Ein Mann schaut durch die Wände einer Sphäre vom diesseits, der normalen Welt über den Weltenrand hinaus in eine andere Ebene. Wanderer am Weltenrand Flammarions Holzstich – erstmals erschienen in L’atmosphère, Paris 1888, als Illustration zu La forme du ciel im Kapitel Le jour
Volksmagie Zauber

Das Deuten von Zeichen

Das Deuten von Zeichen ist ein wichtiger Teil magisch-schamanischer Praxis. Vom Umgang mit solchen Zeichen und magischen Momenten im Alltag handelt dieser kleine Artikel. Ich möchte Dich einladen selbst die Deutunghoheit für Dein Erleben zu übernehmen. Immer mal wieder passiert es, dass ich gebeten werde, dieses oder jenes Ereignis zu deuten. „Mir ist heute Tier X begegnet, hat das etwas zu bedeuten?“. „Mir ist Y passiert, hat das eine Bedeutung aus schamanischer-magischer Sicht?“. Meine Antwort darauf ist immer wieder dieselbe: Ich weiß es nicht. Die einzige Person, die das wissen kann, bist Du selbst.

Es sind ganz alleine Deine Zeichen

Wie auch immer die Erfahrung aussah, sie gehört ganz Dir. Es ist DEIN Privileg und Deine Pflicht sie zu deuten. Außer Dir kann niemand beurteilen ob Dein „Ereignis“ etwas Besonderes war oder etwas ganz Alltägliches. Manches, das für mich ganz besonders wäre, erscheint Dir wahrscheinlich sehr banal und andersherum ist es genauso. Nur Du weißt, ob dem Moment ein einzigartiger Zauber innewohnte, ob für den Bruchteil eines Augenblicks die Zeit still stand und sich die Schleier der Anderswelt, nur kurz und nur für Dich, gehoben haben und etwas Außergewöhnliches geschah.

Wenn Du diesen Zauber gespürt hast, dann lass ihn Dir nicht ausreden. Lass Dir Deine Wahrnehmung des Moments nicht nehmen. Sondern deute den ihn selbst. Das Zeichen war alleine für Dich. Es war nicht für X aus der schlauen Gruppe im Internet. Wenn die Anderswelt Dir eine Botschaft schickt, dann trägst Du auch in Dir, was Du brauchst, um sie zu deuten, zu interpretieren und zu verstehen. Selbstermächtigung und Selbstverantwortung sind ein wichtiger Teil des spirituellen Wachstums.

Nimm Dir Zeit.

Überlege, was DU mit den Geschehnissen verbindest. Geht es um Federn, Tiere oder Ähnliches, dann frage Dich zuallererst, was Du mit ihnen verbindest. Was war Dein erster Gedanke, als ES passierte? Lies entsprechende Geschichten, Märchen und Mythen und schau, was mit Dir in Resonanz geht – im Guten wie im Schlechten.

Informiere Dich, lass Dich inspirieren aber gib die Deutungshoheit nicht aus der Hand. Es war Dein Zeichen, Dein magischer Moment, Dein Geschenk – Nimm es an!

Abbildung und Karte einer Windrose von 1650. Diese Karte wurde als Tafel 1 in Jansonnius' Atlas Maritimus von 1650 oder als Band 5 in seinem Atlantis Majoris veröffentlicht. Zu sehen ist eine runde Grafik der Himmelsrichtungen und der Winde aus diesen Richtungen. Die Namen der Winde sind in verschiedenen Sprachen wiedergegeben. Umgeben ist die runde Tabelle mit den anthropomorphen Gesichtern der Winde die mit geblähten Wangen in Richtung Zentrum pusten.

Die Praxis des Deutens

Wenn Du Dir sicher bist, das ein Ereignis ein Zeichen für Dich ist, ist es an der Zeit dieses selbst zu deuten. Auch wenn Universum, Götter, Geister oder Ahnen Dir auf diesem Wege etwas mitteilen wollen, kann es passieren das Du dieses Zeichen dennoch nicht sofort oder in seiner Vollständigkeit verstehst. Auch wenn es verlockend ist, wende Dich nicht sofort ins Außen und bitte um Hilfe bei der Interpretation, sondern schau auf Dich selbst.

Ein Beispiel wie Du beim Deuten der Zeichen vorgehen kannst:

Du hast eine weiße Feder gefunden. Du glaubst, diese Feder ist ein Zeichen des Universums für Dich. Aber was will es Dir sagen? Überlege Dir zunächst ob es eine wichtige Situation oder eine Frage gibt für die Du aktuell Hilfe oder Rat benötigst. Wenn Du diese Frage/Situation kennst, schreib sie Dir auf. Nun überlege Dir, was DU mit Federn im Allgemeinen verbindest, sei dabei so ehrlich wie möglich. Vielleicht verbindest Du damit Flügel, Vögel, Freiheit, Glück oder auch etwas vollkommen Anderes. Schreib auch diese Begriffe auf. Die Feder ist weiß, was bedeutet Dir die Farbe weiß? Was verbindest Du damit? Vielleicht Reinheit, Schutz, Unschuld, Licht? Auch Trauer oder Leere wären möglich. Achte auf DEINE Empfindungen und Eingebungen. Vielleicht weißt Du auch, von welchem Vogel diese Feder stammt? Schreibe es auf. Was verbindest DU mit diesem Vogel?

Schau nun auf all die Bedeutungen und Verknüpfungen, die Dir in den Sinn kamen. Was haben sie mit Dir und Deiner aktuellen Situation zu tun? Schreibe Dir die Antworten auf. Meditiere einen Moment darüber, falls Du Kontakt zu Deiner Fylgja (Schutzgeist) hast, frag sie, was dies zu bedeuten hat. Ich bin mir sicher, wenn Du offenen Geistes an DEIN Zeichen heran gehst, dann wirst Du es auch schnell verstehen.

Überlieferte Bedeutungen

Natürlich ist es hilfreich, wenn man schon ein paar symbolische Bedeutungen für sich klar hat oder diese kennt. Zeichen zu deuten funktioniert immer dann besonders gut, wenn Du dies mit einem festen Bezugssystem tust. So wie es eben bei Runen oder Orakelkarten der Fall ist. Zeichen im Alltag sind aber meist vielschichtiger und weniger eindeutig. Darüber hinaus kann es sein, dass etwas in einer Region ein Zeichen für großes Glück ist und es gleichzeitig in einer anderen Gegend für Pech und Unglück steht.

Manche Menschen halten eine schwarze Katze für einen Unglücksbringer und andere halten sie für ein Zeichen von Schutz, Glück oder Wohlstand. Entscheidend ist, was bedeutet sie für DICH. Wenn Du Dich noch nicht viel mit der symbolischen Bedeutung von Tieren, Pflanzen, Mustern, Steinen etc. beschäftigt hast, dann wird Dir vielleicht meine Artikelreihe auf Instagram und Facebook dazu gefallen, in der ich immer mal wieder verschiedene symbolträchtige Themen kurz und knapp bespreche. Diese dienen dann aber nicht als unverrückbare Vorlage wie Du Zeichen deuten sollst, sondern als Einladung zu Inspiration und Weiterdenken.

Eine andere Möglichkeit ist es sich mit der Bedeutung von Tieren oder Erscheinungen in den Märchen, Fabeln und Überlieferungen Deiner Region zu beschäftigen. Mach Dir klar wofür Greifvögel im Allgemeinen stehen, Tauben, Katzen, Hunde etc.. Welche Geschichten kennst Du über Sonne und Mond? Über Gewitter, Sturm und Regen? Auf diese Weise findest Du ganz leicht Deinen eigenen Weg in den Zeichen zu lesen die Dir das Universum, die Götter, Geister und Ahnen senden.

Seiðr – Galdra – Runar

In meinen Kursen lernst Du selbstständig und gut begleitet mit den unsichtbaren Kräften des Universums zum Wohle zu wirken, zu wandeln und zu weben….

Für magisch-schamanische Kurse und Ausbildungen folge dem Link:

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Vielleicht interessieren Dich auch meine beiden im Freya Verlag erschienenen Bücher:

Über den nordischen Schamanimsus und wie man diesen heute leben und erleben kann:

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