Runen – Bedeutung und Verwendung – LAGUZ

Laguz

Laguz

Wortbedeutung: Wasser oder See

Lautwert: L

Namen:

Althochdeutsch: Laguz, Lagu

Altenglisch: Lagu

Altnordisch: Lagu, Lagur, Lögr

Gotisch: Lagus, Laas

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Runengedichte:

Das altenglische Runengedicht:

Lagu scheint für die Menschen unendlich

wenn sie auf der schwimmenden Barke reisen

Und die Wellen der See sie ängstigen

Und das Pferd der Tiefe

Seine Zügel nicht beachtet

 

Das altnordische Runengedicht:

Logr ist ein Fluss, der von einem Berghang fällt,

Und Schmuckstücke sind aus Gold gemacht

 

Das altisländische Runengedicht

Lögr ist ein wirbelnder Strom

Und ein breiter Geysir

Und das Land der Fische

Lacus ist ein See

(Übersetzungen nach Jan Fries, Helrunar)

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Stichworte zur Bedeutung von Laguz

Gefühle, Liebe, Herz

geöffnetes Herz, freifließende Gefühle

Feine Wahrnehmung

Vision

Reinigend

transformiert, zerlegt, setzt neu zusammen

kann die Umstände oder “Etwas” vollkommen umdrehen oder neu gestalten

Wenn das geistige Bild stark genug ist, kann man mit dieser Rune alles verändern

Kann die Dinge ins Fließen bringen aber auch anhalten

Lässt die Zeit still stehen

Laguz öffnet Tore in die Anderswelt

Geduld… alles zu seiner Zeit… alles hat seine Zeit

Gestaltwandel

Veränderlichkeit

Neuausrichtung

Der Skaldenmet – die goldene Flüssigkeit die das Wissen der Welt enthält

Jedes Ding hat seine Zeit… Leben, Sterben – alles in und zu seiner Zeit

Fließe mit dem Leben… sei Lebendig… sei Fluss

Heilungsrune – lässt die Lebenskraft und die Selbstheilungskräfte fließen… bringt ins Fließen

Laguz fordert auf mehr in die Tiefe zu gehen, tiefer einzutauchen in den Ozean des Wissens, die Tiefen von Universum und Weltenbaum oder auch in die Tiefen der eigenen Seelen und Gefühlswelten

Laguz verbindet und vereint auch scheinbare Gegensätze

Weisheit als Verbindung von Herz und Verstand

Laguz ist auch Licht… das Licht der Tiefe… das leuchtende Wasser …. das Licht des Universums … das Licht im Herzen

Laguz kann als Waffe benutzt werden

Kann den Zorn beruhigen und heilen

Laguz kann das Meer beruhigen oder auch in Aufregung versetzen und es sturmtosend sein lassen.

Eine Rune des Zorns und der Ruhe gleichzeitig

Rune der Ekstase – auch mit sexuellen Untertönen

Kann wahnsinnig machen

Laguz ist die Vielheit in der Einheit….

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Magische Verwendung

Gestaltwandel

Zur Unterstützung von Visionen

Verbindend

Transformierend

Heilend

Kontrolle über den “Fluss” der Zeit

Öffnet die Tore in die Anderswelt

Bringt in Fluss

Als Waffe

Um die Meere, die Wasser oder auch das mystische Wasser in der Seele zu berherrschen

aufzuwühlen oder zu beschwichtigen (beruhigend in seiner aufrechten Position, aufwühlend wenn sie gestürzt wird)

Blut und Blutfluss kontrolieren

Bei Blutdruckerkrankungen, Herzerkrankungen oder Erkrankungen des Blutes

Blutzauber und Blutmagie

Öffnet Herz und Verstand

Beruhigt die Seele oder auch den Zorn/die Wut

zur Beschwichtigung

Reinigung (Rune stellen, intonieren, oder auch unter der Dusche z.B. visualisieren)

Laguz kann (visualisiert und) geworfen werden, wie ein Lasso um Energien oder Dinge einzufangen, zu extrahieren.

Zum einfrieren der Zeit und wieder loslassen…

Das Fließen, Ruhe und Reinigung bei aufrechter Rune – Blockaden, aufwühlend, stoppend bei gestürzter Rune

 

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

RunenRunde_kleiner

Seminar zur (schamagischen) Runenkunde:

http://www.tunritha.de/rabenschwingen.html

 

 

 

Verwendete Quellen und Literatur:

Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung; Alessia Bauer

Die Blätter von Yggdrasil; Freya Aswynn

Helrunar; Jan Fries

Runenkunde; Klaus Düwel

Vor allem jedoch eigene Reisen und Visionen zu den Runen

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Moderner, europäischer Schamanismus – TEIL 2

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“Drei Beweise der Weisheit: Festhalten and der Vernunft, Festhalten an der Phantasie und Festhalten an Verbesserungen” OBOD

Vor einiger Zeit habe ich bereits über den (modernen) europäischen, Schamanismus im allgemeinen geschrieben. Moderner Europäischer Schamanismus Teil 1

In meinem heutigen Beitrag würde ich gerne mit Euch darüber sprechen WAS genau eigentlich, meiner Ansicht nach, zu einer europäischen, schamanischen Praxis und/oder Ausbildung gehört…

Was sollte ein zeitgemäßer oder moderner Schamane/schamanisch Praktizierender können bzw. lernen und sich erarbeiten?

An aller erster Stelle steht natürlich die Kenntnis über Bewusstsein, Trance, Ekstase und die willentliche Veränderung des Bewusstseinszustandes sowie grundsätzliche Kenntnis und Fähigkeit zur schamanischen Reise bzw. Seelenflug und Geisterkontakt, Verbündete wie Lehrer, Spirit-Guide oder Krafttier zu gewinnen, dies bringt dann auch ein „Erkennen“ der Beseeltheit der Welt, des Universums mit sich.

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Diese „schamanischen Basics“ sind eigentlich allen schamanischen Wegen und Kulturen gemein. Die Wege dahin mögen unterschiedlich sein aber grundsätzlich sind dies die Voraussetzungen um überhaupt von „Schamanismus“ und „schamanisch“ sprechen zu können.

Für viele schamanisch Praktizierende hat sich, zum Erlernen dieser Basics, ein sogenanntes schamanisches Basis-Seminar bewährt.

Seminar2Natürlich geht es auch anders… über die verschiedenen Möglichkeiten zum Einstieg in den Schamanismus habe ich hier  klick mich  geschrieben.

Die reine Kenntnis des Kerns oder “Core” des Schamanismus macht aber noch nicht den europäischen Schamanismus aus… um von tatsächlich „europäisch“ sprechen zu können braucht es schon noch etwas mehr.

Wenn wir zu den noch existierenden, schamanischen Kulturen „schielen“,  sehen wir das die dortigen Schamanen eng mit Land und Leuten verbunden sind und profunde Kenntnisse in vielen verschiedenen Bereichen haben, wobei nicht jeder Schamane auf jedem einzelnen Gebiet ein Experte sein muss. Aber meist haben sie schon einen zumindest groben Überblick.

trommlerDie noch vorhandenen traditionellen Schamanen haben z.B. Kenntnisse zur Geschichte ihrer Völker, zu ihren Mythen, Liedern und Sagen. Sie kennen geheime und magische Zeichen mit denen sich bestimmte Kräfte wecken oder lenken lassen. Sie kennen Orte der Kraft und die Wächter dieser Orte. Sie haben Kontakt mit den Geistern des Landes, der Natur und den Ahnen. Sie kennen die heimische Tier- und Pflanzenwelt, ihre Besonderheiten, Gefahren und Heilkräfte. Sie beherrschen Techniken der Divination und sind zumindest rudimentäre Psychologen und Heilkundige.

In erster Linie sind sie natürlich „Geisterexperten“ aber häufig sind sie auch die Hüter über das „Traditionelle Wissen“ ihres Landes und ihrer Völker.  Auch in vielen Sagen und Mythen Europas, so z.B. in der germanischen Edda oder auch in der Geschichte um Talliesin aus dem Insel-keltischen, wird deutlich, welch große Rolle die Suche nach Wissen, Weisheit und Erleuchtung, auch für unsere europäischen Vorfahren gespielt hat.

DSC_0129_HDR_1024Auf uns heutige, westliche/europäische Schamanen und schamanisch Praktizierende übertragen, bedeutet das vor allem jede Menge Arbeit ;-).

Auch ein europäischer Schamane/schamanisch Praktizierender ist vor allem “Geister und Anderswelt-Experte” und steht mit seinen und den Geistern seines Landes, seiner Umgebung, der Natur und der Welt an sich in engem Kontakt, genau wie mit Göttern, Ahnen, Krafttieren, Schutzgeistern etc. .

Heute, wie vor 10 000 Jahren ist der schamanisch Praktizierende ein “Zaunreiter” zwischen den Welten, der bei allem was er tut immer auch die Anderswelt und die Geister im Blick hat. Wenn ich also von “Pflanzenkunde” oder von “Heiligen Orten” spreche dann meine ich immer auch die andersweltlichen Aspekte. Als schamanisch Praktizierender lese ich nicht nur etwas über eine Pflanze, einen Ort oder einen Mythos… Ich erlebe Pflanze, Ort und Mythos oder welches Thema auch immer, mit allen Sinnen und werde ein Teil davon. Ich werde zum Mythos selber, erfahre ihn am eigenen Leib, am eigenen Geist. Ich lerne nicht nur etwas ÜBER Bäume ich werde selbst ein Baum, ein Teil des Waldes.

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Auf folgenden Gebieten sollte ein europäischer Schamane sich Kenntnisse auf allen Ebenen  erwerben:

- Mythen, Sagen, Legenden, Lieder (z.B. klassische Volksmärchen, Gedichte, (Volks-)Lieder, die Edda, die vier Zweige des Mabinogi, lokale Feen-, Elfen- und Geistergeschichten etc.)

- Philosophie

Geschichte Europas und auch die Geschichte der Gegend in der wir leben/arbeiten.

Traditionelle Schriftzeichen in Europa (z.B. Runen oder auch die sog. Vinca-Zeichen)

Magische Zeichen wie Pentagramme, Alchimistische Zeichen , Astrologische Zeichen, Runen etc.

Magische Systeme, Weltbilder und Volksmagie

- Heilige Orte und Kraftorte… Wo liegen sie? Was macht sie aus? Welche Kräfte wirken dort und wer hütet diese Orte? Wie

– Kenntnisse der heimischen Traditionen (Jahreskreise, Sitten, Gebräuche)

– Kenntnisse der verschiedensten europäischen Mysterien und Traditionen eventuell auch Spezialisierungen auf bestimmte Mythenkreise, Traditionen, Pantheone o.ä.

– Kenntnis der Geister des Ortes an dem wir leben.

– Die Geister des Landes – der Flüsse und Bächer, der Berge und Hügel etc. Aber auch der Geister meiner Strasse, in meinem Haus usw..

- Ahnenarbeit und Kenntnis zu über die Ahnen… Ihre Geschichte, wie haben sie gelebt? Woran haben sie geglaubt etc.

- Heimische Tier und Pflanzenwelt aber auch gute Kenntnis der direkten, möglicherweise auch städtischen Umgebung. Was passiert wann? Wo geht die Sonne auf? Welche Sterne stehen am Himmel? Wetter- und Bauernregeln. Aber auch: Welche Tiere leben in dem Baum vor meinem Fenster? Wann kommt die Müllabfuhr ;-) und wann ist der Verkehr besonders heftig ;-) etc.

- Orakelmethoden wie Tarot, Runen, Astrologie etc.

- Kräuterkunde

- Baumkunde

Erste Hilfe Kurs

– Grundsätzliche Kenntnisse zu Körper und Gesundheit

– Evt. einige psychologische Grundkenntnisse

Selbsterkenntnis und sogenannte Schattenarbeit - Bereits über dem Eingang zum berühmten Tempel von Delphi soll gestanden haben: „Erkenne dich selbst“ (gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν)

Grundsätzlich kann eine gute, solide Allgemeinbildung auch modernen Schamanen nur nutzen, wenn sie nicht gar Voraussetzung ist.buecher

Wie tiefgreifend wir die einzelnen Themen und Wissensgebiete bearbeiten oder auch ob oder wie sehr wir uns regional oder kulturell spezialisieren, ist natürlich jedem selbst überlassen und stark abhängig von persönlichen Vorlieben, Interessensgebieten, Fähigkeiten und den eigenen Geisterkontakten. Auch ist diese Aufzählung sicher nicht erschöpfend, sondern stellt vor allem eine Anregung dar.

Allein an dieser Auflistung kann man schon klar erkennen – dies ist keine Ausbildung die wir in ein paar Wochen, Monaten oder sogar Jahren absolvieren… Sondern ein ganzer Lebensweg des Lernens und der Hingabe.

Natürlich können wir nicht auf jedem einzelnen Gebiet Experten werden, aber wir sollten uns bemühen zumindest Grundkenntnisse zu erwerben und immer weiter zu lernen.

Jeder Schamane oder schamanisch Praktizierende wird mit der Zeit seine eigene, spezielle Kraft entdecken und auf einigen Gebieten besser oder kraftvoller sein als auf anderen. Auch die Geister, die Spirits des schamanischen Praktikers, leiten uns dabei.

_DSC0222_ps_tunritha_fbManche Kenntnis bringen wir auch schon mit, aus vorangegangenen Ausbildungen und von unserem bisherigen Lebensweg, manches müssen wir uns neu erarbeiten. Welche Lücken wir vielleicht haben oder wo unser Wissen schon sehr ausgeprägt ist, ist heute sehr individuell. Daher kann eine „Ausbildung in europäischem Schamanismus“ immer nur sehr individuell sein.

Eine schamanische Ausbildung oder ein schamanischer Weg erfordert aber natürlich nicht nur die bloße Kenntnis z.B. einer Pflanze, ihr Vorkommen und ihrer Wirkweise sondern auch die schamanische Auseinandersetzung mit ihr… Wir bereisen die Pflanze, begegnen ihrem „andersweltlichen“ Aspekt, dem Pflanzengeist, und lernen sie so auf ganz neue und besondere Art kennen, wir lassen uns direkt vom Pflanzengeist unterweisen und gewinnen so möglicherweise auch eine neue Verbündete und neues Wissen.

_DSC0255Dies gilt nicht nur für die Kräuter- und Pflanzenkunde, sondern für jeden der oben angeführten Teilbereiche. Auch die Schriftzeichen oder die Götter vergangener Zeiten und Kulturen, können wir in der Anderswelt besuchen und direkt von ihnen lernen. Als schamanisch Praktizierende sind wir nicht alleine angewiesen auf die historischen und archäologischen Quellen, auch wenn wir sie trotzdem, zumindest zum Teil, kennen sollten.

Je nach persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten können die einzelnen Teilbereiche entweder in kompakten Seminaren, Kursen oder Ausbildungen oder in Eigenregie und als Autodidakt erlernt und/oder vertieft werden auch kann es stark variieren welchen Bereichen wir mehr und welchen weniger Aufmerksamkeit zuwenden. Welche Mythen sprechen zu mir? Welche Götter, welche Geister, welche Ahnen?

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Ein Teil der Herausforderung ist es auch die eigene, individuelle, spirituelle Familie und die individuelle Kraft und vielleicht auch Aufgabe zu finden.

Nicht umsonst dauert die Ausbildung traditioneller Schamanen in den noch vorhandenen, schamanischen Kulturen häufig Jahrzehnte und auch von z.B. den europäischen Druiden, von denen uns insgesamt zwar nicht viel überliefert ist, wissen wir das ihre Ausbildung ca. 20-30 Jahre gedauert hat.

Aber keine Angst, vieles das nötig ist, bringen wir ja bereits mit, von dem Weg der schon hinter uns liegt.

Und so schließe ich mit den ermunternden Worten von Balzac:

Großes Talent existiert nicht, wo großer Wille fehlt.“

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Seminare bei Tunritha Schule für europäischen Schamanismus:

Alle:

http://tunritha.de/seminare.html

Schamanische Basis-Seminare und Infos:

http://tunritha.de/basisseminare.html

Seelenflug und Anderswelten – Schamanische Arbeit nach dem Basis-Seminar:

http://tunritha.de/seelenflugseminare.html

Intensivausbildung europäischer Schamanismus:

http://tunritha.de/reisen.html

Runenkunde und nordischer Schamanismus:

http://tunritha.de/rabenschwingen.html

Schamanische Heilarbeit:

http://tunritha.de/heilarbeit.html

 

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Runen in der schamagischen Arbeit

DSC_0249_HDRps_FBViel ist schon geschrieben worden über Herkunft und Bedeutung der Runen. Es ist ein sehr spannendes und geheimnisvolles Forschungsfeld, mit dem man sich, wenn man ernsthaft die Runen studieren will, unbedingt ebenfalls beschäftigen sollte.

Meine neuen RunenAber ich möchte heute, in diesem Artikel, nicht so viel über die historischen und inschriftlichen Fakten, die uns überliefert sind, schreiben, sondern über meine persönliche Erfahrung und meinen persönlichen Weg mit den Runen.

Als ich vor Jahren damit begann mich ernsthaft mit den Runen (dem 24er, älterem Futhark) auseinanderzusetzen tat ich dies, zumindest vorerst, nicht mit Büchern, Sagas, Quellen und Interpretationen anderer bewaffnet, sondern ich näherte mich ihnen visionär, mit Hilfe der schamanischen Reise.

Im Verlauf einiger Monate, ja eigentlich Jahren, bereiste ich immer wieder einzelne Runen oder auch die Gesamtheit des Systems Runen… Mein persönliches, visionäres Erleben der Runen aber auch die Erfahrung der Runenenergien selber, ganz direkt in meinem Leben, in der Invokation, der Evokation,  während des Runen-Stellens etc.  glich ich dann immer wieder ab mit den Ergebnissen Anderer, seien es nun wissenschaftliche – , archäologische- , etymologische oder auch magische Studien und Erfahrungen anderer Praktiker. Dies hat mir einen wahren Schatz an Erkenntnissen gebracht, den ich immer noch nicht in seiner Gänze gehoben habe. Wie es aussieht werden mir die Runen noch genug Stoff und Geheimnis bieten für ein ganzes Leben des Lernens und darüber hinaus…

Ich habe auf diese Weise viel gelernt, über mich, das Universum, meinen Platz darin und die nordische Mythologie.

Ein wenig möchte ich Euch an diesen Erfahrungen teilhaben lassen…

Viele reduzieren dieDSC_0387ps_FB Runen zu einem „Orakel-Spiel“ mit dem sie in die Zukunft blicken wollen oder auch zu einem bloßen „Zaubersystem“ mit dem der geübte Schamagier sich Gesundheit, Kraft und Wohlstand ins Leben „zaubern“ mag.

Ich habe die Runen jedoch nicht als etwas derart simples und manipulatives erlebt, sondern als äußerst komplexes, mythisches, kraftvolles, magisches und weises Gesamtwerk in dem sich das gesamte Universum in nur 24 Zeichen spiegelt.

Dieses Spannungsfeld aus Einfachheit (nur 24 Zeichen) und Komplexität (das gesamte Universum, ja das Wyrd als ganzes) machen die Runen so kraft- und geheimnisvoll, aber während der schamanischen Reise, des Seelenfluges auch so überaus leicht zugänglich.

Jede Rune ist äußerst vielschichtig –  in ihrer Bedeutung aber auch in ihren Verwendungsmöglichkeiten. Eine jede Rune enthält einen ganzen Schatz an Weisheiten über das Leben, die Welten, das Wyrd und über die Möglichkeiten die uns offenstehen, über die Herausforderungen die es zu bestehen gilt.

Gerade der scDSC_0249_HDRps_FBhamanisch, visionäre Weg oder Zugang zu den Runen, ist meiner Ansicht nach, der Schlüssel zu ihrer wahren Bedeutung und Kraft.

Selbst die Entstehung der Runen, wie sie uns in der Edda, im Havamal, beschrieben wird ist eine zutiefst schamanisch, visionäre Geschichte, die außerdem andeutet das die Runen schon wesentlich älter sind:

Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum
Neun lange Nächte,
Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht,
Mir selber ich selbst,
Am Ast des Baums, dem man nicht ansehn kann
Aus welcher Wurzel er sproß.

Sie boten mir nicht Brot noch Met;
Da neigt ich mich nieder
Auf Runen sinnend, lernte sie seufzend:
Endlich fiel ich zur Erde.

Hauptlieder neun lernt ich von dem weisen Sohn
Bölthorns, des Vaters Bestlas,
Und trank einen Trunk des teuern Mets
Aus Odhrörir geschöpft.

Zu gedeihen begann ich und begann zu denken,
Wuchs und fühlte mich wohl.
Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort,
Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk.

Runen wirst du finden und Ratstäbe,
Sehr starke Stäbe,
Sehr mächtige Stäbe.
Erzredner ersann sie, Götter schufen sie,
Sie ritzte der hehrste der Herrscher.

Odin den Riesen, den Alfen Dain,
Dwalin den Zwergen,
Alswid aber den Riesen; einige schnitt ich selbst.

Weißt du zu ritzen? Weißt du zu erraten?
Weißt du zu finden? Weißt zu erforschen?
Weißt du zu bitten? Weißt Opfer zu bieten?
Weißt du wie man senden, weißt wie man tilgen soll?

Besser nicht gebeten, als zu viel geboten:
Die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nichts gesendet, als zu viel getilgt;
So ritzt es Thundr zur Richtschnur den Völkern.
Dahin entwich er, von wannen er ausging.

(aus der Liederedda, Havamal, Odins Runen-Lied, nach der Karl Simrock Übersetzung)

DSC_0083_4_5_HDRps_FBHier wird beschrieben wie der „ultimative“ Schamane/Schamanengott Odin, sich selbst verletzt und unter Schlaf- und Nahrungsentzug in einen Baum hängt um dann in Trance und Vision die Weisheit der Runen zu lernen.

Wie können wir da erwarten nur durch bloßes Auswendiglernen und gelehrtes Lesen hinter das Geheimis der Runen kommen?

Die 24 Runen des älteren Futharks sind eine sehr alte (einige Zeichen sehen wir schon auf den Höhlenbildern von vor 30 000 Jahren) und vollständige Weisheitslehre, die sich dem der es wirklich will, in der Vision, beinahe von selbst erschließt.

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Das gesamte Wyrd, mit allem Wissen um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – der Inhalt aller Welten und aller Mythen, sind in diesen wenigen Zeichen enthalten. Durch die schamanische Arbeit mit den Runen, die tiefe Versenkung in sie,  kann sich dem schamagischen Praktiker eine ganz neue Sicht auf diese und die anderen Welten eröffnen. Die Runen sind aber auch ein vollständiges, magisches System, mit dem sich einzelne Begebenheiten beeinflussen lassen, mit denen äußerst kraftvoll gezaubert werden kann. Sie können genutzt werden für die Divination, als Orakel aber genauso sind sie Schriftzeichen; sakral aber auch profan und  auch dies gehört zur „Gesamtheit“ der Runen… sie sind nicht „nur“ heilig sondern eben auch „gebrauchsfertig“ und praktisch.

Die Kraft der Runen erfordert Fokus, Absicht und Willen um ihren Zauber freisetzen zu können:

„Weißt du zu ritzen? Weißt du zu erraten?
Weißt du zu finden? Weißt zu erforschen?
Weißt du zu bitten? Weißt Opfer zu bieten?
Weißt du wie man senden, weißt wie man tilgen soll? „

Obwohl also die Runen, wie wir sie heute kennen und erforschen, uns von den „alten Germanen“ überliefert sind und sich über diese und ihre Mythen, auch ein guter Zugang zu ihnen finden lässt, ist das System „Runen“ und viele der Runen – Zeichen um ein wesentliches älter und universeller.DSC_0256_7_8_HDRpsfs5FB

Der „Weg der Runen“ als europäischer Weg der Einweihung, ist sicher kein ganz einfacher und erfordert, wie alle Einweihungswege, eine gewisse Hingabe und Vertrauen in die geistige Welt und unsere Verbündeten aber ich für meinen Teil, kann nur sagen es lohnt sich ihn zu gehen.

Im Mai diesen Jahres gibt es die Möglichkeit bei mir ein Seminar zur Schamanischen Runenarbeit zu besuchen. Wir werden uns während des Seminars mit den verschiedenen Aspekten der Runenarbeit beschäftigen aber auch unser eigenes Runenset fertigen und weihen. Gerne kann natürlich auch ein eigenes Set mitgebracht werden, sofern vorhanden.

Zum Seminar:

http://www.tunritha.de/rabenschwingen.html

 

Literaturliste Runen:

Runenkunde – Klaus Düwel

Das Runen-Wörterbuch, Abstammung und Begriffsbildung der ältesten Sprachdenkmäler Skandinaviens – Dr. Udo Waldemar Dieterich

Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung – Alessia Bauer

Helrunar – Ein Handbuch der Runenmagie – Jan Fries

Die Blätter von Yggdrasil – Runen, Götter , Magie – Freya Aswynn

Die Edda

Die Islandsagas

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Runen – Bedeutung und Verwendung – RAIDO

RaidoRaido

Wortbedeutung: Reise, Rad, Reiten, Straße, Weg

Lautwert: R

 

 

Namen:

Althochdeutsch: Raido

Altenglisch: Rad

Altnordisch: Rat, Raidu, Rid, Reid

Gotisch: Reda, Reida

 

Runengedichte:

Das altenglische Runengedicht

Rad scheint leicht für jeden Krieger,

Wenn er zuhause ist,

Und sehr mutig für jenden,

Der auf den großen Straßen reist,

auf dem Rücken eines starken Pferdes

(Übersetzung nach Jan Fries, Helrunar)

 

Das altnordische Runengedicht

Raid soll das Schlimmste für Pferde sein,

Reginn schmiedete das beste Schwert

 

Das altisländische Runengedicht

Reid ist die Freude des Reiters

Und schnelle Reise

Und Mühe des Pferdes

Iter ist Reise

märzStichworte zur Bedeutung von Raido:

Bewegung. Entwicklung. Veränderung.

Der Weg, die Reise, die Queste.

Beginn, erste Schritte

Das Rad des Schicksals

Auch die Entwicklung im Leben… das ewige Rad… Geboren, Leben, Gebären, Sterben und wieder von Vorn…

Der schamanische Ritt durch die Welten

Der Ritt der Walküren oder der Wilden Jagd

Odin/Wodan als Wanderer mit Hut, Umhang und Stab

Die Suche nach Weisheit

Der Rat

Visionssuche

Reinigung

Transformation

Der Weg ist auch das Ziel

Der „Ritt“ auf Yggdrasil dem „schrecklichen Pferd“ bzw. dem „Pferd des Schrecklichen“

Initiation

Der Weg und die Straße

Ein Weg verbindet und trennt gleichermaßen 2 oder mehr Punkte miteinander, d.h. der Weg scheidet und unterscheidet auch…

Entscheidungen/Unterscheidungen treffen
april20Magische Verwendung:

Die schamanische Reise erleichtern und vertiefen

Etwas Beginnen

Etwas in Bewegung setzen

bzw. zur Transformation anregen

Reise bzw. Quest zur Initiation

Raido ist der Weg zwischen zwei Punkten… Verbindet und trennt gleichermaßen

Mit Raido lassen sich diese verbindenden Wege/Pfade erkunden und bereisen

Mantra und Runenstellen um Visionen des „Weges“ zu erhalten den es gilt um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Weite Entfernungen zurücklegen

Entscheidungen herbeiführen

 

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

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Seminar zur (schamagischen) Runenkunde:

http://www.tunritha.de/rabenschwingen.html

 

 

 

Verwendete Quellen und Literatur:

Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung; Alessia Bauer

Die Blätter von Yggdrasil; Freya Aswynn

Helrunar; Jan Fries

Runenkunde; Klaus Düwel

Eigene Reisen und Visionen zu den Runen

 

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Runen – Bedeutung und Verwendung – Othila

OthilaOthila

Wortbedeutung: Vererbtes Land, Besitz, Heimat, Heimatland

Lautwert: O

 

Namen:

Althochdeutsch: Othil, Othila

Altenglisch: Ethel

Gotisch: Othal, Ural

 

Runengedichte:

Das altenglische Runengedicht

Ethel ist jedem Menschen sehr lieb,

Wenn er in seinem Haus fröhlich und beständig genießen kann,

Was Recht und Gerechtigkeit ist.

(Übersetzung nach Alessia Bauer; Runengedichte)

 

Stichworte zur Bedeutung von Othila:

Die „ursprüngliche“ Heimat

Vergangene Leben

Land, das Land der Ahnen

Ererbtes

Familie und Clan

Ahnen und Ahnenland

Das was jemanden durch Geburt/Abstammung/Herkunft „zusteht“ oder für das er auch die Verantwortung und Verpflichtung hat

Die menschliche Sippe oder Familie

DNA

Stammbaum – Abstammung

Vergangene Leben bzw. die „ursprüngliche“ Heimat

Verbundenheit auf einer sehr tiefen, archaischen Ebene

Loyalität den Seinen gegenüber.

Verbundenheit mit der Welt, der Materie

Verantwortung und Verbundenheit mit „Etwas“, wobei dieses „Etwas“ Land, Familie, die Menschheit an sich etc. sein kann.

Zusammenhalt unter den Menschen und Generationen

 

Magische Verwendung:

Als „ToröDSC_0272_HDRps_FBffner“ in vergangene Leben oder die Vergangenheit der eigenen Familie/Ahnen oder auch einer bestimmten Gegend – Dafür die Rune z.B. während einer schamanischen Reise rot auf eine Wand oder in die Luft zeichnen und durch das so entstandene Tor hindurchschreiten.

 

Zur Inbesitznahme von Land – z.B. eine selbst geritzte & gerötete Rune auf dem Stück Land vergraben.

Verbindung schaffen zwischen dem Land und den Menschen die darauf leben.

Zusammengehörigkeitsgefühle und Loyalität einer Gruppe stärken

Invokation von Odin/Wodan

Schutz von Besitz und Familie

Das eigene, innere “Erbe” finden

Bei der Inbesitznahme von Land, genau wie bei der Verbindung von Gruppen mit Othila, sollte bedacht werden, das Runen nicht nur einseitig wirken, sondern häufig eine Gesamtheit an Wirkung entfalten. Othila enthält NICHT nur den Nutzen von “Besitz” oder  “Erbe” sondern auch die Gesamtheit der Verpflichtungen und Verantwortungen die damit einhergehen.  Dies sollte gut bedacht werden BEVOR man mit Othila zaubert.

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

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Seminar zur (schamagischen) Runenkunde:

http://www.tunritha.de/rabenschwingen.html

 

 

 

Verwendete Quellen und Literatur:

Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung; Alessia Bauer

Die Blätter von Yggdrasil; Freya Aswynn

Helrunar; Jan Fries

Runenkunde; Klaus Düwel

Eigene Reisen und Visionen zu den Runen

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Runen – Bedeutung und Verwendung – JERA

JeraJERA

Wortbedeutung: (gutes) Jahr

Lautwert: J

 

Namen:

Althochdeutsch: Jera

Altnordisch: Ar, Jara

Altenglisch: Ger

 

Runengedichte:

Das altenglische Runengedicht

Ger ist eine Freude für die Menschen,

Wenn Gott, der heilige König des Himmels, gestattet,

Dass die Erde glänzende Früchte hervorbringt

Für die Reichen ebenso wie für die Armen

 

Das Altnordische Runengedicht

Ar ist ein Segen für die Menschen,

Ich sage, dass Frothi (Fro/Freyr) großzügig war.

 

Das Altisländische Runengedicht

Ar ist ein Segen für die Menschen

und guter Sommer

und gedeihende Ernte

Annus ist Jahr

 

Stichworte zur Bedeutung von JERA:

Balance und Gleichgewicht im besten aller Sinne

Veränderung zum Guten

Das Jahr und die (gute) Ernte

Der Same, die Ernte und das Jahr in seiner Gesamtheit

Das große Ganze

Jahreskreis und Jahreszeiten

Frühling

Ewiger Kreis

Ausgleich

Segen

Die „alles wird gut“ Rune ;-)

Magische Verwendung:

Ganz allgemein können mit den Runen Energien und Kräfte in bestimmte Richtungen fokussiert und gerichtet werden.

Jera eignet sich ganz besonders gut dafür, da sie alles ins Gleichgewicht und Harmonie bringt, ohne dabei mit der rabiaten, durchschlagenden und manchmal etwas kurzfristigen Kraft von Dagaz zu wirken. Wo Dagaz mehr der (unter Umständen kurze) Moment des Gleichgewichts zwischen zwei Extremen ist, ist Jera das beständig fließende und sich drehende Gleichgewicht des Jahreskreises.

Weitere Stichworte zur magischen Verwendung von Jera:

Ausgleich der Kräfte, Energieausgleich

Etwas langfristig in Bewegung bringen

Etwas (langfristig) ins positive umschwingen lassen, es positiv beeinflussen.

Als Abschluss-Rune beim Runenstellen, um die verschiedenen Energien auszugleichen und zu mischen.

Für die Harmonisierung von Orten

Für die gute Ernte und ein gutes Jahr

Tor ins Leben – Entscheidung für das (inkarnierte) Leben in Mitgard (mit allen seinen guten oder auch schweren Seiten)

Bewirkt anhaltende Veränderungen.

Da Jera nicht gewendet und nicht gestürzt werden kann, ist sie eine der Neun Runen, die jeweils einer der 9 Welten zugeordnet werden.

Dabei wird Jera Midgard (unserer Welt) zugeordnet.

 

Dieser Beitrag ist natürlich nicht erschöpfend und ich erhebe keinen Anspruch auf alleinige Gültigkeit. Dies soll voll allem Gedankenanstoß und Inspiration sein zur eigenen Arbeit mit den Runen.

 

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Seminar zur (schamagischen) Runenkunde:

http://www.tunritha.de/rabenschwingen.html

 

 

 

 

Verwendete Quellen und Literatur:

Runengedichte – Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung; Alessia Bauer

Die Blätter von Yggdrasil; Freya Aswynn

Helrunar; Jan Fries

Eigene Reisen und Visionen zu den Runen

Gespräche,  Austausch und Zusammenarbeit mit Andrea Schmuttermair von http://schmutter-praxis.de/

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Moderner europäischer Schamanismus

Faery-GlenIm Allgemeinen wird der Schamanismus als die älteste, genauer nachweisliche Form religiösen Denkens beim Menschen bezeichnet (Eliade/Gorbatcheva) denn dieser ist seit der frankokantabrischen Höhlenkunst des Aurignacien, im Jungpaläolithikum relativ sicher nachweisbar, also vor etwa 30.000 Jahren (Eliade: Geschichte der religiösen Ideen).

http://www.lascaux-dordogne.com/de/die-hoehle-von-lascaux

 

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Obwohl wir in (Mittel-)Europa seit mehreren hundert Jahren keine ungestörte oder -gebrochene schamanische Tradition mehr haben, blicken wir doch auf einen reichen Schatz an schamanischen „Indizien“ und Überresten, auch in unserer Kultur und unserem regionalem Raum, zurück. Zehntausende von Jahren mit schamanischem Weltbild haben auch in Europa deutliche Spuren hinterlassen.

DSC_0136Sei es der Weltenbaum in der germanischen Mythologie, die Tier-Geister und Tier-Verbündeten der Hexen und Zauberer im Märchen, ein reicher Mythologie und Sagenschatz über Orts-, Natur- und Schutzgeister, das Besprechen, Bebeten oder Besingen von Krankheiten, schamanische Reiseberichte wie im Märchen von Gold- und Pech-Marie, Trance- und Ekstase-Techniken, die sich sogar in Teilen der kirchlichen Liturgien und Bräuche erhalten haben etc.

Dieser Schatz lässt sich heben und neu in unseren Alltag einfügen.

Wir können nicht die Bräuritual2-che und den ursprünglichen Schamanismus Europas in Gänze und zweifelsfrei rekonstruieren und wiederbeleben, dafür reichen die Erkenntnisse aus Archäologie und Religionswissenschaft nicht aus. Auch ist es eine Frage wie sinnvoll das überhaupt in der heutigen Zeit wäre. Unsere Leben, Werte, Sitten und auch unsere sozialen Netze sind doch sehr unterschiedlich von denen unserer Vorfahren.

Aber, wie beinahe immer gilt „Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen“ (frei nach Bernhard von Chartres) und können uns die Erkenntnisse der heutigen Zeit zu Nutze machen.

DSC_0249_HDRps_FBMit Hilfe lokaler Überlieferungen, Märchen, Sagen und Legenden, schamanischer Praxis und Vision, wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Orientierung an den Bedürfnissen der neuen Zeit, lässt sich eine indigene, europäische und gleichsam moderne und zeitgemäße schamanische Spiritualität erarbeiten.

Schamanismus und schamanisches Weltbild sind etwas das man erleben muss. Man kann natürlich viel darüber lesen und hören, aber die echte Erkenntnis, wie real und nutzbringend auch für uns heute noch die „Beseeltheit der Welt“ und die Kraft der Anderswelt sind, kommt nur mit der schamanischen Praxis.

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Die schamanische Praxis wiederum sollte auch ganz praktisch nutzbringend sein, für den schamanischen Praktiker und auch für seinen „Stamm“. Daher braucht es dringend einen Schamanismus oder sogar Schamanismen der oder die an die moderne Zeit, ihre Regeln und Bedürfnisse als auch an die Menschen und Geister der Region, in der Mensch lebt, angepasst sind.

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Mein Großvater lernte zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts noch Heilgesänge, Sprüche und Gebete zur Bekämpfung bestimmter Krankheiten. Ich habe diese gelehrt bekommen aber ihre wahre und vollständige Kraft und Bedeutung hat sich mir erst durch die schamanische Praxis eröffnet.

Durch Erforschung und Studium verschiedener indigener, schamanischer Bräuche dieser Welt lernte ich mit der Zeit, dass diese Technik, Krankheiten „fortzusprechen“, „fortzublasen“ oder „fortzusingen“, wie es mein Großvater gelehrt hat, an vielen Orten dieser Welt und in vielen schamanischen Kulturen bestens bekannt ist.

 

Das Märchen von Frau HDSC_0272_HDRps_FBolle z.B. habe ich in meiner Kindheit hundertfach erzählt bekommen.

Aber erst durch die schamanische Praxis und das Erleben einer Reise in die untere Welt, wurde mir klar, welch „expliziten“ Bericht einer schamanischen Reise uns mit diesem Märchen überliefert wurde. Ein echter schamanischer Reisebericht aus den Tiefen unserer Vergangenheit ist uns hier, in Gestalt eines Märchens, womöglich über Jahrtausende hinweg überliefert worden.

(Mehr zum Alter von Märchen hier: http://www.welt.de/kultur/article151369664/Warum-die-Brueder-Grimm-doch-recht-hatten.html )DSC_0045_ps_HDR2_FB

In den letzten Jahrzehnten haben viele, viele spirituelle Meister von allen Enden der Welt viel Mühe und Aufwand darauf verwandt, eine erlebbare und ursprünglichere Spiritualität zurück nach Europa und in die sog. „westlichen Industrienationen“ zu bringen. Es wird uns aber nur bedingt auf Dauer helfen, wenn wir diese Spiritualität vom anderen Ende der Welt einfach kopieren.

Unsere Aufgabe heute ist es meiner Ansicht nach, den Anstoß, den wir aus allen Himmelsrichtungen von den großen Schamanen unserer Zeit bekamen, nun zu transformieren und einen indigenen, europäischen und zeitgemäßen Schamanismus zu entwickeln - und vor allem auch zu leben - der uns dabei hilft, die Welt aufs neue und zum Nutzen all ihrer Bewohner zu verzaubern.

Einführungsseminare:

http://www.tunritha.de/seminare.html

Intensiv-Woche Europäischer Schamanismus 2016:

http://www.tunritha.de/reisen.html

Fernkurs:

http://www.tunritha.de/fernkurs.html

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Krafttiere

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In nahezu allen Kulturen gibt es die Idee das Menschen einen Schutzgeist haben, auffallend oft hat dieser Schutzgeist, zumindest zeitweise, tierische Gestalt.

Diese Vorstellung nimmt z.T. recht unterschiedliche Formen an, und reicht vom “Vertrauten” der Hexe/des Zauberers in unseren europäischen Märchen, über Clan- und Wappentieren, Gestaltwandler-Geschichten, Totemtieren, Sagen über mythologische tierische Vorfahren, den Begleitertieren von Göttern wie  Wodan/Odin oder Freya bis hin zu den “Geist- oder Krafttieren” einiger indigener Schamanen.

Aus all diesen Formen wird deutlich wie wichtig uns Menschen, durch alle Zeiten und Räume hindurch, das Verhältnis zum Schutz- oder Tiergeist ist. Die Reihe der oben genannten Beispiele lässt sich noch viel weiter fortsetzen. Beispiele einer sehr weit zurückliegenden magischen Mensch-Anette_baer2_AvatarTier(Geist) Beziehung lassen sich schon in den Höhlenbildern von Lascaux oder in Altsteinzeitlichen Figuren wie dem Löwenmann aus dem Lonetal erkennen.
Der Ausdruck „Krafttier“ stammt von den Coast Salish und den Okanagon, indianischen Stammesgruppen, von den Nordwestküsten Kanadas und der USA.
Dieser Begriff gilt vielen als besonders passend, da er sowohl ausdrückt, das die Verbindung zu diesem Verbündeten Kraft in unser Leben bringt, aber auch deutlich macht, wie häufig dieser enge Vertraute uns in Tiergestalt begegnet.
Bei vielen indigenen Stämmen glauben die Menschen, das der Schamane auch die Gestalt seines Verbündeten annehmen kann. Auch in europäischen Mythen und Sagen wird von Menschen, Helden und Göttern erzählt, die sich in Tiere verwandeln konnten.

Jeder Mensch kann Kontakt zu einem solchen Tiergeist oder Tierverbündeten aus der Anderswelt suchen und aufnehmen.
Oftmals stellen wir dann fest, das uns dieser Geist schon lange, womöglich schon seit unserer Geburt begleitet und beschützt.
Manchmal begleitet uns dieser Geist  auch nur eine gewisse Zeit, unterstützt uns bei einer bestimmten Aufgabe oder hilft uns vor allem zu ganz bestimmten Gelegenheiten.
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Der Kontakt und die enge Bindung zu unserem Schutzgeist oder Krafttier vermag großes Glück, Stärke und Bereicherung in unser Leben zu bringen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, in Kontakt mit dem Krafttier oder Schutzgeist zu treten und die Verbindung zu diesem zu stärken.
Eine davon ist die sogenannte „Krafttierreise“.”

Dies war ein kleiner Ausschnitt aus dem Kurs “Die Krafttierreise” von Anette Baumgarten, mehr dazu findet Ihr hier:

http://www.tunritha.de/fernkurs.html

 

 

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Ein kleiner Reisebericht…

Heute gibt es mal keinen Text von mir :-) sondern der heutige Beitrag ist ein “kleiner Reisebericht”  über die schamanische Schottlandreise 2015….

Ein kleiner Reisebericht von Laura Bolz   

Da ich gerade noch sehr inspiriert bin von deinem herbstlichen Beitrag liebe Anette … bedanke ich mich jetzt herzlich bei dir.
Es ist erst ein paar Monate her und doch schon eine Ewigkeit und gleichzeitig war es natürlich auch erst gestern, dass ich bei dir den schamanischen Workshop in Schottland erlebt habe …

Es war eine wirklich magische Woche. Schottland an sich, besitzt so unsagbar viel Magie und eine zeitlose Tiefe, die man gar nicht in Worte fassen kann. skye_rush_hour

Ich bin schon einen Tag früher angekommen und wurde gleich wie in einer Familie aufgenommen. Es war auch alles die ganze Woche über wie eine kleine Familie die gemeinsam auf Reisen geht.

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Anette war / ist mir eine sehr gute Lehrerin, denn trotz einer sehr starken, kräftigen, eigenen und auch sehr weisen Haltung bin ich bei ihr unglaublicher Offenheit und auch einem gewissen Respekt vor dem Leben begegnet. Für mich persönlich war das der Auftakt und die Vorbereitung für alles weitere … eine Lehre, die mir sehr hilfreich ist, ist die Anerkennung, dass möglicherweise jeder Mensch seine eigene Wahrheit hat. Und das weder sie als Lehrerin immer recht hat noch das man selbst immer richtig liegt. Und dass es darum auch gar nicht geht. Aber eine tiefere Achtsamkeit ist von großer Bedeutung und dann kann sich die Ehr-furcht, die ich manches mal vor anderen Wesen und Welten empfunden habe, in Achtung und Respekt wandeln.

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Der liebevolle Kontakt und die ständige Präsenz eines offenen, wachsamen und willigen Bewusstseins in den Menschen um mich herum, haben mir jene Tore geöffnet, die ich ab dieser Woche immer wieder gebraucht habe.

Und gleichsam ist dann da das Vertrauen, zu seinen eigenen Kräften und denen der Mitmenschen und der anderen Welten, die sich (meiner Erfahrung nach) anders zeigen als gedacht. Aber doch immer da sind …

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Mir seit ihr alle sehr ans Herz gewachsen und ich achte die Mischung aus Unterstützung und Lehre, aber auch übergeben der eigenen Verantwortung und Offenheit gegenüber dem eigenen Sein.

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Die Isle of Skye ist ein wunderbarer Platz um tiefer zu gehen … und es gibt nichts, was mir in dieser Woche kein Geschenk war.

Selbst wenn ich kein Schamane werden will, ist es eine Erfahrung, die mein Leben nachhaltig bereichert hat und immer noch bereichert.

Und das schöne ist, dass ich mich als Mensch, aber auch als ein Wesen, das mit allem in Verbindung steht, wieder erleben durfte.

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“Even though there is always this impermanence, one thing I always see, is Love.” Das hat eine Freundin von mir, die ich später auf einer anderen wundervollen schottischen Insel kennengelernt habe … und es war eines der schönsten Dinge die ich je gehört habe und die auch zu dieser Erfahrung wunderbar passen.

Ich danke dir Anette!
Von ganzem Herzen

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Und wer im nächsten Jahr dabei sein möchte:

Schottland 2016 auf einem Schloss in den Highlands
– High Spirits – Seelenflug Intensiv

Weiterführendes, schamanisches Praxisseminar
Eine spirituelle Reise zur eigenen schamanischen Kraft…

 

 

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Alban Elfed – Das Licht des Herbstes

Alban Elfed – DHerbststimmungas Licht des Herbstes

 

Mir persönlich gefällt dieser Name für das Herbst-Äquinoktium, der sich aus dem walisisch gälischem ableitet, ganz besonders gut. Er ist so treffend.

Das Sonnenlicht dieser Jahreszeit ist golden, wie die Äpfel die jetzt geerntet werden oder wie einige der Blätter, an den Bäumen, die jetzt beginnen sich zu verfärben. Es ist das Licht der Ernte, das Licht dessen was wir im Laufe des Jahres gesät und gepflegt haben.

ritual2-Ernte – Was hat das mit mir zu tun, denkt man sich vielleicht, wenn man ohne Garten, oder auch nur Balkon, inmitten der Stadt zwischen Glas und Beton wohnt. Wo man, im Licht der Neonröhren und gut temperiert, beinahe alles zu jeder beliebigen Zeit im Jahr kaufen kann. Was schert mich die Ernte?

Aber auch als moderner Mensch der sein Gemüse, nicht mehr aus dem Garten, sondern aus dem Supermarkt holt, ernten wir.

Die Stille am Morgen_FB  Wir ernten die Saat unseres Lebens. Jetzt wo die Tage jeden Tag, ein zuerst kaum merkliches, und dann immer deutlicheres Stück, kürzer werden als die Nächte, gerade jetzt, ist es Zeit sich vom Außen wieder nach Innen zu wenden. Es ist genau die richtige Zeit um sich, im immer noch starkem aber auch langsam schwächer werdendem Licht des Herbstes, anzusehen wie das vergangene Jahr uns und unser Leben verändert hat.

Was haben wir gesät? Was haben wir geerntet? Was ist jetzt oder in Kürze reif zur Ernte?

Wofür sind wir dankbar?

Skye_AnetteIch selber bin für so vieles Dankbar… Ich bin Dankbar für mein Zuhause, meine Arbeit und für die kleinen und größeren materiellen Bedürfnisse und Wünsche die ich mir in diesem Jahr erfüllen konnte.                       Für meine Reisen nach Schottland, meine Gesundheit und das ich stets etwas zu essen auf dem Tisch habe, ein warmes Bett und eine Decke über dem Kopf.

Ich bin dankbar für all die Inspirationen aus der geistigen Welt, die Inspirationen meiner Götter, Geister und  Ahnen, meiner Verbündeten  aber auch für die Inspirationen durch meine Lehrer, Familie, Freunde und Schüler in der ganz alltäglichen Welt. Ich bin dankbar für meine schamanische Ausbildung und für die Bücher und Schriften die Ihren Weg zu mir gefunden haben.

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Ich bin dankbar das mich meine schamanische Arbeit und meine schamanischen Aufgaben in diesem Jahr mit Leidenschaft, Kraft, Stolz und innerem Feuer erfüllt haben.

 

 

summerend_FBAber vor allem bin ich dankbar für meine wunderbare Familie. Meinen Mann und meinen Sohn. Die mir das Herz und die Seele wärmen und auf jedem meiner Schritte im vergangenen Jahr an meiner Seite waren… Nicht immer körperlich, aber immer im Geiste und im Herzen.

 

Ich bin Dankbar für ein Jahr voller Geschenke, Arbeit, Erfahrungen, Liebe, Mitgefühl und Leidenschaft… und ich bin auch Dankbar für den Schmerz, die Schwierigkeiten und die Schwere die einen manches mal, trotz all der Schönheit des Lebens, begleiten.

 

Der Schmerz zeigt an w1Maerzo es Hilfe braucht und Veränderung, aber eben auch das man lebendig ist.

An Schwierigkeiten und Hindernissen können wir wachsen, ja sie fordern uns manchmal geradezu heraus über uns Selbst hinaus zu wachsen, stärker, klüger, hingebungsvoller, mitfühlender oder auch einfach nur lebendiger zu werden und die Schwere, die Traurigkeit, Dunkelheit oder Melancholie, die uns wohl alle manchmal trifft und begleitet, kann uns helfen mitfühlend und nachsichtig zu werden, mit uns und mit Anderen, in der Dunkelheit können wir uns selbst begegnen und uns selbst verzeihen lernen … sie kann uns helfen, das Licht und die Leichtigkeit, die ebenfalls immer wieder zu uns zurückkehren, wertzuschätzen und danach zu streben.

Jetzt in dieser Zeit des Jahres, am Herbstanfang, ist eine gut Zeit, um sich wieder nach innen zu wenden. Sich selber anzuschauen und zu rekapitulieren. Es ist die Zeit die Ernte einzubringen.

Alban Elfed – Das Licht des Herbstes…. Wende Dich diesem Licht in Deinem Inneren zu, auf das es Dich sicher, durch die dunkleren Monate die jetzt kommen, geleiten wird.

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Jetzt ist genau die richtige Zeit, um in einer ruhigen Stunde ein Licht zu entzünden. Und im Licht dieser symbolischen Sonne, eine Meditation über Deine, ganz persönliche Ernte, zu machen.

 

 

Hier ein kleiner Vorschlag für Deine Meditation:

Atme zunächst eine Zeitlang ruhig und versuche auch innerlich ganz ruhig zu werden. Zähle während Du einatmest 1..2.. und dann mach eine kurze Pause.. zähle 1… und dann atme aus und zähle dabei 1..2… Konzentriere Dich so lange aufs Atmen bis Du ganz ruhig geworden bist. Lass die Gedanken kommen und gehen… aber halte nicht an ihnen fest… lass sie ziehen…Wenn Du wirklich ruhig geworden bist, stell Dir vor wie Du inmitten eines wunderschönen, spätsommerlichen / frühherbstlichen Waldes, auf einer kleinen Lichtung stehst. Die Sonne ist noch nicht untergegangen aber sie steht schon tief am Himmel, um Dich herum ist ein goldener Schein, eine goldene Hülle oder Aura die Dich vollständig umgibt. Du folgst nun von hier einem kleinen, gewundenen Pfad durch die Bäume hindurch, bis Du an das Ufer eines Sees kommst, eine kleine Bank mit Blick über den See ist hier und Du lässt Dich auf ihr nieder. Hier hast Du einen freien Blick über das Wasser in Richtung Westen und Du siehst der Sonne zu, wie sie immer tiefer sinkt, wie die Farben des Himmels immer intensiver werden.

Und während die Sonne immer tiefer sinkt lässt Du die Bilder des vergangenen Jahres in die aufsteigen…

Was hast Du in diesem Jahr gesät und was kannst Du jetzt ernten ?

Was hat Dich körperlich und materiell gestärkt oder unterstützt? Vielleicht siehst Du Bilder Deines Urlaubs aufsteigen, Deines Zuhauses, Deines Gartens oder….?

Betrachte diese Bilder, diese Ernte, und bedanke Dich dann für die Unterstützung Deines Körpers und der Materie.

Wende dann Deine Aufmerksamkeit dem zu, was Dich inspiriert hat in diesem Jahr? Was oder Wer hat Deinen Geist in diesem Jahr entzündet? Was ist hier zu “ernten”? Wie sieht sie aus die Ernte Deines Geistes?

Betrachte auch diese Ernte ganz genau, meditiere über sie und bedanke Dich für die Inspiration des Geistes.

Nun wendest Du Deine Aufmerksamkeit dem zu was Dich in diesem Jahr leidenschaftlich berührt hat. Was hat Dich entflammt? Dich voran getrieben? Wünsche und Leidenschaft in Dir geweckt?

Sieh Dir auch diesen Teil Deiner persönlichen Ernte genau an und bedanke Dich für das Erwecken Deiner Leidenschaft.

Nun schenkst Du Deine volle Aufmerksamkeit dem was Du liebst. Was hat im vergangenen Jahr Dein Herz berührt und erfüllt? Wer oder was hat Deine Seele umarmt und gestreichelt?

Betrachte und fühle diese Ernte des Herzens. Bedanke Dich für die Dinge die Deine Seele erfüllten.

Versuche nun alle diese Bereiche, die Bilder die in Dir aufgestiegen sind, als Ganzes zu betrachten.

Erspüre und tauche ein in das, was das Jahr Dir gebracht hat, in das was in Dir gereift ist, in das was Du geerntet hast oder auch in das was Du jetzt gerade als reif zur Ernte erkennst.

Wenn Du alles gesehen und gefühlt hast – bedanke Dich noch einmal für diese, Deine ganz persönliche Ernte. Und kehre dann auf dem selben Weg zu der kleinen Lichtung zurück.

Dort angekommen beginnst Du mit Deinen Zehen und Händen zu wackeln und langsam wieder in Dein alltägliches Bewusstsein einzutauchen.

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Wenn Du magst mach Dir ein paar Notizen zu Deiner Meditation und zu dem was Du gesehen hast, welche Bilder in Dir aufgestiegen sind.

Auch über Rückmeldungen wie Dir die Meditation gefallen hat, oder Feedback zu dem Artikel, würde ich mich freuen. Gerne auch via Mail an info@tunritha.de

Ich wünsche Euch allen einen lichtvollen und wunderschönen Herbst….

Inspiriert vom Alban Elfed Solo-Ritual (des Bardengrades) des OBOD – Order of Bards, Ovates and Druids – http://www.druidry.org/

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