Licht des Herbstes
Nordischer Schamanismus Schamanismus

Das Licht des Herbstes

Die Ernte hat begonnen und die Zeit der Tag- und Nachtgleiche nähert sich. Spürbar beginnt jetzt, ganz langsam der Herbst.
Das Sonnenlicht dieser Jahreszeit ist golden, wie die Äpfel die jetzt geerntet werden oder wie einige der Blätter, an den Bäumen die gerade erst beginnen sich zu verfärben. Es ist das Licht der Ernte, das Licht dessen was wir im Laufe des Jahres gesät und gepflegt haben. Dieses Licht trägt durch die Dunkelheit, und erhellt die Tiefen.

Ernte?

Was hat das mit mir zu tun, denkst Du vielleicht, wenn Du ohne Garten, oder auch nur Balkon, inmitten der Stadt zwischen Glas und Beton wohnt. Wo Du, im Licht der Neonröhren und gut temperiert, beinahe alles zu jeder beliebigen Zeit im Jahr kaufen kann. Was schert mich da die Ernte?

Aber auch wir modernen Stadtmenschen ernten.
Wir ernten die Saat unseres Lebens, unseres Handelns, Denkens und Fühlens. Während sich Licht und Dunkelheit einander annähern und Tag und Nacht im Gleichgewicht schwingen, ist es an der Zeit sich vom Außen etwas ab und dem Inneren wieder mehr zu zuwenden. Es ist genau die richtige Zeit, um sich anzusehen, wie das vergangene Jahr uns und unser Leben verändert hat.

Was haben wir gesät? Was können wir ernten?
Wofür sind wir dankbar?

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist ein wichtiger Schlüssel zu Ausgeglichenheit, innerem Frieden und Glück. Wofür bist Du Dankbar in diesem Jahr? Vielleicht ist Dir viel Schlimmes geschehen aber selbst dann gibt bestimmt etwas in Deinem Leben, für das Du dankbar sein kannst. Wende Dich bewusst diesem Teil Deines Lebens zu.

Ich selber bin für so vieles dankbar.
Ich bin dankbar für mein Zuhause, meine Arbeit und für die kleinen und größeren materiellen Bedürfnisse und Wünsche, die ich mir in diesem Jahr erfüllen konnte.
Für meine Gesundheit und das ich stets etwas zu essen auf dem Tisch habe, ein warmes Bett und eine Decke über dem Kopf.

Ich bin dankbar für all die Inspirationen aus der geistigen Welt, die Inspirationen meiner Götter, Geister und Ahnen, meiner Verbündeten aber auch für die Inspirationen durch meine Lehrer, Familie, Freunde und Schüler in der ganz alltäglichen Welt.

Für meine wunderbare Familie. Meinen Mann und meinen Sohn. Die mir das Herz und die Seele wärmen und auf jedem meiner Schritte im vergangenen Jahr an meiner Seite waren. Nicht immer körperlich, aber immer im Geiste und im Herzen.
Ich bin dankbar, dass noch in diesem Herbst mein erstes Buch erscheinen wird. Nordischer Schamanismus – der Ruf der Geister, im Freya Verlag.

Geschenke, Arbeit und auch Schmerz

Es war bisher ein Jahr voller Geschenke, Arbeit, Erfahrungen, Liebe, Mitgefühl und Leidenschaft. Aber es gab auch Schmerz, Verluste und Schwierigkeiten, auch für diese Erfahrungen bin ich auf gewisse Weise dankbar.
Der Schmerz zeigt an, wo es Hilfe braucht, und Veränderung. Er zeigt mir aber auch, dass ich lebendig bin und diese Veränderungen leben darf.

Auch unser Umgang, unsere Erfahrungen und die Veränderungen, die der Corona-Virus und die Maßnahmen um ihn herum, in unser persönliches und unser gesamtgesellschaftliches Leben brachte, gehören zur Ernte in diesem Jahr.
Für manche dieser Veränderungen bin ich sehr dankbar. Andere sind für mich schwerer auszuhalten. Auch hier ist es individuell was als Gewinn und was als Verlust empfunden wird.

An vielen Schwierigkeiten und Hindernissen konnten wir wachsen. Vielleicht haben sie uns stärker, klüger, hingebungsvoller, mitfühlender oder auch einfach nur lebendiger gemacht.
Wir durften lernen, mitfühlend und nachsichtig zu sein, mit uns und mit Anderen.

In der Herausforderung und im Schmerz begegnen wir uns selbst und lernen vielleicht auch, uns zu verzeihen.
Die Zeit der Tag- und Nachtgleiche, mit ihrer Ausgeglichenheit zwischen Tag und Nacht, zwischen Licht und Schatten, ist eine Chance für uns eine ähnliche Ausgeglichenheit in uns selbst zu finden.

Das goldene Herbstlicht

Jetzt in dieser Zeit des Jahres, am Herbstanfang, kann es gut tun, sich langsam nach innen zu wenden. Es ist die Zeit, die eigene Ernte einzubringen und dankbar zu sein, für all das was erreicht werden konnte.

Wende Dich darum dem goldenen Herbstlicht in Deinem eigenen Inneren zu, auf das es Dich sicher, durch die dunkleren Monate die kommen, geleiten wird.

Entzünde ein Licht in einer ruhigen Stunde und meditiere im Schein dieser symbolischen Sonne über Deine, ganz persönliche Ernte.

Ein Vorschlag für Deine „Licht des Herbstes“ Meditation

Du kannst den Text unten lesen und diese kleine Reise selbstständig machen oder Du lässt Dich von mir in dieser Aufnahme führen:

Beginne mit einer kurzen Atemübung zu guter Ernte und Frieden. Diese basiert auf der altnordischen, rituellen Formel Ár ok Friðr – gute Ernte und Frieden.
Atme tief ein und aus. Konzentriere Dich möglichst ganz auf Dich und auf Deinen Atemfluss. Mache immer eine kleine Pause zwischen dem Ende des Einatmens und dem Beginn des Ausatmens sowie zwischen dem Ende des Ausatmens und dem Beginn des Einatmens. Atme bewusst und mache auch die kleine Atempause ganz bewusst. Durch diese Atemtechnik verändert sich recht schnell Dein Bewusstseinszustand und Du beginnst Dich zu konzentrieren und Deinen Geist neu auszurichten.

Gute Ernte und Frieden

Sage Dir jetzt in Gedanken bei jedem Einatmen: Für gute Ernte …. und bei jedem Ausatmen: … und Frieden.
Spüre wie Dein inneres Licht stärker und stärker golden zu leuchten beginnt.

Gute Ernte ist das, was wir aus der Welt erhalten wollen. Gute Ernte meint dabei nicht nur die Äpfel am Baum oder das Getreide auf dem Feld, sondern das die Dinge sich gut entwickeln, das unsere Mühen sich lohnen und das unser Atem uns erhält. Frieden meint inneren und äußeren Frieden. In Haus und Familie aber auch in der Welt um uns herum. Frieden, Weisheit und Wandel zum Wohle ist dabei das, was wir auch an die Welt zurückgeben wollen – mit jedem Atemzug.
Atme auf diese Weise mind. Drei mal oder so oft, wie Du möchtest. Wenn Dir die Pausen schwerfallen, dann kannst Du auch normal atmen.
Lass die Gedanken dabei kommen und gehen. Halte nicht an ihnen fest. Lass sie ziehen.

Die Reise

Wenn Du innerlich ruhig geworden bist, stell Dir vor wie Du inmitten eines wunderschönen, spätsommerlichen/frühherbstlichen Waldes, auf einer kleinen Lichtung stehst. Die Sonne ist noch nicht untergegangen aber sie steht schon tief am Himmel, um Dich herum ist ein goldener Schein, eine goldene Hülle oder Aura, die Dich vollständig umgibt. Du folgst nun von hier einem kleinen, gewundenen Pfad durch die Bäume hindurch, bis Du an das Ufer eines Sees kommst, eine kleine Bank mit Blick über den See ist hier und Du lässt Dich auf ihr nieder. Hier hast Du einen freien Blick über das Wasser in Richtung Westen und Du siehst der Sonne zu, wie sie immer tiefer sinkt, wie sie See, Wald und Dich in ihr goldenes Licht taucht und wie die Farben des Himmels immer intensiver werden.

Deine Ernte

Und während die Sonne langsam immer tiefer sinkt, lässt Du die Bilder des vergangenen Jahres in Dir aufsteigen:

Was hast Du in diesem Jahr gesät und was kannst Du jetzt ernten?

Die Ernte in der Materie

Was hat Dich körperlich und materiell gestärkt oder unterstützt? Vielleicht siehst Du Bilder Deines Urlaubs aufsteigen, Deines Zuhauses, Deines Gartens oder etwas anderes?

Betrachte diese Bilder, diese Ernte, und bedanke Dich dann für die Unterstützung Deines Körpers und der Materie.

Die Ernte des Geistes

Wende dann Deine Aufmerksamkeit dem zu, was Dich inspiriert hat in diesem Jahr? Was oder wer hat Deinen Geist in diesem Jahr entzündet?
Was ist hier zu „ernten“? Wie sieht sie aus die Ernte Deines Geistes?
Betrachte auch diese Ernte ganz genau, meditiere über sie und bedanke Dich für die Inspiration des Geistes.

Die Ernte Deines inneren Feuers

Nun wendest Du Deine Aufmerksamkeit dem, zu was Dich in diesem Jahr leidenschaftlich berührt hat. Was hat Dich entflammt? Dich vorangetrieben? Wünsche und Leidenschaft in Dir geweckt?
Sieh Dir auch diesen Teil Deiner persönlichen Ernte genau an und bedanke Dich für das Erwecken Deiner Leidenschaft und Deines inneren Feuers.

Die Ernte Deines Herzens und Deiner Seele

Nun schenkst Du Deine volle Aufmerksamkeit dem, was Du liebst. Was hat im vergangenen Jahr Dein Herz berührt und erfüllt? Wer oder was hat Deine Seele umarmt und gestreichelt?
Betrachte und fühle diese Ernte des Herzens. Bedanke Dich für die Dinge die Deine Seele erfüllten.

Versuche nun alle diese Bereiche, die Bilder, die in Dir aufgestiegen sind, als Ganzes zu betrachten.
Erspüre und tauche ein in das, was das Jahr Dir gebracht hat, in das, was in Dir gereift ist, in das was Du geerntet hast oder auch in das, was Du jetzt gerade als reif zur Ernte erkennst.

Wenn Du alles gesehen und gefühlt hast – bedanke Dich noch einmal für diese, Deine ganz persönliche Ernte. Und kehre dann auf demselben Weg zu der kleinen Lichtung zurück.

Dort angekommen beginnst Du mit Deinen Zehen und Händen zu wackeln und langsam wieder in Dein alltägliches Bewusstsein einzutauchen.

Wenn Du möchtest, notiere Dir das Wichtigste zu Deiner Meditation und zu dem, was Du gesehen hast.

Ich wünsche Dir von Herzen einen lichtvollen und wunderschönen Herbst.

Herbst in Norddeutschland

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6 Kommentare

  1. Ein ganz besonderer Beitrag , ich empfinde auch einige Lebensbereiche als Erntereif und bin Dankbar für vieles auch das ich deine Onlinekurse gefunden habe. Danke für dein wirken und Sein.
    Ganz Herzliche Grüße

    1. Vielen Dank liebe Simone! Ich freue mich sehr darüber das Dir dieser Artikel gefällt und Du so gute Erfahrungen machst mit den Kursen.
      Liebe Grüße
      Anette

  2. Karin Kitzberger says:

    Danke, du hast eine sehe liebevolle Stimme.
    Habe die Reise sehr genossen.
    Leider war es öfters unterbrochen…liegt wohl an meinem Internet.

    1. Vielen Dank für Deine schöne Rückmeldung! Du kannst die Audio-Datei auch herunterladen, dann sollte es ohne Unterbrechung funktionieren.
      Liebe Grüße
      Anette

  3. Steffi says:

    Ganz wundervoll liebe Anette! Deine Stimme und der dezente dumpfe Trommelschlag im Hintergrund- perfekt! Ich bin tief abgetaucht in das goldene Licht und das Gefühl von Dankbarkeit im Herzen 🙏

    1. Vielen Dank liebe Steffi für dieses Feedback. Es freut mich sehr das Dir die kleine Reise gefallen hat.
      Liebe Grüße
      Anette

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