel wird durch den Atem von Neun Maiden erhitzt und ist nicht für Feiglinge.

Aus dem Kessel wurde mein Preislied gesprochen, den der Atem von neun Maiden erhitzte. Der Kessel des Königs der Anderen Welt, was ist seine Eigenart? An seinem Rande dunkelblau und Edelstein, kocht er dem Feigen Speise nicht, es ist ihm nicht bestimmt.3

Viele Forscher sehen eine Verbindung zwischen diesem Kessel und dem Kessel der Inspiration im Taliessin Mythos oder dem Kessel des Dagda in der irischen Mythologie, mit dem man Tote erwecken kann. Überhaupt ist das Motiv eines solchen magischen Kessels stetig wiederkehrend in den keltischen aber auch in den skandinavischen oder germanischen Mythen.

Pa Gur yv y Porthaur

In dem Gedicht Pa Gur yv y Porthaur aus dem 10. Jahrhundert werden die 9 Hexen von Ystarfingun erwähnt, die von Arthus Ziehbruder Cei (Sir Kay) erschlagen werden.

Peredur fab Efrawg

In der walisischen Geschichte Peredur fab Efrawg, die ebenfalls zur Arthus-Dichtung gehört, erschlägt der Held Peredur gemeinsam mit Arthus und seinen Männern die Neun Zauberinnen von Caer Lloyw (Leuchtende oder Glühende Burg) später auch als Gloucester identifiziert.

Die Insel Sena

Pomponius Mela (Mitte 1.Jahrhundert n.Chr.) berichtet in seinem Werk De situ orbis („Über die Lage der Welt“) von der heiligen Insel Sena die von Neun Frauen, Priesterinnen und Seherinnen, beherrscht worden sein soll. Diese Frauen konnten laut Pomponius Meer und Winde mit ihren Zauberliedern beherrschen, sich in jedes beliebige Tier verwandeln können, die Zukunft vorhersehen und jedes Leiden heilen können, auch solche die anderswo den Tod bedeuteten.

Kikuyu people in Kenya

Das kenianische Volk der Kikuyu behauptet von sich von Neun Schwestern abzustammen.4

Die Musen

Die Neun Musen sind in der griechischen Mythologie die Schutzgöttinnen der Künste.

Sie sind die Töchter der Mnemosyne (Göttin der Erinnerung) und des Zeus. Sie werden Mnemoniden oder olympische Musen genannt. Bei Hesiod (6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) haben sie noch keine spezifischen Zuständigkeitsbereiche. Diese wechseln zunächst recht willkürlich. Nach und nach zeichnet sich jedoch eine Regelmäßigkeit hab so das wir die Neun Musen heute so kennen: 5

  1. Klio (Κλειώ), die Rühmende, ist die Muse der Geschichtsschreibung (Attribute: Papierrolle und Schreibgriffel);
  2. Euterpe (Εὐτέρπη), die Erfreuende, ist die Muse der Lyrik und des Flötenspiels (Attribut: Aulos, die Doppelflöte);
  3. Melpomene (Μελπομένη), die Singende, ist die Muse der Tragödie (Attribut: ernste Theatermaske, Weinlaubkranz, wahrscheinlich auch ein Schwert oder eine Keule);
  4. Erato (Ἐρατώ), die Liebevolle, Sehnsucht Weckende, ist die Muse der Liebesdichtung (Attribut: Saiteninstrument, Leier);
  5. Terpsichore (Τερψιχόρη), die fröhlich im Reigen Tanzende, ist die Muse für Chorlyrik und Tanz (Attribut: Leier);
  6. Urania (Οὐρανία), die Himmlische, ist die Muse der Astronomie (Attribut: Himmelskugel und Zeigestab);
  7. Thalia (Θάλεια), die Festliche, die Blühende, ist die Muse der Komödie (Attribut: lachende Theatermaske, Efeukranz und Krummstab, denn auch die heitere bukolische Poesie gehört zu ihr);
  8. Polyhymnia (Πολύμνια), die Hymnenreiche (Liederreiche). Sie ist die Muse des Gesangs mit der Leier (kein spezifisches Attribut, manchmal die Leier);
  9. Kalliope (Καλλιόπη), die mit der schönen Stimme, ist die Muse der epischen Dichtung, der Rhetorik, der Philosophie und der Wissenschaft (Attribut: Schreibtafel und Schreibgriffel).

Die neun Kinder

Zu Möllenbeck, einer Klosterkirche an der Weser, zeigt man das Holzbild einer Heiligen, die eine Kirche im Arm trägt. Die Sage lautet: Einst kehrte Graf Uffo aus fernen Landen nach langer Abwesenheit in seine Heimat wieder; unterwegs träumte ihm, Hildburg, seine Gemahlin, habe ihm unterdessen neun Kinder geboren. Erschrocken beschleunigte er seine Reise, und Hildburg kam ihm fröhlich mit den Worten entgegen: »Ich glaubte dich tot, aber blieb nicht allein, sondern habe neun Töchter geboren, die sind alle Gott geweiht.« Uffo antwortete: »Deine Kinder sind auch die meinen, ich will sie ausstatten.« Es waren aber neun Kirchen, darunter das Kloster zu Möllenbeck, welche die fromme Frau gebaut und gestiftet hatte.

Kommentar: Halems Schriften, Münster 1803, T. I. Misc. für neue Weltkunde 1811, Nr. 11.
Quelle: Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm), Kassel 1816/18, Nr. 543

Der goldene Apfelbaum und die neun Pfauinnen (Serbien)

In dem serbischen Märchen von den neun Pfauinnen, wird von 9 hübschen Mädchen erzählt, die sich in Pfauinnen verwandeln und so verwandelt über das Land fliegen. Ein Köningssohn verliebt sich in eines der jungen Mädchen und macht sich auf die beinahe unmögliche Suche sie zu finden. Es stellt sich heraus das dieses Mädchen die Kaiserin in einem magischen Schloss ist. Manche Teile dieser Geschichte haben mich an die Geschichte um Menglöd im Fjölsvinnsmál der Edda denken lassen.

Der Sohn von neun Müttern (Indien)

Die eigentümliche und grausame Geschichte eines Königs der neun Frauen hat und sich von diesen sehnlichst einen Sohn wünscht aber keine der neun wird schwanger. Er besucht daher einen Weisen der ihm einen Rat gibt, woraufhin alle neun Frauen schwanger werden.

Auf einem Jagdausflug begegnet der Mann einer Frau mit leuchtendem Haar und roten Augen und verliebt sich so Hals über Kopf in diese, das er ihr verspricht seine Neun Frauen alle zu töten bzw. töten zu lassen.

Die Frauen können durch eine List entkommen und gebären im Wald ihre neun Söhne. Jedoch töten sie acht der Söhne und fressen diese um zu überleben. Nur der Sohn der jüngsten Frau, der als letztes geboren wird überlebt und wächst als Sohn von allen neun Frauen auf.

Am Ende, der Sohn ist bereits erwachsen, bereut der König seine Tat und nimmt reumütig die neun Frauen und seinen Sohn zurück.

Bai-Ülgen oder Ülgen

In der mongolischen und türkischen Mythologie gibt es die Schöpfergottheit Bai-Ülgen oder Ülgen. Ülgen hat Neun Töchter. Diese Neun Töchter sind eine Quelle der Inspiration für Schamanen. Es heißt bei den Teleutischen Schamanen trifft der Schamane die 9 Töchter im 14 Himmel und erhält von ihnen Kraft und vielfältige Unterweisung.

Die Tänzerinnen von El Cogul

Die Roca dels Moros oder Höhlen von El Cogul sind ein Abri in Catalonien, Spanien. 1908 wurden hier vermutlich neolithische Felsenkunst Bilder entdeckt.

Auf einem dieser Bilder sind Neun sehr schlanke Frauen zu erkennen die um eine einzelne männliche Figur tanzen.

Dies sind längst nicht alle Geschichten und Legenden rund um die Neun Maiden – es sind nur die, die mir in den letzten Monaten, vermehrt begegnet sind.

Vielleicht haben diese Geschichten nichts zu bedeuten und ihre Ähnlichkeiten sind gänzlich zufällig.

Doch vielleicht lohnt es sich auch mal darüber nachzudenken ob uns hier möglicherweise, bruchstückhaft und in Scherben, etwas uraltes und sehr kraftvolles überliefert ist. Denn zumindest mir geht dieses Thema wirklich unter die Haut und inspiriert mich – so wie es von den Töchtern Ülgens behauptet wird.

Wenn Euch weitere Märchen, Legenden, Geschichten rund um die Neun Maiden begegnen und seien sie auch noch so abstrus oder klein, dann freue ich mich über E-Mails von Euch an: info@tunritha.de – Denn meine Reise zu den Neun ist noch lange nicht zu Ende.

 

 

 

 

1Aus der Völuspa – der Weissagung der Seherin, Die Götterlieder der Älteren Edda (Reclams Universal-Bibliothek), broschiert,

2006 von Arnulf Krause (Herausgeber, Kommentator, Übersetzer).

3Helmut Birkhan: Nachantike Keltenrezeption. S. 120

4Kenyatta, J. 1979, Facing Mount Kenya: The Traditional Life of the Gikuyu London, p3

5 Aus Oskar Bie: Musen. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie.

 

 

Verwendete Literatur

  • Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie, Stuttgart 2006
  • Krause, Arnulf: Die Götterlieder der älteren Edda, Reclam
  • Krause, Arnulf: Die Heildenlieder der älteren Edda, Reclam
  • Krause Arnulf: Die Edda des Snorri Sturluson, Reklam
  • Kvilhaug, Maria: The Poetic Edda – Six Cosmology Poems, 2016
  • Hrsg. Böldl, Klaus; Vollmer, Andreas; Zernack, Julia : Isländer Sagas – eine Neuübersetzung, Frankfurt, 2014
  • McHardy, Stuart: The Quest for the nine Maidens, Trowbridge, 2003
  • Znamenski, Andrei: Shamanism: Critical Concepts in Sociology, 2004
  • Enderle, Ursula: Märchen der Völker Jugoslawiens, 1991
  • Sheikh-Dilthey, Helmtraut: Märchen aus dem Panjab, 2003
  • Birkhan, Helmut : Nachantike Keltenrezeption
  • Roscher, Wilhelm Heinrich Hrsg: Ausführliches Lexikon der griechischen und römichen Mythologie.
  • Krause, Arnulf: Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage, Stuttgart, 2010
  • Monmouth, Geoffry: Vita Merlini, Castrum Peregrini Presse , Amsterdam, 1950
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Warum ich schamanische Seminare gebe…

Um ganz ehrlich zu sein, weil ich darum gebeten wurde. Und zwar immer und immer und immer wieder.  Nicht nur von den Spirits, nein auch immer wieder von Freunden, Nachbarn und zum Teil von nahezu Fremden: “Bitte, zeig mir wie das geht mit der schamanischen Reise und wie ich mein Krafttier finde”. Ich bin dieser Bitte sehr, sehr häufig nachgekommen :-).

Seminar

Gibst du einem Mann einen Fisch, nährt er sich einmal. Lehrst du ihn das Fischen, nährt er sich sein ganzes Leben.

Dschuang Dsi
(350 – etwa 275 v. Chr.), taoistischer Philosoph

Ich glaube an das Konzept “Seminar” für die heutige, moderne Zeit zur Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Wir leben nicht mehr in einer Zeit von kleinen Gesellschaften und Stämmen, in denen jeder Stamm seinen eigenen schamanischen Spezialisten hat, der für die Dauer von vielen Jahren einen oder zwei einzelne und handverlesene Lehrlinge oder Schüler aufnimmt, die bei ihm/ihr leben und als Gegenleistung für die Ausbildung, allerlei niedere Arbeiten für verrichten und assistieren. Wochen- und auch Wochenendseminare für die schrittweise Vermittlung von Wissen in intensiven Kleingruppen hat sich heute, in unserer Zeit, bewährt und ist gut in das Leben der meisten, modernen Menschen zu integrieren.

Hier wird intensiv an 2-3 Tagen alles eingeübt was man für die schamanische Arbeit braucht. Vor Besuch des Seminars kann man sich auch schon einige Zeit als Autodidakt versuchen – was aber meiner Ansicht nach nicht die gleiche intensive Wirkung hat wie ein zweitägiges Seminar.

Auch eine Fülle von Büchern ersetzt den Lehrer nicht. –

chin. Sprichwort

Auf einem Seminar ist ein Lehrer den man mit Fragen löchern kann, andere Teilnehmer die vielleicht ähnliche oder auch ganz andere Erlebnisse haben wie man selbst – man kann sich austauschen, es hat einfach eine ganz andere Wirkung wenn man zwei Tage mehrere Stunden reist und übt als wenn man das zu Haus, alle paar Tage mal, für ein zwei Stündchen probiert. Die Intensität der Arbeit ist einfach eine Andere.

Die Kraft einer Gruppe und eines routinierten Lehrers kann, gerade am Anfang, sehr, sehr hilfreich sein. Zudem erhöht es die zur Verfügung stehende Kraft ganz ungemein wenn die Trommel nicht aus dem Lautsprecher kommt, sondern ein schamanisch Praktizierender Kraft und “Betrommelung” zur Verfügung stellt.

Darum wäre mein Tipp immer sich zuerst ein schamanisches Basis-Seminar zu gönnen – ein gutes Basis-Seminar ermöglicht es mir, dass ich danach auch alleine weiterkomme, denn die eigentliche Unterweisung und Ausbildung erfolgt durch die Geister.

trommelnNatürlich wird man nicht an einem Wochenende zum Schamanen. Dennoch, genauso wie eigentlich jeder singen oder tanzen kann, so haben wir auch alle die grundlegenden Fähigkeiten uns spirituell zu entfalten und mit Spirits und geistigen Verbündeten zu kommunizieren. Wir haben alle Zugang zu diesem Weg der Kraft und (Selbst)Heilung.

Am Anfang habe ich einfach zum Spaß und ausschließlich im Bekanntenkreis unterrichtet. Aber es wurden immer mehr Anfragen und Bitten und so ein Basis-Seminar braucht viel Zeit, Aufmerksamkeit und auch Kraft durch den Unterrichtenden. Darum bin ich irgendwann dazu übergegangen professionell Seminare zu geben und diese auch auf meine Internetseite zu stellen.

Meine Spirits, Geister, Götter und Ahnen fordern mich immer wieder auf zu unterrichten und zu begleiten.

Skye_AnetteDie Ausbildung bei Tunritha

Heute, nach etlichen Jahren, biete ich nicht nur schamanische Basis-Seminare an, sondern eine Grundausbildung im nordischen Schamanismus. Der nordische, schamanische Weg, so wie ich es mittlerweile unterrichte,  entscheidet sich dabei schon ziemlich vom typischen Core-Schamanismus.

Wer lieber alleine und als Autodidakt arbeitet erfährt mit dem Basis-Seminar alles was er zur weiteren, persönlichen, schamanischen Praxis braucht.

Ziel meiner Seminare ist es immer die Teilnehmer zur spirituellen Selbstermächtigung und zum eigenen Schaffen und zu selbstständiger Kreativität zu inspirieren und sie dort zu begleiten wo es gewünscht oder notwendig ist.

Was der Lernende selbst finden kann,
das soll man ihm nicht geben.

Christian Gustav Friedrich Dinter
(1760 – 1831)

Warum also nochmal gebe ich schamanische Seminare?

Weil es mir, im wahrsten Sinne des Wortes, Berufung ist. Weil mich, sowohl meine Schüler als auch meine Geister, dazu berufen haben und mir gestatten, einige wunderbare und kraftvolle schamanisch Praktizierende, ein Stück weit ihres persönlichen Weges zu begleiten und etwas weiterzugeben das wiederum meine wunderbaren Lehrer mir gaben:  Das Feuer im Kopf…. Den Zauber, die Magie und die Kraft des schamanischen Weges.  Ich danke dafür!

dsc_0493_ps2048_fbStimmen aus meinen Seminaren:

Torsten Belzig: Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals für das hervorragende Seminar (Basis-Seminar “Seelenflug”) bedanken. Man erhält hier alles, um die schamanische Praxis ausüben zu können. Klar, kraftvoll, konsequent und kompetent aber auch herzlich und behütet lernt man von Anette, was es heisst schamanisch zu arbeiten. Dabei steht Selbsterfahrung/Selbsterkenntnis, welche über viele Reisen und praktische Übungen erlangt wird, immer im Vordergrund. (Schamanisches Basis-Seminar)

Nadi S.: Ich bin sehr froh, bei Anette meinen Basiskurs im schamanischen Reisen gemacht zu haben. Sie ist sehr klar und strukturiert, Theorie und Praxis absolut ausgewogen. Sie drängt zu nichts und geht auf alle Fragen ein.

Vielen Dank für ein tolles Wochenende!  (Schamanisches Basis-Seminar)

Anne Fluss: Vielen Dank, liebe Anette, für den tollen Runen-Kurs! Ein rundum gelungenes Wochenende. Ich habe mich super betreut gefühlt. Da wir die Runen gemeinsam erarbeitet haben, ist bei mir sehr viel hängen geblieben. Ich habe einen komplett neuen Bezug zu dem Thema bekommen und arbeite seitdem regelmäßig mit den Runen.
Ich nehme an, die anderen Seminare sind ähnlich aufgebaut und da Du eine sehr sympathische und interessante Persönlichkeit ist, kann ich die Seminare bei Dir aus vollem Herzen weiterempfehlen. (Schamanische Runenarbeit)

Friedrich Reimann: Das Seminar bei Anette war mein erstes Seminar im schamagischen Bereich, so daß ich sehr gespannt war, was auf mich zukommen würde. Die Leiterin war sehr sympathisch, es gab Kekse, Tee und Kaffee. Die gesamte Atmosphäre war sehr anheimelnd und gemütlich, obwohl draußen massiver Hochsommer herrschte. Zum Seminar bekamen wir ein Skript, das recht umfangreich ausfiel. So kam es auch, da die Thematik sich als sehr komplex erwies,so dass wir am ersten Tag, wegen häufiger Nachfragen und darauffolgenden ergänzenden Erklärungen weniger schafften, als vorgesehen und am zweiten Tag ein bißchen unter Zeitdruck gerieten. Insgesamt haben wir auch viele praktische Anwendungen sowie schamanische Reisen zu den Runen durchgeführt. Aufgrund der Materie war der theoretische Anteil allerdings sehr hoch und er zählt auch nicht unbedingt zur leichten Kost, auch wenn Anette es immer wieder schaffte durch historische Anekdoten und persönliche Erfahrungen das Ganze aufzulockern. Alles in allem war es ein sehr bereicherndes Seminar, sowohl die Informationen als auch der praktische Teil haben mich persönlich vorangebracht. (Schamanische Runenarbeit)

Seminare und Ausbildung  bei Tunritha, Schule für europäischen Schamanismus:

http://tunritha.de/seminare.html

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Runenzauber – Mit Runen zaubern…

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In den isländischen Sagas gilt besonders der Skalde Egil als runenkundig. So wird uns berichtet, dass er an das Krankenbett eines jungen Mädchen gerufen wird die keiner zu heilen vermag. Dort findet er einen mit Runen geritzten Fischkiemen vor, den ihr jemand unters Bett gelegt hatte und der wohl einen “bösen Zauber” über das Mädchen gelegt hat.

Egil schabt die Krankheitsrunen ab, und bevor er ihr selbst Heilungsrunen ritzt, spricht er Folgendes:

Runen ritze keiner,

Rät er nicht, wie es steht drum!

Manches Sinn schon, mein ich,

Wirren Manns Stab irrte,

Zehn der Zauberrunen

ziemten schlecht dem Kiemen:

Leichtsinn leider machte

Lang des Mädchens Krankheit.“

Es stellte sich im weiteren Verlauf heraus, dass ein verliebter Bauernbursche das Mädchen mit einem Liebeszauber belegen wollte, dieser aber schief ging, da es ihm (dem Jungen) an echtem Runenwissen mangelte.

Wir sehen also schon an dieser Geschichte das es recht kompliziert sein kann mit Runen zu zaubern und das es vor allem ernste Folgen haben kann, wenn man mit den Runen “herumpfuscht”.

 

Was brauchen wir, was müssen wir wissen und können, für einen gelungenen Runenzauber?

Im Grunde findet sich die Anleitung dazu ebenfalls schon in der Edda.dsc_0268_ps_2048_fb

Veistu hve rísta skal?Weißt du zu ritzen?
Veistu hve ráða skal?Weißt du zu raten?
Veistu hve fáa skal?Weißt du zu finden? (Oder: Weißt Du zu färben?)
Veistu hve freista skal?Weißt du zu forschen? (Oder: Weißt Du zu prüfen?)
Veistu hve biðja skal?Weißt du zu bitten/zu beten?
Veistu hve blóta skal?Weißt du zu opfern?
Veistu hve senda skal?Weißt du zu senden? (oder Weißt Du wie man darbringen soll?)
Veistu hve sóa skal?Weißt du zu tilgen? (oder Weißt Du wie man vernichten soll?)
Besser nicht gebeten, als zu viel geboten
Die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nichts gesendet, als zu viel getilgt
So ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern.
Dahin entwich er, von wannen er ausging.

Dieser kurze Vers enthält die Anleitung für die richtige Ausführung eines Runenzaubers bzw. WAS dabei zu beachten ist:

1. Die Form – Grundsätzliche Kenntnis der Form der Runen und die “richtige” Methode diese zu “ritzen” und worauf.

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2. Kenntnis der Runennamen, ihrer Bedeutungen, ihrer divinatorischen Bedeutung. Divination überhaupt. Wie ist der zu erwartende Ausgang des Zaubers? Stehen die Zeichen günstig? Wer nicht divinieren kann, sollte besser nicht zaubern. Divination ist also eine Grundfähigkeit eines jeden (nicht nur Runen-)Magiers.

3. Welche sind die richtigen Runen für den Zauber und wie erfahre ich das? Wie wird sie geschaffen, die Verbindung zwischen Zauber, Wille und Rune? Wie wird die Rune aktiviert?

4. Die Fähigkeit der schamanischen Reise oder der Trance um die Wirkung des Zaubers zu “prüfen”.

5. Wie erhalten Runen und Runenzauber den Seegen der Götter, Geister und Ahnen? Wie wird gebetet?

6. Das Opfer – Was ist der Preis für den Zauber? Und wie bringt man diesen dar? Was genau ist eigentlich ein Opfer? Dabei ist nicht nur das offensichtliche gemeint z.B. der Schluck Met für die Götter/Geister sondern auch das “verborgene” Opfer… Was wird womöglich NICHT mehr geschehen können, weil durch Zauber ins Wyrrd (die Bestimmung, das Netz des Schicksals) eingegriffen wurde bzw. was sind die weitergehenden Folgen? Bin ich bereit diese “Opfer” zu bringen?

7. Wie gibt man dem Zauber die richtige Wendung mit? Runen sind sehr vielschichtig und komplex… Wie sorgt der Runenzauberer eigentlich dafür das NUR die Energien im Zauber enthalten sind und “gesendet” werden, die auch gewollt sind?

8.  Was wenn der Zauber nicht so läuft wie geplant? Was wenn die Wirkung vollbracht ist? Wie wird der Zauber wieder aufgelöst oder die Wirkung gar rückgängig gemacht?

Es ist grundsätlich besser garnicht erst zu zaubern als das der Zauber einen zu hohen Preis “verlangt”. Einen Preis hat er immer, das ist eine Frage des Gleichgewichts. Wenn an einer Stelle des Wyrrd ein Faden “bewegt” und verändert wird, dann verändern sich auch andere Fäden. Immer das Ganze im Auge behalten und nicht nur den einen kleinen Teil den man bewegen möchte.

runenkreisWer also die Antworten auf diese Fragen nicht oder nur ungenau weiß, sollte lieber garnicht erst mit der Runenzauberei beginnen sondern sich ersteinmal noch eingehender mit den Runen und ihrer Kraft auseinandersetzen.

 

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

cropped-DSC_0437_HDR.jpgSeminar zur schamanischen Runenarbeit:

http://www.tunritha.de/runenseminare.html

 

Kleine Einführung in die schamanische Runenarbeit:

https://blog.tunritha.de/?p=741

Natürlich werde ich auch demnächst wieder Runenseminare anbieten…

Die Termine findet Ihr dann hier:

http://www.tunritha.de/seminare.html

 

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Krafttiere

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In nahezu allen Kulturen gibt es die Idee das Menschen einen Schutzgeist haben, auffallend oft hat dieser Schutzgeist, zumindest zeitweise, tierische Gestalt.

Diese Vorstellung nimmt z.T. recht unterschiedliche Formen an, und reicht vom “Vertrauten” der Hexe/des Zauberers in unseren europäischen Märchen, über Clan- und Wappentieren, Gestaltwandler-Geschichten, Totemtieren, Sagen über mythologische tierische Vorfahren, den Begleitertieren von Göttern wie  Wodan/Odin oder Freya bis hin zu den “Geist- oder Krafttieren” einiger indigener Schamanen.

Aus all diesen Formen wird deutlich wie wichtig uns Menschen, durch alle Zeiten und Räume hindurch, das Verhältnis zum Schutz- oder Tiergeist ist. Die Reihe der oben genannten Beispiele lässt sich noch viel weiter fortsetzen. Beispiele einer sehr weit zurückliegenden magischen Mensch-Anette_baer2_AvatarTier(Geist) Beziehung lassen sich schon in den Höhlenbildern von Lascaux oder in Altsteinzeitlichen Figuren wie dem Löwenmann aus dem Lonetal erkennen.
Der Ausdruck „Krafttier“ stammt von den Coast Salish und den Okanagon, indianischen Stammesgruppen, von den Nordwestküsten Kanadas und der USA.
Dieser Begriff gilt vielen als besonders passend, da er sowohl ausdrückt, das die Verbindung zu diesem Verbündeten Kraft in unser Leben bringt, aber auch deutlich macht, wie häufig dieser enge Vertraute uns in Tiergestalt begegnet.
Bei vielen indigenen Stämmen glauben die Menschen, das der Schamane auch die Gestalt seines Verbündeten annehmen kann. Auch in europäischen Mythen und Sagen wird von Menschen, Helden und Göttern erzählt, die sich in Tiere verwandeln konnten.

Jeder Mensch kann Kontakt zu einem solchen Tiergeist oder Tierverbündeten aus der Anderswelt suchen und aufnehmen.
Oftmals stellen wir dann fest, das uns dieser Geist schon lange, womöglich schon seit unserer Geburt begleitet und beschützt.
Manchmal begleitet uns dieser Geist  auch nur eine gewisse Zeit, unterstützt uns bei einer bestimmten Aufgabe oder hilft uns vor allem zu ganz bestimmten Gelegenheiten.
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Der Kontakt und die enge Bindung zu unserem Schutzgeist oder Krafttier vermag großes Glück, Stärke und Bereicherung in unser Leben zu bringen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, in Kontakt mit dem Krafttier oder Schutzgeist zu treten und die Verbindung zu diesem zu stärken.
Eine davon ist die sogenannte „Krafttierreise“.”

Dies war ein kleiner Ausschnitt aus dem Kurs “Die Krafttierreise” von Anette Baumgarten, mehr dazu findet Ihr hier:

http://www.tunritha.de/fernkurs.html

 

 

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Ein kleiner Reisebericht…

Heute gibt es mal keinen Text von mir 🙂 sondern der heutige Beitrag ist ein “kleiner Reisebericht”  über die schamanische Schottlandreise 2015….

Ein kleiner Reisebericht von Laura Bolz   

Da ich gerade noch sehr inspiriert bin von deinem herbstlichen Beitrag liebe Anette … bedanke ich mich jetzt herzlich bei dir.
Es ist erst ein paar Monate her und doch schon eine Ewigkeit und gleichzeitig war es natürlich auch erst gestern, dass ich bei dir den schamanischen Workshop in Schottland erlebt habe …

Es war eine wirklich magische Woche. Schottland an sich, besitzt so unsagbar viel Magie und eine zeitlose Tiefe, die man gar nicht in Worte fassen kann. skye_rush_hour

Ich bin schon einen Tag früher angekommen und wurde gleich wie in einer Familie aufgenommen. Es war auch alles die ganze Woche über wie eine kleine Familie die gemeinsam auf Reisen geht.

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Anette war / ist mir eine sehr gute Lehrerin, denn trotz einer sehr starken, kräftigen, eigenen und auch sehr weisen Haltung bin ich bei ihr unglaublicher Offenheit und auch einem gewissen Respekt vor dem Leben begegnet. Für mich persönlich war das der Auftakt und die Vorbereitung für alles weitere … eine Lehre, die mir sehr hilfreich ist, ist die Anerkennung, dass möglicherweise jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat. Und das weder sie als Lehrerin immer recht hat noch das man selbst immer richtig liegt. Und dass es darum auch gar nicht geht. Aber eine tiefere Achtsamkeit ist von großer Bedeutung und dann kann sich die Ehr-furcht, die ich manches mal vor anderen Wesen und Welten empfunden habe, in Achtung und Respekt wandeln.

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Der liebevolle Kontakt und die ständige Präsenz eines offenen, wachsamen und willigen Bewusstseins in den Menschen um mich herum, haben mir jene Tore geöffnet, die ich ab dieser Woche immer wieder gebraucht habe.

Und gleichsam ist dann da das Vertrauen, zu seinen eigenen Kräften und denen der Mitmenschen und der anderen Welten, die sich (meiner Erfahrung nach) anders zeigen als gedacht. Aber doch immer da sind …

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Mir seit ihr alle sehr ans Herz gewachsen und ich achte die Mischung aus Unterstützung und Lehre, aber auch übergeben der eigenen Verantwortung und Offenheit gegenüber dem eigenen Sein.

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Die Isle of Skye ist ein wunderbarer Platz um tiefer zu gehen … und es gibt nichts, was mir in dieser Woche kein Geschenk war.

Selbst wenn ich kein Schamane werden will, ist es eine Erfahrung, die mein Leben nachhaltig bereichert hat und immer noch bereichert.

Und das schöne ist, dass ich mich als Mensch, aber auch als ein Wesen, das mit allem in Verbindung steht, wieder erleben durfte.

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“Even though there is always this impermanence, one thing I always see, is Love.” Das hat eine Freundin von mir, die ich später auf einer anderen wundervollen schottischen Insel kennengelernt habe … und es war eines der schönsten Dinge die ich je gehört habe und die auch zu dieser Erfahrung wunderbar passen.

Ich danke dir Anette!
Von ganzem Herzen

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Und wer im nächsten Jahr dabei sein möchte:

Schottland 2016 auf einem Schloss in den Highlands
– High Spirits – Seelenflug Intensiv

Weiterführendes, schamanisches Praxisseminar
Eine spirituelle Reise zur eigenen schamanischen Kraft…

 

 

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